03/12/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/12/2026 10:34
Der Verfassungsausschuss des Nationalrats hat grünes Licht für die Einführung eines "mittleren Managements" an Pflichtschulen gegeben. Neben den Koalitionsparteien stimmten auch die Grünen für eine von der Regierung vorgeschlagene Dienstrechtsnovelle, die auch mehr Ressourcen für Administration an allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) bringt. Das "mittlere Management" wird stufenweise die erst vor kurzem eingeführten pädagogisch-administrativen Fachkräfte an Volks- und Mittelschulen ersetzen und soll sowohl die Schulleitung als auch das Lehrerkollegium entlasten. Änderungen am Gesetzentwurf wurden vorerst nicht vorgenommen, das vom Ausschuss durchgeführte Begutachtungsverfahren könnte laut Staatssekretär Alexander Pröll jedoch noch zu Adaptierungen im Zuge der Beratungen im Plenum führen.
Beim "mittleren Management" handelt es sich um keine neue Hierarchieebene an Volks- und Mittelschulen, wie die Regierung in den Erläuterungen zum Gesetzentwurf hervorhebt. Vielmehr sollen bestimmte Lehrerinnen und Lehrer administrative Aufgaben wie die Organisation schulischer Veranstaltungen, die Koordination von Arbeitsgruppen oder die Aufbereitung von Informationen übernehmen und im Gegenzug ihre Unterrichtstätigkeit reduzieren. Wie viele Ressourcen dafür zur Verfügung stehen, hängt von der Größe der Schule ab. Für die Verteilung der Aufgaben und die Auswahl geeigneter Lehrkräfte wird - im Sinne einer Stärkung der Schulautonomie - die Schulleitung zuständig sein.
Abgelehnt wurde das Gesetzesvorhaben von der FPÖ: Sie kritisiert, dass weiterhin Lehrerinnen und Lehrer für administrative Aufgaben eingesetzt werden sollen, statt klar zwischen administrativem und pädagogischem Bereich zu trennen.