05/10/2026 | Press release | Archived content
Kulturstaatssekretär Tobias Dünow hat heute in Senftenberg/Zły Komorow (Oberspreewald-Lausitz/Górne Błota-Łužyca) an einem Rundgang in der Bergbaufolgelandschaft am Senftenberger See als Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung "Natur und deutsche Geschichte. Glaube - Biologie - Macht" des Deutschen Historischen Museums, teilgenommen:
"Von Hildegard von Bingens Grünkraft, über die Kartoffel als Synonym des Deutschen bis zur Landschaftsverwertung zum Zwecke der Energiegewinnung in der ehemaligen DDR - das Deutsche Historische Museum Berlin zeigt gerade in einer klugen Ausstellung, wie Natur und deutsche Geschichte zusammenhängen. Und anstatt dieses Verhältnis nur in den geschützten Räumen des Museums zu zeigen, geht das DHM raus und macht Zusammenhänge dadurch noch sicht- und greifbarer. Das zwei der fünf Außer-Haus-Angebote im Land Brandenburg stattfinden, ist angesichts des Themas nur folgerichtig - freut mich als Brandenburger Kulturstaatssekretär aber natürlich sehr. Und selbstverständlich gibt es für Berlinerinnen und Berliner, vor allem aber für Einrichtungen aus unserer Hauptstadt, noch unendlich viel mehr zu entdecken."
Die Ausstellung "Natur und deutsche Geschichte. Glaube - Biologie - Macht" des Deutschen Historischen Museums (DHM) verhandelt Beispiele aus 800 Jahren deutscher Geschichte: Von Hildegard von Bingens Begriff der "viriditas", der grünen Schöpferkraft, im 12. Jahrhundert bis zu der frühen Anti-Atomkraft-Bewegung in Wyhl und den unterschiedlichen Naturkonzepten in beiden Deutschlands im späten 20. Jahrhundert. Die Vereinnahmung des angeblich Natürlichen war eine der ideologischen Grundlagen für die NS-Diktatur, die sowohl die "äußere" als auch die "innere" Natur mit einer Unzahl von Gesetzen in ihre Definitionsmacht und Gewalt bringen wollte. Die Ausstellung nimmt die sich wandelnde Bedeutung und Begrifflichkeit von "Natur" in den Blick und arbeitet sie als politischen Faktor in der deutschen Geschichte heraus.