06/08/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/08/2026 06:50
Das Weihnachts- und Neujahrshochwasser 2023/24 wird vielen Menschen in Bremen und der Region noch lange in Erinnerung bleiben. Über Tage hinweg führten außergewöhnlich hohe Niederschläge im gesamten Einzugsgebiet von Wümme, Wörpe und Weser zu einer angespannten Hochwasserlage. Zahlreiche Flächen wurden überflutet, Straßen standen unter Wasser und einige Familien mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen. Angst, Unsicherheit und die Sorge vor weiter steigenden Pegeln prägten die Situation. Das extreme Hochwasser hat gezeigt, wie wichtig ein leistungsfähiger Schutz vor Binnenhochwasser ist.
Vor diesem Hintergrund haben sich Umweltsenatorin Henrike Müller und Vertreterinnen und Vertreter des Bremischen Deichverbands am rechten Weserufer mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Lilienthals Bürgermeister Kim Fürwentsches, Hilmer Garbade vom Bremer Bauernverband und dem Ortsamtsleiter Karl-Heinz Bramsiepe am Deichverteidigungsweg Warf-Butendiek getroffen. Bei dem Ortstermin informierten sie über die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und standen für Fragen und den Austausch vor Ort zur Verfügung.
Ein Schwerpunkt des Termins war der neu errichtete Deichverteidigungsweg in Warf-Butendiek. Der Weg sorgt dafür, dass Einsatzkräfte die Deiche im Hochwasserfall schneller und sicherer erreichen können. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Menschen und Flächen hinter dem Deich.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft: "Beim extremen Hochwasser 2023/24 hat unser Deich standgehalten, musste aber an einigen Stellen mit Sandsäcken gesichert werden. Der neu errichtete Deichverteidigungsweg, finanziert durch Bundesmittel und bremische Eigenanteile, steht exemplarisch für weitere Deichverstärkungen. Unser Ziel ist es, Bremen fit zu machen für zukünftige Hochwasserereignisse, die durch den Klimawandel häufiger und intensiver werden."
Kim Fürwentsches, Bürgermeister der Gemeinde Lilienthal: "Das Weihnachtshochwasser 2023/24 hat deutlich gemacht, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit über Verwaltungs- und Landesgrenzen hinweg ist. Hochwasser macht nicht an Grenzen halt. Umso mehr freue ich mich darüber, dass sich der Austausch zwischen Bremen und der Gemeinde Lilienthal in den vergangenen Jahren spürbar intensiviert und verstetigt hat. Auch in Lilienthal haben wir zahlreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt und arbeiten weiterhin intensiv an dem Thema. Der gemeinsame Blick auf Herausforderungen und Lösungen ist dabei ein wichtiger Baustein für einen wirksamen Schutz der Menschen in unserer Region."
Wilfried Döscher, Deichhauptmann am rechten Weserufer: "Wir haben die Lehren aus dem Hochwasser unmittelbar gezogen und umgehend begonnen, Gegenmaßnahmen gegen die Schwachstellen, die das Wasser hier offengelegt hat, einzuleiten. Dazu gehört einerseits, dass wir den Deich sofort verstärkt haben, damit er das anstehende Wasser länger abhalten kann. Außerdem haben wir die Erreichbarkeit des Deiches durch den Deichverteidigungsweg deutlich verbessert, sodass wir das benötigte Material problemlos herantransportieren können. Unser Ziel ist es, jederzeit handlungsfähig zu sein."
Außerdem informierten Senatorin Müller und Deichverband über weitere geplante Maßnahmen zum Binnenhochwasserschutz. So werden Deiche und Hochwasserschutzanlagen überprüft und dort modernisiert, wo Handlungsbedarf besteht. Auch die Entwässerungsanlagen wie Siel- und Schöpfwerke sollen weiterentwickelt werden, damit Wasser bei Hochwasserlagen künftig noch besser abgeführt werden kann.
Ein weiteres Augenmerk gilt auch der Nutria-Problematik: Die aus Südamerika stammenden Nagetiere stellen durch ihre Grabtätigkeit eine Gefahr für die Stabilität der Deiche dar. Um die Deichsicherheit nachhaltig zu gewährleisten, hat das Land Bremen die Nutria in das Jagdrecht aufgenommen und ermöglicht so eine gezielte Bejagung. Durch diese Maßnahme wird die Populationsentwicklung der Nutria eingedämmt und der Hochwasserschutz weiter gestärkt.
Für die Umsetzung der Hochwasserschutz-Maßnahmen stehen in den Jahren 2026 bis 2029 rund 2,74 Millionen Euro zur Verfügung, davon rund 1,49 Millionen Euro aus Bundesmitteln.
Mit den geplanten Investitionen zieht Bremen Konsequenzen aus den Erfahrungen des Hochwassers 2023/24 und stärkt den Schutz von Menschen, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen vor künftigen Extremwetterereignissen.
Der Bremer Senat sowie die Deputation für Umwelt, Klima und Landwirtschaft hatten die entsprechende Vorlage in der vergangenen Woche beschlossen und damit den Weg für die Umsetzung der weiteren Maßnahmen freigemacht.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Ina Schulze, Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Tel.: (0421) 361-96 269, E-Mail: [email protected]