01/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/20/2026 02:35
Deutschland stärkt seinen UN-Standort: Gemeinsame Erklärung von Außenminister Dr. Johann Wadephul, Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst und Bonns Oberbürgermeister Guido Déus zur Entscheidung von UNDP. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) wird in Bonn einen zentralen Standort errichten. Dies teilte der Leiter von UNDP, Alexander De Croo, am Montag, 19. Januar 2026, der Bundesregierung mit.
Außenminister Dr. Johann Wadephul: "Mit UNDP als wichtigster Organisation der Entwicklungszusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen und einem der wichtigsten Partner Deutschlands im Bereich Stabilisierung kommt ein internationales Schwergewicht nach Deutschland. Das stärkt den UN-Standort Bonn. Und das ist ein wichtiges politisches Signal für das Vertrauen in die deutsche Außenpolitik - gerade in Zeiten, in denen das UN-System und multilaterale Prinzipien unter Druck stehen. Globale Herausforderungen wie Kriege, Hunger und Umweltzerstörung können aber nur in Kooperation bewältigt werden. Deutschland ist und bleibt ein Verfechter und Förderer von internationaler Zusammenarbeit - denn diese ist gleichzeitig auch für die Sicherheit, die Freiheit und den Wohlstand unseres Landes wichtig.
Bereits jetzt bietet Deutschland mit dem Standort Bonn den Vereinten Nationen ein zuverlässiges Umfeld, ihre wichtige Arbeit für Menschen weltweit zu leisten. Dazu gehört auch, dass die Vereinten Nationen ihre Reformanstrengungen wirkungsvoll umsetzen - wir wollen sie dabei unterstützen."
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: "Die internationale Ordnung verändert sich grundlegend. Deshalb richtet Deutschland seine Entwicklungszusammenarbeit neu aus - und auch das UN-Entwicklungsprogramm passt sich dieser neuen Weltlage an. Der Zuzug von UNDP-Teilen nach Bonn stärkt diese Stadt als internationalen Standort und zeigt: Deutschlands Rolle in der globalen Entwicklungspolitik wächst. UNDP ist dabei einer unserer wichtigsten Partner - gemeinsam im Kampf gegen Armut und für nachhaltige Entwicklung."
Ministerpräsident Hendrik Wüst: "Diese Entscheidung ist ein großer Erfolg für Nordrhein-Westfalen, für die Bundesstadt Bonn und für Deutschland insgesamt. Sie bestätigt Nordrhein-Westfalen als starken, verlässlichen und international geschätzten Gastgeber der Vereinten Nationen. Bonn ist das Herz des deutschen UN-Standortes - und Nordrhein-Westfalen der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmen, der internationales Arbeiten auf höchstem Niveau ermöglicht. Gemeinsam mit der Bundesregierung und der Stadt Bonn haben wir uns mit Nachdruck für Nordrhein-Westfalen als Standort eingesetzt. Die Entscheidung von UNDP für Bonn ist eine Entscheidung für Europa, Exzellenz und Multilateralismus. Gerade im 30. Jubiläumsjahr des UN-Standortes Bonn ist das ein Meilenstein zur weiteren Stärkung des wichtigsten deutschen UN-Zentrums. Von Nordrhein-Westfalen aus kann die internationale Entwicklungspolitik künftig noch wirkungsvoller mitgestaltet werden. Nordrhein-Westfalen steht für Weltoffenheit, Stabilität und Innovationskraft. Als Gastgeber der Vereinten Nationen stehen die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn Seite an Seite."
Oberbürgermeister Guido Déus: "Ich freue mich auch im Namen der Bonnerinnen und Bonner sehr über diese Entscheidung. Bonn ist eine weltoffene, kosmopolitische Stadt. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich Bonn als deutsche Stadt der Vereinten Nationen auch international einen Namen gemacht. Mit der Ankündigung, Teile des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen nach Bonn zu verlagern, leistet Deutschland in geopolitisch schwierigen Zeiten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Auch wir als Stadt Bonn werden unseren Beitrag dafür leisten, dass die Mitarbeitenden des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen und deren Familien gute Lebens- und Arbeitsbedingungen vorfinden und sich in Bonn sicher, wohl und zuhause fühlen können."
Das UN-Entwicklungsprogramm ist die weltweit führende Organisation der Vereinten Nationen für die Förderung nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung. UNDP setzt sich dafür ein, dass alle Menschen die Chance auf ein besseres Leben haben, und unterstützt Länder dabei, ihre Entwicklungsziele zu erreichen.
In den kommenden zwei Jahren wird UNDP 300 Mitarbeitende und zentrale Funktionen nach Bonn verlagern. Mit dem neuen Standort in der Bundesstadt möchte UNDP die vielfältigen Synergien nutzen, die sich durch die Zusammenarbeit mit anderen UN-Organisationen, zentralen Akteuren der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, Regierungsstellen und Nichtregierungsorganisationen in Bonn sowie ansässigen Netzwerken ergeben. Deutschland ist größter Geber von UNDP, fungiert als aktives Mitglied in dessen Exekutivrat und legt mit dem Entwicklungsprogramm in strategischen Dialogen Zielsetzungen und Programme fest, um globalen Herausforderungen gemeinsam entgegenzutreten.
Weitere Informationen unter www.undp.org/(Öffnet in einem neuen Tab)
In enger Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt ist Bonn in den vergangenen Jahrzehnten zu einem weltweit anerkannten Standort für den internationalen Dialog und Initiativen im Bereich der nachhaltigen Zukunftsgestaltung geworden. Das Herz dieses internationalen Standortes für Nachhaltigkeit und Entwicklungspolitik bilden die Vereinten Nationen, die seit 1951 Büros in Bonn haben. Schon bisher ist die UNO in Bonn mit 27 Einrichtungen und etwa 1200 Mitarbeitenden vertreten und zum Zentrum für Nachhaltigkeit innerhalb der Vereinten Nationen geworden, umgeben von einem wachsenden Netzwerk staatlicher, wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure wie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Engagement Global (EG) oder dem German Institute of Development and Sustainability (IDOS).
Bundesregierung und Landesregierung setzen sich gemeinsam dafür ein, den UN-Standort Bonn zu stärken. In ihrem Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung festgehalten, den deutschen Sitz der Vereinten Nationen in Bonn weiterzuentwickeln und sich um zusätzliche Ansiedlungen von Institutionen der Vereinten Nationen zu bemühen. Zuletzt wurde im November 2025 ein Bonner Büro von UN Women durch Entwicklungsministerin Alabali Radovan eröffnet. Mit der Ansiedlung von UNDP als zweitgrößtem UN-Büro wird der Standort Bonn um bis zu 300 international erfahrene Mitarbeitende reicher.