09/11/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/11/2026 00:51
Bremen setzt bei der Vermittlung von Künstlicher Intelligenz auf einen verbindlichen Ausbau der Informatik und eine frühzeitige Stärkung der Medienkompetenz. KI wird künftig als Bestandteil des Fachs Informatik in der Sekundarstufe I vermittelt. Nach der Pilotierung im aktuell laufenden Schuljahr 2026/27 wird das Fach verteilt über drei Jahre flächendeckend im Land Bremen eingeführt.
Kinder- und Bildungssenator Mark Rackles betont: "Kinder und Jugendliche müssen früh lernen, sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Medienpädagogik und Informatik schaffen dafür wichtige Grundlagen. Gerade bei Künstlicher Intelligenz geht es darum, Kompetenzen aufzubauen, damit Schülerinnen und Schüler digitale Technologien nicht nur nutzen, sondern verstehen, hinterfragen und verantwortungsvoll einsetzen können."
Das Fach Informatik soll in der Sekundarstufe I zunächst in den Jahrgängen 8 und 9 oder 9 und 10 eingeführt werden. Grundlage ist ein neuer Bildungsplan für Informatik in der Sekundarstufe I, der sich derzeit in der Überprüfung und Pilotierung befindet. Er wird zurzeit von neun Schulen in Bremen und Bremerhaven pilotiert (Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, Hermann-Böse-Gymnasium, Kippenberg-Gymnasium, Oberschule Helsinkistraße, Oberschule an der Schaumburger Straße, Oberschule an der Julius-Brecht-Allee, Oberschule Findorff, Humboldtschule Bremerhaven, St.-Johannis-Schule). Der Bildungsplan umfasst zwei verpflichtende Unterrichtsstunden. Bei Interesse können Schulen zum Beispiel im Wahlpflichtbereich zwei weitere Stunden anbieten.
Künstliche Intelligenz wird dabei ausdrücklich als Unterrichtsthema verankert. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler nicht nur zur Anwendung digitaler Technologien zu befähigen, sondern ihnen ein kritisches Verständnis für deren Funktionsweise und gesellschaftliche Auswirkungen zu vermitteln.
Ein zentrales Instrument des Bremer Ansatzes ist der seit Juni 2025 landesweit lizenzierte KI-Chatbot AIS.chat. Die DSGVO-konforme Anwendung steht den öffentlichen Schulen unabhängig von der Schulform zur Verfügung. Lehrkräfte können damit eigene didaktisch strukturierte Lernszenarien und Dialogpartner entwickeln, die Schülerinnen und Schüler schrittweise durch Aufgaben führen. So soll sowohl das Lernen über KI als auch das Lernen mit KI ermöglicht werden.
Bremen verankert den verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz zudem in der digitalen Schul- und Unterrichtsentwicklung. Das "Qualitätsmodul Bildung in der digitalen Welt" bildet hierfür den verbindlichen Rahmen. Parallel werden die KI- und Medienkompetenzen von Schülerinnen und Schülern sowie die Qualifikation der Lehrkräfte systematisch weiterentwickelt. Der Senator für Kinder und Bildung und das Landesinstitut für Schule (LIS) bieten bereits Fortbildungen zu KI-Grundlagen, praktischer Anwendung, Ethik, Datenschutz und dem reflektierten Einsatz von KI im Unterricht an.
Mit der Qualifizierungsreihe "Digital Leadership" werden darüber hinaus Schulleitungen und schulische Führungsteams dabei unterstützt, digitale Transformationsprozesse strategisch zu gestalten.
Der Informatikunterricht bereitet Bremer Schülerinnen und Schüler sowohl auf die weitere berufliche Ausbildung als auch auf die gymnasiale Oberstufe vor. Neben dem Programmieren von Algorithmen und der Beschäftigung mit gesellschaftlichen Themen (neben KI spielen auch Datenschutz und Digitalisierung in der Arbeitswelt eine Rolle) sind auch praktische Phasen vorgesehen, in denen Schülerinnen und Schüler beispielsweise Roboter programmieren oder sich mit einem 3D-Drucker befassen.
Ansprechpartnerin für die Medien:
Patricia Brandt, Pressesprecherin beim Senator für Kinder und Bildung, Tel.: (0421) 361-2853, E-Mail: [email protected]