08/27/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/28/2026 07:52
Die Ausbildung im Gewaltschutz und die Zahl speziell geschulter Präventionsbediensteter wurden in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.
Innenminister Gerhard Karner und Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner informierten am 27. August 2026 gemeinsam mit der Leiterin der Gewaltschutzzentren Wien, Nicole Krejci, und Bundeskriminalamts-Direktor Andreas Holzer über die Ausbildung von Polizistinnen und Polizisten im Bereich Gewaltschutz.
"Gewaltschutz ist und bleibt eine Aufgabe, die die gesamte Gesellschaft betrifft. Vor allem setzt wirksamer Gewaltschutz eine gute Vernetzung voraus. Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren viel für den Gewaltschutz in Österreich getan. Unsere Polizistinnen und Polizisten arbeiten in diesem Bereich professionell und konsequent - aber auch mit der notwendigen Empathie", betonte Innenminister Gerhard Karner.
"Mit dem Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen setzen wir ein klares Zeichen: Der Schutz von Frauen vor Gewalt ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Mit 159 konkreten Vorhaben, die wir bis 2029 Schritt für Schritt umsetzen werden, haben wir einen ambitionierten, aber notwendigen Plan vorgelegt. Besonders wichtig ist mir dabei die Weiterentwicklung des Grundsatzes 'Wer schlägt, der geht' durch die Fußfessel beziehungsweise das digitale Tracking von Hochrisikotätern. Damit verschieben wir die Verantwortung dorthin, wo sie hingehört: zum Täter. Nicht die Frau muss ihr Leben, ihre Wege oder ihren Alltag verändern - der Täter wird überwacht", sagte Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner.
Vertrauen schafft Sicherheit
Ein zentrales Ziel des Gewaltschutzes ist, dass sich Menschen, die von Gewalt betroffen sind, der Polizei anvertrauen. Die steigende Zahl der Betretungs- und Annäherungsverbote zeigt, dass dies der Fall ist: Bis Ende Juli 2026 wurden rund 9.000 solcher Verbote ausgesprochen. Im gesamten Jahr 2025 waren es rund 14.100.
Die konsequente Arbeit der Polizei hat dazu beigetragen, Vertrauen bei besonders gefährdeten Frauen aufzubauen. Ein wichtiger Faktor ist auch der steigende Frauenanteil im Polizeidienst. Dieser liegt mittlerweile bei mehr als 27 Prozent.
Ausbildung und Prävention ausgebaut
Die polizeiliche Ausbildung im Bereich Gewaltschutz wird gemeinsam mit den Gewaltschutzzentren laufend weiterentwickelt. Gleichzeitig wurde die Zahl der speziell ausgebildeten Präventionsbediensteten deutlich erhöht: von rund 500 auf mittlerweile rund 1.400. Damit hat sich ihre Zahl in den vergangenen Jahren beinahe verdreifacht.
Prävention ist ein wichtiger Bestandteil des polizeilichen Gewaltschutzes. Ziel ist, Gewalt möglichst früh zu erkennen, Risiken einzuschätzen und weitere Gewalttaten zu verhindern.
Vernetzung als wichtiger Bestandteil
Mit dem polizeilichen Einschreiten endet der Gewaltschutz nicht. Nach einer Gewalttat können weitere Maßnahmen gesetzt werden. Dazu zählen unter anderem sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen und das verpflichtende Anti-Gewalttraining für Gefährder.
Im Jahr 2026 wurden bisher mehr als 120 sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen durchgeführt. 2025 waren es insgesamt mehr als 160. Diese Fallkonferenzen dienen der Vernetzung unterschiedlicher Stellen - etwa Polizei, Schulen, Justiz und Jugendbehörden. Diese Zusammenarbeit soll dazu beitragen, Gewalt frühzeitig zu verhindern.
Auch das verpflichtende Anti-Gewalttraining ist ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen gegen Gewalt. 2026 mussten bisher rund 7.500 Gefährder daran teilnehmen. Im gesamten Jahr 2025 waren es rund 12.200.
"In den vergangenen Jahren wurde im Bereich Gewaltschutz viel erreicht. Gleichzeitig ist Gewaltschutz eine Aufgabe, die laufend weiterentwickelt werden muss. Deshalb wird ihm auch künftig der Stellenwert eingeräumt, den seine Bedeutung für die Sicherheit und den Schutz der Menschen in Österreich erfordert", hielt der Innenminister fest.
Artikel Nr: 30621 vom Donnerstag, 27. August 2026, 14:40 Uhr
Reaktionen bitte an die Redaktion