National Data Protection Commission of Luxembourg

09/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/17/2026 06:57

Die CNPD beim Global Forum on the Ethics of AI in Riad: Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zwischen KI-Aufsichtsbehörden

17/09/2026

Am 16. September 2026 nahm Alain Herrmann, Kommissar der CNPD, in Riad am 4. Global Forum on the Ethics of Artificial Intelligence der UNESCO teil. Er sprach im Rahmen der Podiumsdiskussion "The Role of International Collaboration in AI Supervision - with the Global Network of AI Supervisory Authorities (GNAIS)".

Darüber hinaus hat die CNPD gemeinsam mit der Saudi Data & AI Authority (SDAIA) den Ko-Vorsitz des Global Network of AI Supervisory Authorities (GNAIS) inne. In dieser Funktion beteiligt sie sich an den Arbeiten zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit zwischen den für die Aufsicht über künstliche Intelligenz zuständigen Behörden.

Das Global Forum bringt Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, öffentlichen Behörden, internationalen Organisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft zusammen, um Fragen im Zusammenhang mit einer ethischen und verantwortungsvollen Governance künstlicher Intelligenz zu erörtern.

Von der institutionellen zur operativen Zusammenarbeit

Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion stand die Rolle, die die internationale Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden angesichts der Entwicklung von KI-Systemen spielen kann, die zunehmend nationale Grenzen und einzelne Regulierungsrahmen überschreiten.

In seinem Beitrag betonte Alain Herrmann insbesondere, dass sich die internationale Zusammenarbeit nicht auf den institutionellen Austausch oder die Annäherung allgemeiner Grundsätze beschränken darf. Sie muss den Behörden auch ermöglichen, konkrete Kooperationsmechanismen zu entwickeln, Erfahrungen und Ansätze auszutauschen und ihre Maßnahmen bei grenzüberschreitenden Sachverhalten erforderlichenfalls besser zu koordinieren.

Diese Zusammenarbeit gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da die Aufsichtsbehörden in mehreren Rechtsordnungen mit ähnlichen Technologien, Modellen und Akteuren konfrontiert sein können.

Vertrauen zwischen den Behörden aufbauen

Eine der zentralen Botschaften der CNPD während der Podiumsdiskussion betraf die Notwendigkeit, Vertrauen zwischen den Aufsichtsbehörden aufzubauen.

Dieses Vertrauen geht über die Einrichtung von Austauschforen oder den gelegentlichen Informationsaustausch hinaus. Es setzt voraus, dass die Behörden nach und nach die Methoden, Aufsichtsverfahren und Arbeitsstandards ihrer jeweiligen Partnerbehörden kennenlernen.

Dieses gegenseitige Verständnis ist von entscheidender Bedeutung. Es ermöglicht, besser nachzuvollziehen, wie eine andere Behörde zu einer bestimmten Analyse oder Schlussfolgerung gelangt ist, und schrittweise ein hinreichendes Maß an Vertrauen aufzubauen, um sich - soweit die rechtlichen Rahmenbedingungen und die jeweiligen Umstände dies zulassen - auf bestimmte Ergebnisse ihrer Arbeit stützen zu können.

Ein solcher Ansatz kann dazu beitragen, eine systematische Doppelung von Analysen zu vermeiden, die Bearbeitung grenzüberschreitender Fragestellungen zu erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden effizienter zu gestalten. Ziel ist es somit, von einem hauptsächlich auf Informationsaustausch beruhenden Modell zu einer Form der Zusammenarbeit überzugehen, bei der die Behörden ein ausreichendes Verständnis der jeweiligen Methoden entwickeln, um tatsächlich miteinander arbeiten zu können.

Internationale Netzwerke wie das GNAIS können bei dieser Entwicklung eine wichtige Rolle spielen. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass die Behörden die jeweiligen Arbeitsweisen besser kennenlernen, ihre Methoden miteinander vergleichen und schrittweise operatives Vertrauen aufbauen können.

Das GNAIS als Kooperationsplattform für Aufsichtsbehörden

Das Global Network of AI Supervisory Authorities (GNAIS) der UNESCO verfolgt das Ziel, Behörden zusammenzubringen, die in unterschiedlicher Form für die Aufsicht über künstliche Intelligenz zuständig sind, und den Austausch von Erfahrungen, bewährten Verfahren und Fachwissen zwischen verschiedenen Rechtsordnungen zu fördern.

Als Ko-Vorsitzende des GNAIS beteiligt sich die CNPD aktiv an der Ausrichtung und Weiterentwicklung der Arbeiten des Netzwerks. Dieses Engagement steht im Einklang mit dem Bestreben der Kommission, internationale Kooperationsmechanismen zu fördern, die eine kohärentere und effizientere Aufsicht über KI ermöglichen und zugleich die Besonderheiten der verschiedenen Rechtsrahmen berücksichtigen.

Aus Sicht der CNPD geht der Anspruch des GNAIS über die Schaffung eines weiteren Dialogforums für Regulierungsbehörden hinaus. Das Netzwerk kann zu einem besseren gegenseitigen Verständnis der Aufsichtsmethoden und -praktiken beitragen und langfristig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Behörden stärker auf die Arbeitsergebnisse ihrer Partnerbehörden stützen können.

Dieser Ansatz kann eine stärker operativ ausgerichtete Zusammenarbeit fördern, unnötige Doppelarbeit reduzieren und die Bearbeitung von Fragestellungen im Zusammenhang mit KI-Systemen erleichtern, die in mehreren Rechtsordnungen eingesetzt werden.

Eine unverzichtbare internationale Dimension der KI-Aufsicht

Künstliche Intelligenz bringt naturgemäß Herausforderungen mit sich, die über nationale Grenzen hinausgehen. Dieselben Systeme, Modelle oder Dienste können gleichzeitig in zahlreichen Rechtsordnungen eingesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund ist die Fähigkeit der Behörden, zusammenzuarbeiten, ihr Fachwissen auszutauschen und die jeweiligen Ansätze besser zu verstehen, ein wichtiger Faktor für die Entwicklung einer wirksamen, kohärenten und vertrauensbasierten KI-Aufsicht.

Die Teilnahme der CNPD am Global Forum sowie ihre Rolle als Ko-Vorsitzende des GNAIS sind Teil ihres umfassenderen Engagements für eine verantwortungsvolle Governance künstlicher Intelligenz und eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Behörden auf europäischer und internationaler Ebene.

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