DETEC - Federal Department of the Environment, Transport, Energy and Communications of the Swiss Confederation

09/30/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/30/2026 06:50

Trockenheit: Abfluss aus dem Zürichsee wird vorübergehend weiter reduziert

MedienmitteilungVeröffentlicht am 30. September 2026

Trockenheit: Abfluss aus dem Zürichsee wird vorübergehend weiter reduziert

Bern, 30.09.2026 - Der Kanton Zürich reduziert im Einvernehmen mit den Kantonen Aargau, Schwyz und St. Gallen sowie dem Bundesamt für Umwelt BAFU den Abfluss aus dem Zürichsee von 30 auf 20 Kubikmeter pro Sekunde. Damit sollen das weitere Absinken des Seepegels gebremst und weitere Einschränkungen für die Schifffahrt, die Zürichsee-Fähre und die Seerettung begrenzt werden. Gleichzeitig fliesst dadurch noch weniger Wasser in die Limmat, was sich auf das Ökosystem und die Wasserkraftproduktion auswirkt. Die Massnahme wird ab 1. Oktober 2026 umgesetzt und bis Ende Oktober befristet.

Wegen der anhaltenden Trockenheit fliesst dem Zürichsee zurzeit weniger Wasser zu, als aus ihm abfliesst. Dadurch sinkt der Seepegel kontinuierlich. Gemäss den aktuellen Wetter- und Abflussprognosen ist kurzfristig keine wesentliche Entspannung zu erwarten. Ein weiter sinkender Wasserstand droht insbesondere den Betrieb der Zürichsee-Fähre, der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft und der Seerettung zu beeinträchtigen. Auch die Bauarbeiten der Stadt Zürich für die Erneuerung der Rathausbrücke sind betroffen: Bei zu tiefem Wasserstand können die benötigten Schwimmpontons nicht mehr eingesetzt werden. Die Arbeiten müssten dann eingestellt werden, was zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führen würde.

Der Kanton Zürich hat den Abfluss aus dem Zürichsee angesichts der beginnenden Hitzeperiode bereits Mitte Juli auf 30 Kubikmeter pro Sekunde reduziert. Im August vereinbarten das BAFU und die Kantone Zürich, Aargau, Schwyz und St. Gallen, weiterhin 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Zürichsee abfliessen zu lassen, um das Risiko eines Fischsterbens in der Limmat zu reduzieren. Dafür nahmen sie in Kauf, dass der Seepegel unter die im Reglement festgelegte Untergrenze sinkt.

Seither ist der Seepegel weiter gesunken. Gleichzeitig sind die Wassertemperaturen in der Limmat inzwischen deutlich tiefer und nicht mehr kritisch für kälteliebende Fischarten wie Forellen oder Äschen. Angesichts dieser veränderten Bedingungen wurde die Situation neu beurteilt. Auf Antrag des Kantons Zürich haben das BAFU und die beteiligten Kantone am 30. September 2026 zugestimmt, den Abfluss auf 20 Kubikmeter pro Sekunde zu reduzieren. So bleibt mehr Wasser im See, und sein Pegel sinkt langsamer.

Auswirkungen auf die Limmat berücksichtigt

Ein geringerer Seeabfluss bedeutet zugleich weniger Wasser in der Limmat. Dies wirkt sich auf das Ökosystem und die Wasserkraftproduktion aus. Nach Einschätzung der Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich ist das Risiko eines Fischsterbens in der Limmat wegen der tieferen Wassertemperaturen heute geringer als während der heissen Sommerwochen. Negative Auswirkungen auf die Fische und andere Wasserlebewesen lassen sich dennoch nicht gänzlich ausschliessen, da mit dem geringeren Abfluss auch die Wassertiefe und die verfügbaren Lebensräume in der Limmat abnehmen.

Die Reduktion des Seeabflusses auf 20 Kubikmeter pro Sekunde ist vorerst bis Ende Oktober befristet. Dann wird die Situation auch mit Blick auf die beginnende Laichzeit der Forellen neu beurteilt.

DETEC - Federal Department of the Environment, Transport, Energy and Communications of the Swiss Confederation published this content on September 30, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on September 30, 2026 at 12:50 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]