04/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/30/2026 05:30
21 neue Fahrzeuge vom LUP-Rettungsdienst mit modernster Technik ausgestattet
Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat zum 1. April 2026 auf allen 21 Rettungswagen der Rettungsdienstgesellschaft Ludwigslust-Parchim (LUP-Rettungsdienst gGmbH) das Telenotarztsystem eingeführt. Somit stärkt und erweitert der Landkreis die vorklinische Notfallversorgung. "Damit gehen wir den Weg der Digitalisierung in unserem Landkreis konsequent weiter; des Weiteren setzen wir einen wichtigen Kreistagsbeschluss um. Was mir aber besonders wichtig ist, wir können unseren Einwohnerinnen und Einwohnern mehr Sicherheit im Bereich der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum geben. ", sagt Landrat Stefan Sternberg bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge inklusive Telenotarztsystem, das Teil des landesweiten Netzwerkes ist.
Die Zentrale des Telenotarztsystems befindet sich auf dem Campus der Universitätsmedizin Greifswald und ist rund um die Uhr besetzt. Dort stehen in einem 24 / 7-Schichtmodell speziell telemedizinisch weitergebildete Anästhesistinnen und Anästhesisten zur Verfügung, die die Notfall- und Rettungssanitäter im Einsatz unterstützen können. "Mit der Einführung des Telenotarztsystems stärken wir die notfallmedizinische Versorgung im Landkreis nachhaltig. Unsere Rettungskräfte erhalten jederzeit fachärztliche Unterstützung direkt am Einsatzort", erklärt der Geschäftsführer der LUP-Rettungsdienst gGmbH, Volkmar Reiß. "Das System ergänzt die bestehende rettungsdienstliche Struktur und trägt dazu bei, die Versorgungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern."
Die technische Ausstattung der Rettungswagen basiert auf verschiedenen mobilen Komponenten. Ein zentraler Bestandteil ist der mobile Router, die sogenannte "peeqBox". Sie ermöglicht die Übertragung von Einsatz- und Vitaldaten an die Telenotarztzentrale in Greifswald. Ebenfalls stellt die integrierte Leitstelle Schwerin für den Landkreis Einsatzdaten zur Verfügung. Um den Betrieb des Systems überhaupt zu ermöglichen, wurden zum Start moderne iPhones auf allen Rettungswagen eingeführt, die durch die LUP-Rettungsdienstgesellschaft selbst verwaltet werden. Über eine spezielle App sowie Headsets können die Einsatzkräfte direkt Kontakt zur Telenotarztzentrale aufnehmen.
Das System erlaubt eine moderne Kommunikation zwischen den Rettungsmitteln und der Telenotarztzentrale. Neben der Sprachverbindung können wichtige Informationen digital per Foto oder Livestream übertragen werden. Auch die digitale Einsatzdokumentation, die bereits seit zehn Jahren erfolgreich angewendet wird, wird dadurch erweitert. Das System ist insbesondere für die Akutversorgung ausgelegt. Der Telenotarzt (TNA) kann bei medizinischen Entscheidungen beraten, die Versorgung am Einsatzort unterstützen, Gabe von Medikamenten durch den Notfallsanitäter verordnen und auch bei administrativen Aufgaben helfen - beispielsweise bei größeren Schadenslagen oder einem Massenanfall von Verletzten.
Die Ursprünge des Telenotarztsystems liegen in Aachen, dort wurde es im Jahr 2014 zunächst als Forschungsprojekt gestartet. In Mecklenburg-Vorpommern wurde das System erstmals 2017 im Landkreis Vorpommern-Greifswald eingeführt. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich immer mehr Landkreise dem System angeschlossen und mit dem Start im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird das landesweite Netzwerk nun weiter ausgebaut.
"Es freut mich sehr, dass wir neben der Anschaffung von insgesamt 26 neuen Fahrzeugen für den LUP-Rettungsdienst nun auch im Telenotarztsystems des Landes eingebunden sind. Dies ist ein großer und wichtiger Schritt im Bereich der notfallmedizinischen Versorgung im ländlichen Raum", sagt Landrat Sternberg.
Hintergrund: Innerhalb eines knappen Jahres - von April 2025 bis März 2026 - wurden 14 neue Rettungstransportwagen (RTW), drei RTW Kofferwechsel auf neue Fahrgestelle, drei Mehrzweckfahrzeuge (MZF), die auch als Rettungstransportwagen eingesetzt werden können, drei Notarzteinsatzfahrzeuge und drei Krankentransportwagen (KTW) beschafft. Die Investitionssumme für die Fahrzeugbeschaffung beträgt rund 5,66 Millionen Euro. Hinzu kommt eine weitere Investition von rund einer Million Euro für neue Tragesysteme; dabei handelt es sich um Fahrtragen und Tragestühle.
Somit stehen der Rettungsdienstgesellschaft LUP im Rahmen der aktuellen Vorhaltung 21 Rettungstransportwagen (RTW), acht Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und neun Krankentransportwagen/Mehrzweckfahrzeuge zur Verfügung. Außerdem verfügt die LUP-Rettungsdienst gGmbH über Reservefahrzeuge und Fahrzeuge für die Schnelleinsatzgruppe Rettungsdienst im von den Sozialleistungsträgern genehmigten Umfang bereit. Das sind aktuell weitere 21 Fahrzeuge.