07/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/30/2026 00:35
Am 23. Juli wurden erstmals Asiatische Hornissen in Appenzell Ausserrhoden bestätigt. Die invasive Art stellt eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt dar. Das Amt für Umwelt koordiniert zusammen mit den lokalen Imkern die Suche nach dem Nest in Herisau. Dabei können auch Hinweise aus der Bevölkerung hilfreich sein: Je früher das Nest entdeckt wird, desto besser lässt sich die Ausbreitung eindämmen.
Ein Herisauer Imker beobachtete vergangenen Woche mehrmals, wie Asiatische Hornissen seine Bienenkästen anflogen. Er konnte ein Exemplar einfangen und dem Amt für Umwelt übergeben. Der Fundort befindet sich an der Gossauerstrasse im Bereich Sonnenböhl-Stelz. Auch weiter östlich in Richtung Ortszentrum wurden Exemplare in der Nähe von Bienenkästen entdeckt.
Da die Asiatische Hornisse bei Futtersuche grosse Distanzen zurücklegt und die Nester versteckt anlegt, ist die Nestsuche häufig schwierig. Zur Eindämmung einer weiteren Ausbreitung ist es jedoch wichtig, die Nester samt Königinnen rasch zu vernichten. Lokale Imker, welche bereits letztes Jahr für die Suche von Asiatischen Hornissen ausgebildet wurden, haben mit der Nestsuche begonnen und dazu in der Nähe des Fundortes Locktöpfe aufgestellt, bisher ohne Erfolg.
Hinweise aus der Bevölkerung an das Amt für Umwelt (Tel. 071 353 65 35; [email protected]) sind wertvoll, insbesondere wenn im Umkreis von rund 2 Kilometer vom Fundort verdächtige Hornissennester gesichtet werden.
Die Asiatische unterscheidet sich von der heimischen Hornisse vor allem durch ihre Färbung. Am auffälligsten ist dies beim Hinterleib. Bei der Asiatischen Hornisse ist er grösstenteils schwarz und nur an der Spitze orange-gelb. Bei der heimischen Art sind nur die vorderen Segmente schwarz und der grösste Teil des Hinterleibs ist gelb mit schwarzen Streifen. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind Beine und Kopf: Die Asiatische Hornisse hat gelbe Beine und einen schwarzen Kopf mit gelber Stirn, die heimische Hornisse dunkle Beine und einen braun-roten Kopf. Weitere Informationen finden sich unter www.bienen.ch.
Die Asiatische Hornisse wurde vor rund 20 Jahren in Europa eingeschleppt. Seither breitet sie sich rasant aus. Das Schadenspotenzial ist gross. Sie ernährt sich von anderen Insekten. Oben auf ihrem Speiseplan stehen Honigbienen. Aber auch Wildbienen und andere Insektenarten werden effizient gejagt. Zur Aufzucht des Nachwuchses benötigt sie grosse Mengen Nahrung: Ganze Bienenvölker werden ausgerottet. Im Herbst können bis zu 600 Jungköniginnen aus einem Nest ausschwärmen und im nächsten Jahr eigene Staaten bilden.