01/22/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/22/2026 10:25
Nach kurzen Grußworten werden die Teilnehmer*innen von dort zur Synagoge ziehen.
Bürgermeister Axel Tschersich lädt die Recklinghäuser*innen ein, durch ihre Teilnahme ein sichtbares Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Ausgrenzung zu setzen. "Der Koffermarsch ist ein stilles, aber sehr eindringliches Zeichen des Erinnerns. Wir legen damit ein klares Bekenntnis für Menschlichkeit, Respekt und Demokratie ab", betont Tschersich. Erstmals fand der Koffermarsch im Januar 2023 statt. Damals zogen rund 200 Menschen von der Christuskirche zur Synagoge neben dem Polizeipräsidium.
Initiiert wurde die Veranstaltung mit Unterstützung der Stadt Recklinghausen erstmals vor drei Jahren von der Jüdischen Kultusgemeinde Recklinghausen, den beiden großen christlichen Kirchen sowie der muslimischen Gemeinde an der Dortmunder Straße (VIKZ). Die gemeinsame Organisation unterstreicht den interreligiösen Charakter der Veranstaltung.
Der 27. Januar ist weltweit als Internationaler Holocaust-Gedenktag dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet. Unter dem Motto #WeRemember erinnern Menschen in vielen Ländern an die millionenfachen Verbrechen der NS-Diktatur. So hat sich Bürgermeister Axel Tschersich an einer Social-Media-Aktion beteiligt, zu der der World Jewish Congress (WJC) auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit der UNESCO aufgerufen hatte. Die Kampagne ruft dazu auf, aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft zu schützen.
Die Teilnehmer*innen des Koffermarsches sind aufgerufen, einen Koffer, Kerzen oder ein Schild mit der Aufschrift #WeRemember mitzubringen. Die Koffer stehen symbolisch für das Leid der jüdischen Mitbürger*innen, die von den Nationalsozialisten deportiert wurden und ihre Heimat oft nur mit dem Allernötigsten verlassen konnten. Die meisten von ihnen wurden ermordet und kehrten nicht in ihre Heimatstadt zurück.
Die Route des diesjährigen Koffermarsches führt von der erst im September 2025 eingeweihten Gedenkhaltestelle an der Kemnastraße über die Paulusstraße, Von-Bruchhausen-Straße und den Westerholter Weg zur Synagoge, wo die Veranstaltung mit einem interreligiösen Gedenkgebet fortgesetzt wird. Für den musikalischen Rahmen sorgen Akteur*innen der städtischen Musikschule.
Der 27. Januar hat für Recklinghausen eine besondere symbolische Bedeutung, wurden doch am 27. Januar 1942 laut historischer Aufzeichnungen 85 Menschen jüdischen Glaubens aus Recklinghausen mit einem Sammeltransport ab Gelsenkirchen nach Riga deportiert.
"Erinnerung ist keine Pflichtübung, sondern eine Verantwortung - gerade in einer Zeit, in der antisemitische und demokratiefeindliche Tendenzen wieder lauter werden", so der Bürgermeister. Der Koffermarsch mache deutlich: "Wegsehen ist keine Option. Erinnerung und Haltung gehören zusammen."
Einen festen Platz hat im Gedenken der Stadt auch ein Veranstaltungsformat, das Jahr für Jahr von einer Recklinghäuser Schule gestaltet wird. In diesem Jahr hat die Wolfgang-Borchert-Gesamtschule Projekttage zur Vorbereitung auf den Gedenktag durchgeführt. Die teilnehmenden Klassen und Kurse präsentieren ihre Ergebnisse am 27. Januar. Das Thema lautet: "Nie wieder ist jetzt - Verantwortung in unserer Zeit: Erinnern an den Holocaust und die Verpflichtung für dich, für mich, für alle." Die Wolfgang-Borchert-Gesamtschule ist Mitglied im Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".
Foto (Stadt RE): Bürgermeister Axel Tschersich beteiligt sich an der internationalen Kampagne #WeRemember, die dazu aufruft.