WHO - World Health Organization Regional Office for Europe

02/12/2026 | Press release | Archived content

„Plötzlich lächelte er. In dem Augenblick waren wir wieder wirklich glücklich“: Heilung von Kinderkrebs in Usbekistan

Bevor Muhammadkhoja sieben Jahre alt wurde und in die Schule kam, begannen seine Beine zu zittern, und seine Familie machte sich Sorgen. Es war der Beginn ihres langen Kampfes gegen den Kinderkrebs.

Ein neues Video von WHO/Europa folgt Muhammadkhojas schwieriger Genesung und beleuchtet das usbekische System zur Behandlung von Kinderkrebs mit qualitätsgesicherten, wirksamen Medikamenten, das von der Globalen Initiative der WHO zur Bekämpfung von Krebs im Kindesalter (GICC) und der Globalen Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder unterstützt wird.

Eine MRT, die alles veränderte

"Irgendwann konnte Muhammadkhoja nicht einmal mehr die Treppe hinaufgehen. Wir dachten, er sei nur müde wegen der Hitze. Er wurde schwach und verlor viel Gewicht. Wir dachten, es seien Würmer. Wir haben ihn fünf Tage lang gegen Würmer behandeln lassen. Dann sagte der Arzt, die Würmer seien weg. Aber mit dem Gehen wurde es noch schlechter", erinnert sich seine Mutter.

Innerhalb weniger Tage bestätigten die Ärzte einen großen Hirntumor und empfahlen eine umgehende Operation. Die Familie musste entscheiden, wo ihr Sohn behandelt werden sollte. Medizinische Zentren im Ausland boten ihre Hilfe an, und nachdem Bekannte eine Unterkunft während der Operation und der Rehabilitationsphase angeboten hatten, entschied sich die Familie für eine Operation im Ausland.

Die Operation dauerte zweieinhalb Stunden. "Er hat 20 Tage lang nicht gesprochen", erzählt seine Mutter. "Er hat nicht gelächelt. Er hatte Angst vor dem Gehen."

Doch dann, kurz vor seiner Heimkehr, während eines Online-Gesprächs mit Verwandten, lächelte er plötzlich.

"In dem Augenblick waren wir wieder wirklich glücklich", erinnert sich seine Mutter.

Heute ist Muhammadkhoja auf dem Weg der Besserung. Nach der Operation kehrte er nach Hause zurück und absolvierte in Usbekistan die Strahlen- und Chemotherapie. Seine Behandlung erfolgte nach einem strukturierten internationalen Protokoll.

Muhammadkhojas Geschichte steht im Mittelpunkt eines neuen Videos von WHO/Europa, in dem gezeigt wird, wie Usbekistan sein System zur Behandlung von Kinderkrebs stärkt und wie dieses System Kindern wie ihm hilft.

Krebs im Kindesalter ist anders - und heilbar

Die Krebsarten, die im Kindesalter auftreten, unterscheiden sich erheblich von denen im Erwachsenenalter. Krebserkrankungen im Kindesalter sind eng mit genetischen Faktoren verknüpft und stehen anders als viele Krebserkrankungen bei Erwachsenen nicht in direktem Zusammenhang mit Lebensgewohnheiten oder umweltbedingten Risikofaktoren wie Tabak- und Alkoholkonsum oder ungesunder Ernährung.

Kinderkrebs kann nicht verhindert, aber geheilt werden.

Heute sind die meisten Krebserkrankungen von Kindern bei frühzeitiger Diagnose und angemessener Behandlung heilbar. Dennoch variieren die Überlebensraten innerhalb der Europäischen Region der WHO und auch weltweit dramatisch. In gut ausgestatteten Gesundheitssystemen liegt die Überlebensrate bei über 80 %. Wo dagegen die Diagnose verzögert wird, der Zugang zu Medikamenten begrenzt ist und die Gesundheitssysteme nicht für eine komplexe Krebsbehandlung gerüstet sind, können die Überlebensraten unter 30 % liegen.

Die richtigen Konzepte und eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gesundheitssystemen können hier viel bewirken.

Um die Prävalenz von Krebs im Kindesalter zu verringern, brauchen die Länder schnelle Diagnosewege, entsprechend ausgebildete Fachärzte für pädiatrische Onkologie, aktuelle Behandlungsprotokolle, Kontinuität in der Versorgung und einen zuverlässigen Zugang zu qualitätsgesicherten Arzneimitteln.

Usbekistan hat an der Stärkung jeder dieser Säulen gearbeitet.

Aufbau eines Systems, das Leben rettet

Usbekistan gehört zu den Schwerpunktländern der GICC, und 2024 trat es der Globalen Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder bei.

Durch Partnerschaften zwischen der WHO, dem St. Jude Children's Research Hospital, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation und den nationalen Behörden baut das Land ein robusteres, nachhaltiges System zur Behandlung von Kinderkrebs auf.

WHO/Europa arbeitet in enger Abstimmung mit dem usbekischen Gesundheitsministerium darauf hin, die Behandlungsprotokolle zu verbessern und sie an internationale Standards anzupassen und so ein System zu schaffen, das für jedes Kind funktioniert.

Muhammadkhojas Familie musste zum Zeitpunkt der Operation ins Ausland reisen, aber in Zukunft soll sichergestellt werden, dass die Kinder in Usbekistan näher an ihrem Wohnort eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten.

WHO - World Health Organization Regional Office for Europe published this content on February 12, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on March 11, 2026 at 21:10 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]