01/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/30/2026 02:32
Seit zwei Jahren bietet das KI-Produktionsnetzwerk an der Universität Augsburg mit dem "KI-Zusatzzertifikat für Auszubildende" jungen Menschen aus Industrie und Handwerk einen ersten Kontakt zum Thema "KI in der Produktion". Nun überzeugte der deutschlandweit einzigartige Zertifikats-Kurs eine unabhängige Fachjury, und wurde am 27. Januar vom Bundesinstitut für Berufsbildung mit dem Hermann-Schmidt-Preis 2025 ausgezeichnet. Der Preis steht 2025 unter dem Thema "Künstliche Intelligenz (KI) in der beruflichen Bildung - Innovationen für Aus- und Weiterbildung" und ist mit 3.000 Euro dotiert.
Dr. Marietta Menner, Leiterin des KI-Bildungsprogramms am Centre for Future Production sowie am KI-Produktionsnetzwerk der Universität Augsburg, freut sich über den Preis: "Als Universität verstehen wir Bildung als gesellschaftliche Verantwortung, nicht nur für Studierende, sondern auch für die Fachkräfte von morgen. Mit unserem KI-Zertifikat für Auszubildende schlagen wir eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Wir bringen neueste Erkenntnisse aus der Forschung direkt in die Unternehmen und stärken so die digitale Kompetenz in der Ausbildung. Gemeinsam mit Partnern wie der IHK Schwaben und der HWK für Schwaben zeigen wir, wie Kooperation Innovation ermöglicht."
Das KI-Zusatzzertifikat für Auszubildende wurde gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Schwaben und der Handwerkskammer für Schwaben entwickelt und startete im Frühjahr 2024 in den Regelbetrieb. Bislang nahmen bereits knapp 500 Auszubildende aus 164 unterschiedlichen Unternehmen teil - ein großer Erfolg, den die Jury mit der Auszeichnung würdigt.
"Die Auszubildenden erleben in den Lehrgängen, dass KI nicht abstrakt oder kompliziert sein muss, sondern ihnen im Arbeitsalltag ganz konkret hilft. Diese frühe Praxiserfahrung stärkt ihr Selbstvertrauen und macht sie zu aktiven Gestaltern der digitalen Transformation. Genau diese Motivation brauchen unsere Unternehmen", erklärt Dr. Christian Fischer, stv. Leiter Bereich Berufliche Bildung IHK Schwaben, im Rahmen der Preisverleihung. Volker Zimmermann (stv. Hauptgeschäftsführer HWK für Schwaben), ergänzt: "KI bietet auch dem Handwerk große Chancen, von der Kundenkommunikation über Planung und Organisation bis zur Produktion und Fertigung. Die jungen Menschen, die mit dem Zertifikat grundlegende KI-Kompetenzen erwerben, werden in ihren Ausbildungsbetrieben dadurch zu wichtigen Unterstützern bei der Entwicklung von Anwendungsmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz."
Der Kurs startet jeweils mit einem interaktiv gestalteten Online-Teil, in welchem die Auszubildenden Grundlagen der Künstlichen Intelligenz mit besonderem Bezug zur Produktion erlernen. Nach erfolgreichem Abschluss des integrierten Wissenstests folgen zwei Praxistage an der Universität Augsburg in der speziell für das Zertifikat konzipierten KI-Lernumgebung.
Mit dem seit 1996 verliehenen Hermann-Schmidt-Preis hat sich das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) das Ziel gesetzt, auf innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis aufmerksam zu machen, diese zu fördern und als gute Beispiele zur Nachahmung zu empfehlen. Namensgeber ist der frühere Präsident des BIBB, Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Institut von 1977 bis 1997 leitete. Die Preisverleihung fand vor mehr als 150 Teilnehmenden aus Politik, Wissenschaft und Praxis am 27. Januar 2026 auf der Bildungskonferenz "Zukunft gestalten: Künstliche Intelligenz in der beruflichen Bildung" im BIBB in Bonn statt.