Johannes Gutenberg-Universität Mainz

04/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/02/2026 05:16

IT-Hardware für Odessa: Uni Mainz spendet 50 Rechner für zwei Universitäten in der ukrainischen Partnerstadt von Mainz

Stationäre PCs aus Altbeständen der JGU als Backup der IT-Infrastruktur der Polytechnischen Universität und der Nationalen Universität I. I. Mechnikov in Odessa

02.04.2026

Im Januar 2026 war eine Delegation aus der ukrainischen Hafenstadt Odessa, seit gut einem Jahr Partnerstadt der Landeshauptstadt am Rhein, zu Gast in Mainz. Bevor es beim Besuch bei Oberbürgermeister Nino Haase im Stadthaus um die aktuelle Lage in Odessa und die weitere Vertiefung der Städtepartnerschaft ging, besuchte die ukrainische Delegation von der Polytechnischen Universität in Odessa den Gutenberg-Campus. Im vertrauensvollen Gespräch mit Prof. Dr. Stephan Jolie, Vizepräsident für Studium und Lehre der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), und einer Reihe weiterer Vertreter*innen der JGU wurde unter anderem über Kooperationsmöglichkeiten in Lehre und Forschung gesprochen. Die Gäste berichteten zudem sehr eindrucksvoll von Begleiterscheinungen des Krieges, die es normalerweise nicht in die Schlagzeilen schaffen: Wenn bei Angriffen Fensterscheiben und sonstige Glasflächen zerspringen, entsteht feiner Glasstaub. Dieser hält sich trotz intensiver Aufräumarbeiten und Reinigung über viele Wochen in den Gebäuden und wird nach und nach von den Lüftern von Laptops und stationären PCs eingesaugt, die dann - deutlich zeitverzögert - kaputtgehen. Ähnliches berichteten auch Vertreter der Nationalen Universität I. I. Mechnikov aus Odessa in einem Online-Treffen mit Kolleg*innen der JGU, bei dem es ebenfalls um die Anbahnung von Kooperationen zwischen den Universitäten ging.

Vor dem Hintergrund dieser Schilderungen kam die Idee auf, dass aus der aktuellen Nutzung genommene ältere Geräte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hier eine Unterstützung bieten könnten - als Backup für die IT-Infrastruktur der Polytechnischen Universität und der Nationalen Universität I. I. Mechnikov in Odessa. Nach Prüfung der Altbestand-PCs im Zentrum für Datenverarbeitung (ZDV), dem Rechenzentrum der JGU, stand fest, dass insgesamt 50 stationäre Rechner für eine Weiterverwertung in der Ukraine abgegeben werden können. "Wir freuen uns sehr, dass wir die Universitäten in Odessa auf diesem Wege ganz praktisch und unbürokratisch unterstützen können", so JGU-Vizepräsident Prof. Dr. Stephan Jolie. "Die eindrückliche Schilderung der Lage in der Ukraine, der ehrliche Einblick in den Alltag von Studium und Lehre in einem Land im Kriegszustand - das ist nochmal etwas ganz anderes als die tagtäglichen schrecklichen News im Nachrichtenticker zu lesen." Über die aktuelle PC-Spende hinaus wollen die Polytechnische Universität Odessa und die JGU zeitnah ein Memorandum of Understanding aufsetzen und erste gemeinsame Aktivitäten und Projekte planen.

Hand in Hand für die Unterstützung der Menschen in der Ukraine

Der Transport der PCs in die Ukraine wird federführend von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft (DUG-WW) mit Unterstützung des Ukrainischen Vereins Mainz e.V. und des Städtepartnerschaftsvereins Mainz - Odessa e.V. sowie der Stadt Mainz organisiert - mit einem Transporter, der aus privaten Spendenmitteln gebraucht gekauft und zur Überführung in die Ukraine bereitgestellt wurde. Vor Ort wird der Transporter dann einer Minenräumeinheit zur Verfügung gestellt. "Aus unseren vielfältigen Kontakten in die Ukraine wissen wir, dass die Menschen dort in ihrem täglichen Abwehrkampf gegen die russischen Aggressoren auf unsere Hilfe dringend angewiesen sind", berichtet Lukas Augustin, Präsident der DUG-WW. "Daher steht im Zentrum unserer Bemühungen immer die Organisation von konkreten Hilfslieferungen in alle Regionen der Ukraine."

Auch Oberbürgermeister Nino Haase freut sich sehr über die vielen Spendeninitiativen aus Mainz: "Feuerwehrautos, Generatoren, Rechner, Transporter - dies sind ganz konkrete und spürbare Hilfen, um die Folgen des Krieges zu mildern. Zugleich sind sie klare Zeichen der Solidarität von Mainz an seine Partnerstadt Odessa. Wir rufen immer wieder in Erinnerung: Dieser Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht. Wir stehen weiter an der Seite der Opfer dieses schrecklichen Krieges."

Spendenaktion für humanitäre Zwecke in der Ukraine

Bürgerinnen und Bürger, die helfen und humanitäre Zwecke in der Ukraine unterstützen möchten, können sich an der laufenden Spendenaktion der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft beteiligen.

Deutsch-Ukrainische Gesellschaft für Wirtschaft und Wissenschaft e.V.
Volksbank Darmstadt Mainz eG
IBAN: DE49 5519 0000 0653 9900 10
Verwendungszweck: "Humanitäre Hilfe für die Ukraine"
Auf Anfrage wird eine Spendenquittung ausgestellt.

Tatkräftiges Engagement des Partnerschaftsvereins Mainz - Odessa

Der Partnerschaftsverein Mainz - Odessa wurde im Dezember 2023 gegründet und zielt auf Unterstützung, Austausch und die Festigung der Beziehungen zwischen Mainz und Odessa ab. "Wir sind den vielen engagierten Menschen und insbesondere auch den Stadtverwaltungen in Mainz und Odessa sehr dankbar für ihre tatkräftige Unterstützung. Mit gutem Willen und großem Einsatz auf allen Seiten ist es gelungen, bereits im April 2025 die Städtepartnerschaft Mainz - Odessa offiziell zu besiegeln", berichtet der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Peter Willisch. "Wir als Verein möchten dazu beitragen, die Beziehungen zwischen beiden Städten auf ganz unterschiedlichen Ebenen - Wirtschaft und Wissenschaft, Bildung und Kultur - zu vertiefen und zu verstetigen."

Johannes Gutenberg-Universität Mainz published this content on April 02, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on April 02, 2026 at 11:16 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]