Techniker Krankenkasse

08/27/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/27/2026 00:14

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen an Saar, Rhein und Main für ein Social-Media-Verbot.

Saarbrücken, 27. August 2026. Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen (52 Prozent) befürwortet ein Social-Media-Verbot. Das geht aus dem Social-Media-Report "Jugend zwischen Like und Limit" der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Sechs Prozent sind demnach für ein generelles Verbot für Kinder- und Jugendliche, 46 Prozent für ein Verbot bis zu einem gewissen Alter. Diese Befragten sprechen sich im Durchschnitt für eine Altersgrenze von 14 Jahren aus. 43 Prozent lehnen ein Verbot dagegen ab. Gleichzeitig geben 86 Prozent der befragten Jugendlichen an Saar, Rhein und Main aber an, dass ihnen Social Media gut oder sehr guttut.

"Die beiden Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, wie ambivalent das Verhältnis der Jugendlichen zu Social Media ist. Obwohl es vielen Heranwachsenden guttut, sieht ein Großteil auch die Gefahren", sagt Daniel Konrad, interimistischer Leiter der TK-Landesvertretung Saarland und ergänzt: "Aufgabe der Gesellschaft und der Plattformen muss es jetzt sein, einen Rahmen zu schaffen, der die positiven Aspekte stärkt und Gefahren - wie suchtfördernde Algorithmen - gleichzeitig eindämmt."

Die negativen Seiten von Social Media

Doch was nervt oder stresst die Jugendlichen am meisten an Social Media? Danach gefragt, gaben die meisten Jugendlichen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Hessen zu viel Werbung an (59 Prozent). Dahinter folgen die Verbreitung von Fake News (44 Prozent), Mobbing und Beleidigungen (35 Prozent), das Verbringen von zu viel Zeit auf Social Media (31 Prozent) sowie unangemessene Bilder oder Videos (30 Prozent). Weitere Erkenntnisse der Untersuchung: Die Hälfte der Befragten gibt an, sich mit Social Media abzulenken, wenn es Ihnen nicht gut geht, und 36 Prozent nutzen Social Media länger, als sie eigentlich möchten.

"Die Antworten zeigen, wie präsent Cybermobbing, unangemessene Inhalte und Fake News bei Jugendlichen leider sind - meist aus eigenen Erfahrungen. Wir müssen als Gesellschaft Wege finden, Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen noch stärker zu schützen", hebt Konrad hervor. "Ein reines Social-Media-Verbot kann aus unserer Sicht aber nicht die Lösung sein. Die Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen muss in den Mittelpunkt, denn sie ist die Basis für einen gesunden und bewussten Umgang mit sozialen Medien. Aber auch die Plattformen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und mehr für den Jugendschutz tun."

Bewältigungsstrategien der Jugendlichen

Danach gefragt, was die Jugendlichen tun, damit Social Media ihnen guttut, ergibt sich ein gemischtes Bild unter den Befragten im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen. 36 Prozent gaben an, Personen zu entfolgen bzw. zu blockieren, 27 Prozent schalten die Benachrichtigungen aus, 25 Prozent nehmen sich handyfreie Zeiten und 22 Prozent legen das Handy bewusst beiseite. Mit dabei sind außerdem das Melden von unangemessenen oder Fake-Beiträgen, die Begrenzung von Bildschirmzeit für bestimmte Apps (je 21 Prozent) sowie das Löschen von bestimmten Apps (19 Prozent).

Was Jugendliche unterstützen könnte

Auf die Frage, was dabei helfen würde Social Media gut und sicher zu nutzen, nennt mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) Lernvideos zu den Gefahren von Social Media auf den Plattformen selbst, gefolgt von ausgebildeten Ansprechpersonen an der Schule (47 Prozent) sowie Workshops und Kurse (43 Prozent). Darüber hinaus genannt werden mehr Gespräche mit den Eltern (39 Prozent) und leicht erreichbare Hilfsangebote (34 Prozent). Lediglich 10 Prozent sind der Meinung, dass keine Unterstützung nötig ist.

"Zentral ist ein reflektierter Umgang mit Social Media. Hierfür braucht es zeitgemäße Angebote an Schulen, insbesondere aber eine interessierte Begleitung auf Augenhöhe durch Eltern und Erziehungsberechtigte", hält Konrad fest.

Hinweis für die Redaktion

Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit insgesamt 1.400 Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit 200 Personen pro Ländergebiet mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die Stichprobe entspricht einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse beziehen sich auf die Region Rhein, Main, Saar; also die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland.

Im Rahmen der Prävention hat die TK ein großes Angebot an Projekten zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen für Eltern, Kita und Schulen, wie zum Beispiel "Gemeinsam Klasse sein", Law4school , IPSY (Suchtprävention ab Klasse 5) oder Mental² . Des Weiteren beteiligt sich die TK fachlich und inhaltlich an der Kampagne der Bundesschüler*innenkonferenz "Uns geht's gut!", zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus fördert die TK auch qualitätsgeprüfte Angebote wie zum Beispiel Workshops für Schulen der Online-Beratungsstelle Juuuport oder die jährliche Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock.

Datum der Veröffentlichung: 27.08.2026

Ansprechpartner Presse

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Daniel Konrad Landespressesprecher
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