05/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/06/2026 07:53
Es gilt das gesprochene Wort.
"Sehr geehrte Frau Präsidentin,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wir erleben gerade eine weltweite Krise: Der Krieg am Persischen Golf und die Schießung der Straße von Hormus treiben die Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe.
Das merken wir natürlich hier bei uns in Deutschland. Das merken aber vor allem die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Das Welternährungsprogramm warnt, dass alleine durch die Blockade der Straße von Hormus bis zu 45 Millionen Menschen zusätzlich von Hunger bedroht sind.
Als Weltgemeinschaft müssen wir in dieser Krise reagieren.
Und deshalb arbeite ich gemeinsam mit internationalen Partnern mit Hochdruck an Instrumenten, um die akuten Auswirkungen der Krise zu bewältigen und langfristige Lösungen zu finden.
Bei der Weltbanktagung im April habe ich mich für eine gemeinsame Krisenreaktion der Weltbank eingesetzt. Sie wird in den nächsten 15 Monaten bis zu 100 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um die am stärksten betroffenen Länder zu unterstützen.
Und beim Treffen der G7-Entwicklungsminister*innen letzte Woche haben wir vereinbart, dass die Düngemittel-Produktion in Ländern des Globalen Südens gestärkt werden muss. So werden die Länder unabhängiger von Importen - und damit auch von den Engpässen und Preissteigerungen beim Dünger, die aktuell die Ernten eines ganzen Jahres gefährden.
Wir sehen aber auch, dass Prävention der Entwicklungszusammenarbeit funktioniert.
Zum Beispiel in Äthiopien, die weniger stark betroffen sind von den Düngemittel-Ausfällen, weil wir dort Kleinbauern bei der Produktion von organischen Düngemitteln unterstützen. Oder in ist Kenia, wo wir mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen. Das führt dazu, dass rund 90 Prozent des Stroms in Kenia aus erneuerbaren Energien kommt und sie weniger stark von der aktuellen Krise betroffen sind.
Das zeigt: Prävention wirkt.
Deshalb ist klar: Die Mittel für Entwicklungspolitik im Bundeshaushalt müssen stabil bleiben.
Gerade in diesen krisenhaften Zeiten. Gerade jetzt, wenn wichtige Partner international wegbrechen und Kürzungen überall einschlagen, müssen wir deutlich machen: Wir dürfen keinen historischen Bruch der Entwicklungszusammenarbeit riskieren.
Und wir müssen als Deutschland verlässlicher Partner sein in den Krisen und für unsere Partner im Globalen Süden.
Vielen Dank."