In der britischen Grafschaft Kent wurde ein durch Meningokokken der Gruppe B verursachter Ausbruch von Meningitis gemeldet. Die zuständigen Gesundheitsbehörden untersuchen den Ausbruch und reagieren umfassend mit der Bereitstellung von Antibiotika für Personen mit potenzieller oder bekannter Infektion sowie einem gezielten Impfprogramm mit Meningokokken-B-Impfstoff (MenB-Impfung).
Die Übertragung von Meningokokken-Bakterien, die zu einer Hirnhautentzündung führen können, erfordert einen längeren und engen Kontakt. Daher sind Ausbrüche selten, kommen aber unter besonderen Risikobedingungen, etwa in überfüllten Räumen, häufiger vor. Die Symptome - Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife, Lichtempfindlichkeit, Erbrechen, Verwirrung und Hautausschlag - können sich schnell verschlimmern. Deshalb kommt es entscheidend auf eine frühzeitige Diagnose und Behandlung mit Antibiotika an. Wer den Verdacht hat, an Meningitis erkrankt zu sein, sollte sofort einen Arzt aufsuchen.
Impfstoffe zur Verhinderung einer Infektion mit mehreren Gruppen von Meningokokken-Bakterien sind seit vielen Jahren verfügbar, aber es gibt derzeit keinen einzigen Impfstoff, der gegen alle schützt. Die britische Gesundheitssicherheitsbehörde (UKHSA) erinnert daher Jugendliche und Erwachsene, denen die MenB-Impfung angeboten wird, daran, warum sie so wichtig ist, selbst wenn sie bereits gegen Meningokokken geimpft wurden. Dr. Vanessa Saliba, beratende Epidemiologin bei der UKHSA, erklärt: "Jugendlichen im Vereinigten Königreich wird routinemäßig eine Impfung gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y angeboten, aber dieser Impfstoff schützt sie nicht gegen MenB. Selbst wenn jemand in der Schule geimpft wurde, braucht er also noch zwei Dosen des MenB-Impfstoffs, um über den während dieses Ausbruchs so wichtigen Schutz zu verfügen. Es gibt zahlreiche Meningokokken-Stämme, doch die verfügbaren Impfstoffe wirken nicht gegen sie alle. Daher ist es nach wie vor extrem wichtig, dass die Anzeichen und Symptome einer invasiven Meningokokken-Erkrankung erkannt werden. Frühzeitige Erkennung und Behandlung können Leben retten."
Die aktuellen Empfehlungen der WHO für die Meningokokken-Impfung beziehen sich speziell auf die Länder Afrikas südlich der Sahara, wo die durch diese Bakterien verursachte Krankheitslast am höchsten ist. Globale Empfehlungen werden für das kommende Jahr erwartet.
Die WHO unterstützt die Länder bei der Bekämpfung der Meningitis als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. Die WHO verfolgt die Situation im Vereinigten Königreich aufmerksam, steht in Kontakt mit den dortigen Gesundheitsbehörden und ist bereit, bei Bedarf Unterstützung zu leisten. Mit der Initiative "Meningitis bis 2030 besiegen: ein globaler Fahrplan" wollen die WHO und ihre Partnerorganisationen Epidemien der bakteriellen Meningitis beseitigen, die Zahl der Erkrankungen an und Todesfälle durch impfpräventable Meningitis verringern, die Zahl der Behinderungen senken und die Lebensqualität nach einer Erkrankung verbessern.
WHO/Europa veranstaltet am 28. und 29. April 2026 einen Workshop, der einer Bestandsaufnahme der Fortschritte bei der Umsetzung des Fahrplans in der Europäischen Region der WHO sowie einer Bilanz in Bezug auf die regionsweiten Prioritäten, die Krankheitslast und den Stand der Einführung des Impfstoffs dient. Zu den Teilnehmern gehören Vertreter der nationalen Impfprogramme, der epidemiologischen Abteilungen der nationalen Gesundheitszentren, der nationalen bakteriologischen Referenzlabore und der technischen Beratungsgruppen der Länder für Impfmaßnahmen.