Neckar-Odenwald-Kreis

04/01/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/02/2026 00:40

Ein ganz besonderer Obstbaum-Schnittkurs in Buchen-Eberstadt.

Buchen-Eberstadt. Die erste Besonderheit bei diesem Obstbaum-Schnittkurs am 28. März 2026 in Buchen-Eberstadt war der Teilnehmerkreis. Und so durften Matthias Jurgovsky vom Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis e.V. (LEV), Julian Heim von der BUND-Gruppe Buchen und Lothar Maier von der Fachwartvereinigung für Obst- und Garten Neckar-Odenwald einen bunt gemischten Teilnehmerkreis begrüßen: mit dabei waren BUND-Mitglieder, Ortsvorsteherin Esther Vasko, die Buchener Werkstätten der Johannes-Diakonie mit dem Dienstleistungsbereich Grünanlagenpflege und einige Streuobstwiesenbesitzerinnen und -besitzer im Gewann Lehmgrube nordöstlich von Eberstadt.

Zunächst begann alles wie bei anderen Kursen auch. Lothar Maier erläuterte verschieden Schnitttechniken und warum die Pflege von Streuobstkultursorten überhaupt wichtig ist. Es ging um verschiedene Obstarten wie Apfel, Birne, Kirsche, Nussbaum und die jeweiligen Anforderungen. Wie gewohnt durften die 24 Teilnehmenden dann selbst schneiden, unter der Aufsicht der Profis.

Schließlich kam man auch auf das Grünland unter den Bäumen zu sprechen, was hier einen hohen Wert für die Artenvielfalt und Biodiversität hat. Und so verwundert es nicht, dass an diesem südexponierten Hang zahlreiche Wiesenstücke mit Streuobst nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) der EU als Magere Flach-landmähwiesen geschützt sind. Der Vorteil ist in Baden-Württemberg eine bessere Förderung für Landwirte, die dort mähen. So gibt es Möglichkeiten nach dem FAKT-Programm (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl) und verschiedene Ökoregelungen. Informationen darüber erhält man über den Förderwegweiser Landwirtschaft des Ministeriums ländlicher Raum.

Die anwesenden "Stücklesbesitzer" berichteten unisono, wie mühsam die Grünlandpflege sei und dass man keinen Landwirt an der Hand hätte. Oft bleibt mangels eigener Maschinen nur noch die Option, die Wiesen mit kleinen Geräten selbst zu mulchen, was zu einem verfilzen der Grasnarbe und schließlich Artenverarmung führt. Mähen, schwaden, laden und abfahren und bestenfalls das Heu verfüttern kann hier leider niemand mehr leisten.

Spontan wurde die Idee geboren, sich zusammenzutun und zu vernetzen. Die Eigentümer, der LEV und die Ortsvorsteherin wollen gemeinsam versuchen, einen Landwirt mit geeigneten Maschinen für die Wiesennutzung zu finden. Wichtig ist deshalb auch der Obstbaumschnitt, damit ein Schlepper dazwischen durchkommt.

Erfreulicherweise ernten die Eberstadter ihr Obst noch größtenteils selbst. Einige lassen im Landkreis Apfelsaft pressen und erhalten diesen "Bag in Box" in 5 Liter Beuteln. Zum Teil lässt man auch noch Brennen. Der eine oder andere Kuchen fällt auch dabei ab. Für mache Stückelsbesitzer ist es einfach die Freude an einer sinnvollen Beschäftigung im Freien. Ein Teilnehmer beschreibt es auch als sein Fitnessprogramm. Es lohnt sich also in vielerlei Hinsicht, sich um seine Streuobstwiese zu kümmern.


Text: Matthias Jurgovsky, LEV-Geschäftsführer

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