Bundesland Sachsen-Anhalt

06/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/30/2026 06:30

Zuwanderung und Integration: Kabinett berät Abschlussbericht „Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland“

In der heutigen Kabinettssitzung wurde der Abschlussbericht "Sachsen-Anhalt: Vom Transit- zum Bleibeland" - Monitoring und Evaluation der Zuwanderungs- und Integrationsprozesse (2023 - 2025) vorgestellt. Der Bericht zeigt, dass Sachsen-Anhalt bei der Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt hat.

Auch wenn Sachsen-Anhalt mit einem Migrationsanteil von 11,2 Prozent im bundesweiten Vergleich (30,4 Prozent) ein vergleichsweise migrationsarmes Land ist, bietet Zuwanderung eine enorme Chance, die es aus demographischen wie wirtschaftlichen Gründen zu nutzen gilt. Menschen mit Migrationsgeschichte sind deutlich jünger als die Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte und tragen damit zur demografischen Stabilisierung und zur Fachkräftesicherung des Landes bei. Der Anteil der über 65-Jährigen liegt bei Zugewanderten bei 8,9 Prozent. Demgegenüber stehen knapp 30 Prozent in der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte. Dies schlägt sich zunehmend in der Arbeitsmarktstatistik nieder: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten ausländischen Arbeitskräfte ist von 62.860 im Jahr 2024 auf 71.822 im November 2025 gestiegen. Auch bei Geflüchteten zeigen sich deutliche Integrationsfortschritte: Mit Stand November 2025 sind rund 7.433 Ukrainerinnen und Ukrainer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Aus den wichtigsten Asylherkunftsländern sind rund 12.878 (November 2025) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zu verzeichnen. Dass im laufenden Ausbildungsjahr unter den insgesamt 35.602 Auszubildenden bereits 3.935 ausländische Jugendliche sind, zeigt das große Fachkräftepotenzial unter Zugewanderten. "Aus Zugewanderten und Geflüchteten werden Kolleginnen und Kollegen. Migrantinnen und Migranten leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Fachkräftesicherung in Sachsen-Anhalt", sagte Ministerin Petra Grimm-Benne.

Doch wie attraktiv ist Sachsen-Anhalt für Geflüchtete? Menschen mit Migrationsgeschichte bewerten das Integrationsklima in Sachsen-Anhalt zunehmend positiver. Gleichzeitig ist bei der Bevölkerung ohne Migrationsgeschichte ein deutlicher Rückgang der Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt festzustellen. Ministerin Grimm-Benne sagte mit Blick auf die Daten des Berichts: "Vorurteile weichen, wenn sich Menschen als Menschen begegnen und miteinander statt übereinander sprechen. Persönliche Kontakte, insbesondere am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts."

Auch wenn die Wanderungsabsichten der in Sachsen-Anhalt lebenden Zugewanderten in andere Bundesländer mit 17,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 12,5 Prozent liegen, möchten dennoch rund zwei Drittel dauerhaft in Sachsen-Anhalt bleiben. Dies zeigt, dass weiterhin ein erhebliches Potenzial besteht, Menschen langfristig an Sachsen-Anhalt zu binden. Zugleich macht der Bericht deutlich, dass Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen sowie eine als unzureichend empfundene Willkommenskultur dazu führen, dass Menschen wieder abwandern wollen. Mehr als 80 Prozent der Personen mit starken Benachteiligungserfahrungen äußern konkrete Abwanderungsabsichten.

"Immer mehr Zugewanderte und Geflüchtete sehen in Sachsen-Anhalt ihre neue Heimat, wo sie Wurzeln schlagen wollen. Es bleibt aber noch viel zu tun, um Sachsen-Anhalt als attraktives Zuwanderungsland zu profilieren. Eine im Alltag gelebte Willkommenskultur und gesellschaftliche Offenheit sind entscheidend, um Fachkräfte und ihre Familien langfristig an unser Land zu binden. Ein Klima der Ausgrenzung hemmt hingegen die Entwicklung vom Transit- zum Bleibeland", erklärte die Ministerin.

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