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04/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/10/2026 06:47

Bundesministerin Bauer: Zivildienst als tragende Säule unseres Sozialsystems sicherstellen

10. April 2026 Bundesministerin Bauer: Zivildienst als tragende Säule unseres Sozialsystems sicherstellen

Präsentation der aktuellen Zivildienstzahlen für das 1. Quartal 2026

"Der Zivildienst ist eine tragende Säule unseres Sozialsystems und spielt daher eine ganz zentrale Rolle in Österreich", so Bundesministerin Claudia Bauer bei der Präsentation der aktuellen Zivildienstzahlen für das 1. Quartal 2026 im Bundeskanzleramt. Gemeinsam mit dem Leiter der Zivildienstserviceagentur, Ferdinand Mayer, informierte die für den Zivildienst zuständige Ministerin über die derzeitige Situation und gab einen Ausblick auf zu erwartende Entwicklungen im Bereich des Zivildienstes. Bauer betonte dabei, dass die Zukunftsfähigkeit des Zivildienstes entscheidend sei, um den künftig noch steigenden Bedarf an Hilfe zu decken.

Erfreulich sei, so Bauer, dass sich seit Jänner 2026 "fast 500 mehr junge Männer für den Zivildienst entschieden haben als im Vergleichsquartal 2025". Dies entspreche einem Plus von 11 Prozent bei den Zivildienst-Erklärungen gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres. "Das ist natürlich ein extrem starkes Zeichen. Es zeigt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen."

8,2 Prozent weniger Zivildienstleistende im 1. Quartal 2026 - Bedarfsdeckung von 88,8 Prozent

Der Leiter der Zivildienstserviceagentur, Ferdinand Mayer, informierte über den Rückgang sowohl bei Zivildienstleistenden wie auch beim Bedarf im 1. Quartal 2026: Die Zuweisungen durch die Zivildienstserviceagentur umfasste 2.792 Zivildienstleistende. Das ist um 8,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. "Der von den Einrichtungen gemeldete Bedarf ging aber auch etwas zurück, nämlich um 6,4 Prozent", so Mayer. Es seien im 1. Quartal 3.144 Bedarfsplätze gemeldet worden. Die Bedarfsdeckung lag im 1. Quartal bei 88,8 Prozent. "Das ist etwas weniger als im letzten Jahr", betonte der Agenturleiter.

Im Rankingder Bundesländer lag Oberösterreich bei der Bedarfsdeckung an der Spitze, gefolgt von Niederösterreich. Salzburg, Kärnten und das Burgenland bildeten das Schlusslicht im Ranking. Die Ursache für die geringere Bedarfsdeckung liege an den geburtenschwachen Jahrgängen. Zudem werde auch der Anteil an untauglichen Personen immer höher, erklärte Mayer. Die Bereiche, in denen die Zivildienstleistenden eingesetzt werden, seien annähernd gleichgeblieben: Das Rettungswesen steht hier mit rund 42 Prozent an erster Stelle, gefolgt von der Sozial- und Behindertenhilfe mit 23,5 Prozent und der Altenbetreuung mit rund 23 Prozent.

Druck auf das System steigt aufgrund der demografischen Entwicklung

Bundesministerin Bauer hob angesichts der aktuellen Zahlen bei der Bedarfsdeckung hervor, dass der Druck auf das System aufgrund der demografischen Entwicklung noch weiter zunehmen werde. Die Anzahl der Wehrpflichtigen sei deutlich gesunken und dieser Trend setze sich fort. Den niedrigeren Geburtenzahlen und schwächeren Jahrgängen an Stellungspflichtigen stehe einem wachsenden Bevölkerungsanteil an älteren Menschen gegenüber. Es steige der Bedarf an Unterstützung im Rettungswesen, in der Pflege, aber auch in der Betreuung. "Wir wissen, wie viele Stellungspflichtige es im Jahr 2040 geben wird", so Bauer. Bei einem ähnlichen Verhältnis zwischen Wehr- und Zivildienst würden ab 2040 jedes Jahr rund 4.000 Zivildiener fehlen.

"Wir steuern also auf eine Situation zu, in der immer weniger Helfer da sind und gleichzeitig aber immer mehr Hilfe gebraucht wird. Das bestätigt auch der neueste Zivildienstbericht, der kommende Woche im Parlament vorgelegt wird. Aufgrund dieser demografischen Realität plädiere ich für eine Verlängerung des Zivildienstes auf maximal zwölf Monate, wenn der Grundwehrdienst auch verlängert wird. Es geht um die zentrale Frage, wie wir die tragende Säule Zivildienst aufrechterhalten können. Es geht darum, ob wir in Zukunft auch genug helfende Hände für die Profis in der Pflege und im Sozialbereich haben."
Bundesministerin Claudia Bauer

Zivildiener des Jahres gesucht

Abschließend rief die Ministerin wieder dazu auf, Vorschläge für die Auszeichnung der Zivildiener des Jahres einzubringen. Nominierungen können von Vorgesetzten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Einrichtungen und von allen Menschen eingesendet werden, die herausragende Leistungen von Zivildienstleistenden aufzeigen oder sich für diese bedanken möchten. Nominiert werden können Zivildiener, die ihren Dienst in den Jahren 2025 oder 2026 geleistet haben oder leisten.

"Wir suchen jedes Jahr die Zivildiener des Jahres in allen Bundesländern. Ich darf an die Einrichtungen appellieren, dass sie ehemalige oder aktuelle Zivildiener melden, die sich besonders engagiert haben. Wir wollen sie vor den Vorhang holen, denn der Zivildienst ist mehr als ein Pflichtdienst. Es ist ein Dienst am Menschen. Es ist ein Dienst für Österreich."
Bundesministerin Claudia Bauer

Nähere Informationen zum aktuellen Aufruf "Zivildiener des Jahres" sind zu finden unter:

Zivildiener des Jahres - Zivildienstserviceagentur

Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts https://fotoservice.bundeskanzleramt.at kostenfrei abrufbar.

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