Stadt Oranienburg

04/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/17/2026 09:04

Für Demokratie und Toleranz - Am 19. April wird der Franz-Bobzien-Preis 2026 von Stadt und Gedenkstätte verliehen

17.04.2026

Für Demokratie und Toleranz - Am 19. April wird der Franz-Bobzien-Preis 2026 von Stadt und Gedenkstätte verliehen

Anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen wird am Sonntag, den 19. April, der Franz-Bobzien-Preis 2026 in der Oranienburger Orangerie verliehen. Gemeinsam hatten die Stadt Oranienburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen den Preis zum inzwischen neunten Mal ausgeschrieben, um Projekte in Brandenburg und Berlin auszuzeichnen, die sich für Demokratie und Toleranz starkmachen und dabei auch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Blick haben.

Die 12-köpfige Jury hatte im Vorfeld gut zu tun beim Durchforsten der Bewerbungsunterlagen: Insgesamt 63 Bewerbungsmappen für den diesjährigen Franz-Bobzien-Preis fanden aus den verschiedensten Ecken Brandenburgs und Berlins ihren Weg ins Oranienburger Schloss - ein neuer Rekord. Die Bandbreite an Projekten war groß: von künstlerisch über informativ bis hin zu kulturell und musikalisch war alles dabei. Darunter ganz unterschiedliche Aktivitäten wie Diskussionsveranstaltungen, Performances, Schriftstücke, Podcasts, Filme, Plastisches wie Gedenkmauern und Gedenksteine sowie Lesungen, Begegnungsprojekte, Fahrten, Bücher, Konzerte und Ausstellungen.

"Wir waren von der Vielzahl und Qualität der Bewerbungen überwältigt, viele der Projekte hätten eine Auszeichnung verdient", so Claudia Seiring, die den Tagesspiegel als Medienpartner in der Jury vertritt und bei der Preisverleihung durch das Programm führen wird. "Es gab sehr viele Projekte, die durch ihr außerordentliches Engagement, ihre besondere Kreativität oder ihren Mut beeindrucken. Wenn man bedenkt, dass das meiste im Ehrenamt und in der Freizeit gestemmt wird, ist das besonders eindrucksvoll." Auffallend ist darüber hinaus, dass viele Initiativen von und mit jungen Menschen unter den Bewerberprojekten sind. Auch an Schulen scheint das Engagement für Toleranz und Demokratie eine noch stärkere Rolle zu spielen, hier finden eine Vielzahl an Projekten über den Rahmenlehrplan und den üblichen Unterricht hinaus statt. Zahlreiche Projekte kamen folglich während der etwa dreistündigen Jurysitzung in die engere Auswahl und wurden teils kontrovers diskutiert. Schließlich standen die Gewinnerprojekte fest. Damit in Zusammenhang traf die Jury die Entscheidung, in diesem Jahr insgesamt vier Projekte auszuzeichnen. Drei davon stammen aus Brandenburg, eines aus Berlin.

Einen besonderen Gast konnte die Jury in diesem Jahr erstmals in ihren Reihen begrüßen: Jennifer Lembke, die Urnichte von Franz Bobzien. Schon Wolfgang Bobzien, dessen Vater ein Cousin von Franz Bobzien war, ist dem Preis seit Jahren eng verbunden, seine Tochter Licia Bobzien hatte zuletzt den Sitz in der Jury inne. Nun hat Jennifer Lembke den Staffelstab übernommen. Und das in einem ganz besonderen Jahr, denn 2026 jährt sich sowohl der 120. Geburtstag (17.11.1906) als auch der 85. Todestag (28.03.1941) des Widerstandskämpfers Franz Bobzien.

In der Jury zur Vergabe des Franz-Bobzien-Preises sind darüber hinaus neben der Stadt Oranienburg (vertreten durch die Bürgermeisterin sowie den Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung) und der Gedenkstätte Sachsenhausen als Partner vertreten: Der Tagesspiegel als Medienpartner, der Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB), das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Rassismus Brandenburg, die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, der Berliner Ratschlag für Demokratie, das Sachsenhausen-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V., die AG Lager Sachsenhausen 1945-50 e.V. sowie das Tolerante Brandenburg. Schirmherr ist der Ministerpräsident des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke.

Mit der Benennung des Preises nach Franz Bobzien soll dessen mutiger Einsatz unter äußerst gefährlichen Bedingungen gewürdigt werden: Der Lehrer und Politiker Franz Bobzien war ab 1938 aufgrund seines Widerstands gegen das NS-Regime im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Hier engagierte er sich unter schwierigsten Bedingungen vor allem für jugendliche Mitgefangene. Am 28. März 1941 kam er bei Bombenräumungsarbeiten in Berlin ums Leben.

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 19. April, um 10 Uhr in der Orangerie, Kanalstraße 26A, 16515 Oranienburg, statt (Einlass ab 9:30 Uhr).

Stadt Oranienburg published this content on April 17, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on April 17, 2026 at 15:04 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]