06/26/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/26/2026 06:14
Am Abend des 24. Juni 2026 (Ortszeit) erschütterten zwei schwere Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 den Nordwesten von Venezuela. Die Beben sind zwei der weltweit stärksten des laufenden Jahres. Das Epizentrum lag nahe der Gemeinde Morón im Bundesstaat Carabobo. Das Globale Katastrophenwarn- und Koordinierungssystem GDACS hat für dieses Ereignis die höchste Alarmstufe "ROT" ausgegeben. Besonders schwer getroffen wurden die Bundesstaaten Yaracuy und Carabobo sowie Städte wie Puerto Cabello und San Felipe; auch aus der Hauptstadt Caracas werden bereits eingestürzte Gebäude gemeldet.
Laut ersten Zählungen sind bereits 235 Tote und annähernd 4.300 Verletzte und über 40.000 Vermisste gemeldet worden. Mehr als 250 Gebäude sind zusammengebrochen, über 200 Menschen werden in den Trümmern vermutet. Prognosen der US-Erdbebenwarte schätzen die Zahl der möglichen Todesopfer auf mindestens 10.000 und eventuell bis zu 100.000 ein. Insgesamt sind 6,1 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.
ADRA aktiviert Notfallplan und verteilt Lebensmittel
ADRA Venezuela hat die erste Phase seines nationalen Notfallmanagementplans (NEMP) aktiviert, um zunächst 250 Haushalte - etwa 1.250 Personen - mit Überlebenspaketen (Food Kits) zu versorgen. Die Lebensmittelversorgung wird ausgebaut und die Verteilung von Hygienekits an über 5.000 Haushalte läuft ebenfalls an. Da das volle Ausmaß der Katastrophe stündlich deutlicher wird, entscheidet die Organisation fortlaufend über die Anpassung und Ausweitung dieser Maßnahmen.
Zur Koordinierung der Hilfe ist bereits ein Experten-Team (Emergency Response Team) vor Ort eingetroffen, dass die Lagebewertung und Bedarfsermittlung in enger Abstimmung mit dem UN-Nothilfekoordinationsbüro (OCHA) vornimmt. Neben der Lebensmittelversorgung und Verteilung der Hygienekits werden bereits Maßnahmen aus dem Bereich WASH - Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene - für Notunterkünfte umgesetzt. Die Arbeit vor Ort findet unter massiv erschwerten Bedingungen statt: Die Schließung wichtiger Flughäfen behindert den Nachschub, zudem sind ADRA-Mitarbeitende in Venezuela selbst von dem Beben betroffen.
Infrastruktur und Gesundheitswesen vor dem Kollaps
Die Katastrophe trifft das Land in einer bereits fragilen Situation. Neben zerstörten Wohnhäusern ist auch die kritische Infrastruktur - darunter wichtige Häfen und Flughäfen wie in Puerto Cabello und Valencia sowie der Cumaripa-Staudamm - gefährdet oder in ihrer Funktion beeinträchtigt. Da mit einer hohen Zahl an Verletzten zu rechnen ist, droht eine völlige Überlastung des ohnehin deutlich angeschlagenen Gesundheitssystem in den am stärksten betroffenen Bundesstaaten Yaracuy und Carabobo.
Jetzt zählt Ihre Unterstützung
Um die bevorstehenden Hilfsmaßnahmen finanzieren und den Menschen in Venezuela Hoffnung geben zu können, ist ADRA auf Spenden angewiesen. Jede Unterstützung trägt dazu bei, lebensnotwendige Hilfe in das Katastrophengebiet zu bringen.
Ihre Spende unter dem Stichwort " ERDBEBEN VENEZUELA " bringt den Menschen Hilfe. Spendenkonto: ADRA Deutschland e.V. IBAN: DE36 3702 0500 0007 7040 00 oder online spenden auf: adra.de/spenden