09/02/2026 | News release | Distributed by Public on 09/02/2026 03:50
Im Rahmen der weltweit führenden maritimen Fachmesse SMM hat der BME mit seiner SVI-Connect am 1. September die Naval Stage in Halle B8 gestaltet. Unter dem Titel "Bridging the Gap: Maritime Defence Industry meets Procurement & Supply Chain" diskutierten Vertreter aus Industrie, Technologie, Beschaffung und Verteidigung über die zentrale Frage, wie Europa seine maritime Verteidigungsfähigkeit durch resiliente Lieferketten, innovative Technologien und eine stärkere Vernetzung entlang des gesamten Ökosystems nachhaltig ausbauen kann. Die Beschaffung in der maritimen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie rückt damit sichtbar stärker in den Fokus der internationalen Leitmesse.
"Die steigenden Anforderungen an die Verteidigungsbereitschaft Europas können nur erfüllt werden, wenn wir Beschaffung, Industrie und Innovation enger zusammenbringen. Resiliente Lieferketten sind dabei kein unterstützender Faktor mehr, sondern eine strategische Voraussetzung für Sicherheit und Handlungsfähigkeit", betonte Mirjam Zeller, Leiterin Competence Center Defence Procurement beim BME.
Den inhaltlichen Auftakt setzte Dr. Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des BDSV, mit einem Plädoyer für den Ausbau industrieller Kapazitäten und die Stärkung des europäischen Verteidigungsstandortes. Besonders gefreut hat es den BME dabei, auf der SMM erstmals auch Dr. Elisabeth Hauschild begrüßen zu können. Die langjährige Diehl-Managerin ist seit dem 1. September Mitglied der BDSV-Geschäftsführung und wird im November die Hauptgeschäftsführung des Verbandes übernehmen.
Im Mittelpunkt des Panels standen vier zentrale Zukunftsthemen: Von resilienten Lieferketten über künstliche Intelligenz bis hin zu datenbasierter Transparenz auf See zog sich ein roter Faden durch alle Beiträge: Europas Verteidigungsfähigkeit entsteht nicht erst auf Werften, in Marinebasen oder Einsatzgebieten, sondern bereits in den vorgelagerten Liefer- und Wertschöpfungsnetzwerken. Malte Witowski (Friesland-Kabel), Nick Thomas (ScotAi), Court Smith (Kpler) und Maximilian Dippold (IntegrityNext) beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven, kamen jedoch zu einem gemeinsamen Ergebnis: Ohne Transparenz, technologische Souveränität und widerstandsfähige Lieferketten wird die sicherheitspolitische Zeitenwende nicht in industrielle Handlungsfähigkeit übersetzt werden können.
Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung von SVI-Connect, der gemeinsam von BME und BDSV entwickelten und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten digitalen Vernetzungsplattform. Olaf Holzgrefe, Head of International Affairs und Head of SVI-Connect, erläuterte, wie die Plattform Einkäufer, Systemhäuser, mittelständische Zulieferer, Start-ups und etablierte Defence-Unternehmen zusammenführt. Ziel ist es, Marktzugänge zu erleichtern, Transparenz über industrielle Fähigkeiten zu schaffen und so die Skalierbarkeit und Resilienz der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie nachhaltig zu stärken.
In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich: Europas Verteidigungsfähigkeit entsteht nicht allein durch höhere Budgets. Entscheidend sind belastbare industrielle Netzwerke, ein leistungsfähiger Mittelstand, digitale Transparenz über Lieferketten hinweg und eine Beschaffung, die sich zunehmend als strategischer Enabler versteht. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Einkauf und Supply Chain Management künftig eine Schlüsselrolle dabei spielen werden, Verteidigungsfähigkeit schneller in reale industrielle Kapazitäten zu übersetzen.
Mit dem Defence Supply Chain Panel hat der BME auf der SMM ein deutliches Signal gesetzt: Die maritime Sicherheits- und Verteidigungsindustrie benötigt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Beschaffung, Industrie, Technologieanbietern und politischen Akteuren. Nur so lassen sich die Voraussetzungen schaffen, um Europas maritime Resilienz und Verteidigungsfähigkeit langfristig zu stärken.
Join the Network: Der BME vernetzt Branche, Lieferanten und Politik im Rahmen einer Präsenz-Fachveranstaltung vom 08. bis 09. Dezember 2026 in Kassel. Ziel ist es, die Defence Readiness Deutschlands durch verbesserte Transparenz und Vernetzung in der Lieferkette weiter zu beschleunigen und die Innovationsführerschaft und Versorgungssicherheit für Streitkräfte und Gesellschaft zu gewährleisten.