WHO - World Health Organization Regional Office for Europe

06/01/2026 | Press release | Archived content

Die Zukunft jedes Kindes sichern: Wie Usbekistan die Krebsversorgung von Kindern stärkt

Durch nachhaltige Reformen und enge internationale Zusammenarbeit gestaltet Usbekistan die Krebsversorgung im Kindesalter um und ermöglicht so mehr Kindern nicht nur ein Überleben, sondern ein glückliches Dasein. Anlässlich des Internationalen Kindertags 2026 beleuchtet WHO/Europa, wie ein starkes politisches Engagement dem Gesundheitssystem des Landes geholfen hat, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Usbekistan hat weitreichende Reformen durchgeführt, die auf die Verbesserung der Früherkennung, des Zugangs zu Behandlungen und der Qualität der Versorgung krebskranker Kinder, aber auch auf das Wohlergehen der Familien gerichtet sind. Das Land trat der Globalen Initiative der WHO zur Bekämpfung von Krebs im Kindesalter (GICC) und der Globalen Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder bei und stärkte damit die internationale Zusammenarbeit zur Verbesserung der Versorgung in diesem Bereich.

Ziel dieser Bemühungen ist es, die Überlebensraten zu verbessern, den Zugang zu qualitätsgeprüften Medikamenten auszuweiten und die Unterstützungssysteme für krebskranke Kinder und ihre Familien zu stärken.

Jedes Kind verdient besondere Aufmerksamkeit

In diesem Zusammenhang unterzeichneten das usbekische Gesundheitsministerium und das St. Jude Children's Research Hospital im Februar 2026 während einer gemeinsamen Mission von St. Jude und der WHO in das Land eine neue vierjährige Absichtserklärung. Die Vereinbarung zielt darauf ab, die Kapazitäten des Landes in der pädiatrischen Onkologie zu verstärken, die klinische Praxis zu verbessern und die berufliche Ausbildung von Gesundheitsfachkräften auszuweiten.

"Ohne ein starkes politisches Engagement hätte Usbekistan diese Fortschritte nicht erreichen können", erklärte Dr. Elmira Basitkhanova, Beraterin des Gesundheitsministers zur Gesundheit von Mutter und Kind. "Eine Verbesserung der Krebsversorgung von Kindern beinhaltet eine Verbesserung des gesamten Systems rund um das Kind. Dazu gehören der Zugang zu Arzneimitteln, entsprechend ausgebildete Fachkräfte, geeignete Überweisungssysteme und eine kontinuierliche Unterstützung der Familien. Echte Veränderungen finden statt, wenn alle Beteiligten den Zweck ihrer Arbeit verstehen, nämlich Leben zu retten."

Krebserkrankungen im Kindesalter sind oft genetisch bedingt und lassen sich nicht wirksam verhindern. Bei einer frühzeitigen Diagnose und angemessenen Versorgung können die meisten Fälle jedoch erfolgreich behandelt und geheilt werden. Aus diesem Grund sind gut organisierte Gesundheitssysteme und der Zugang zu hochwertigen Arzneimitteln unerlässlich.

Usbekistans Ansatz zeigt, dass dies verstanden wurde. Anstatt sich auf isolierte Interventionen zu beschränken, hat das Land daran gearbeitet, den gesamten "Patientenweg" - von einem verbesserten Bewusstsein für Krebs über die Früherkennung und Behandlung bis hin zur Palliativversorgung - zu stärken, denn es hat erkannt, dass eine umfassende Krebsversorgung von Kindern über die Behandlung hinaus in jeder Phase auch die Lebensqualität der Kinder und ihrer Familien im Blick haben muss.

Globale Partnerschaften als Motor des Fortschritts

Bei den Fortschritten Usbekistans hat die internationale Zusammenarbeit eine zentrale Rolle gespielt. 2019 trat das Land der GICC bei und verpflichtete sich zur Stärkung der nationalen Kapazitäten und der Angleichung seiner Systeme an internationale Standards.

Seither hat Usbekistan eine Reihe strategischer Maßnahmen auf Systemebene durchgeführt, die speziell auf die Integration pädiatrischer onkologischer und hämatologischer Leistungen, die Stärkung der Überweisungswege sowie die Steigerung der Diagnose- und Behandlungskapazitäten gerichtet waren. Usbekistan hat in die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften, die Aktualisierung evidenzbasierter Behandlungsprotokolle und die Entwicklung nationaler Beobachtungssysteme investiert und damit eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung ermöglicht.

Ein wichtiger Meilenstein wurde 2024 mit dem Beitritt Usbekistans zur Globalen Plattform für den Zugang zu Krebsmedikamenten für Kinder erreicht. Diese Initiative hilft den Ländern dabei, eine stabile, ununterbrochene Versorgung mit qualitätsgeprüften Krebsmedikamenten zu gewährleisten und einen robusten Arzneimittelmarkt zu schaffen und damit eines der wichtigsten Hindernisse für eine wirksame Behandlung weltweit anzugehen. Dank der Beteiligung an der Plattform kann Usbekistan seine Beschaffungssysteme stärken und sicherstellen, dass Kinder, bei denen Krebs diagnostiziert wurde, die benötigten Medikamente umgehend erhalten.

"Der Grundgedanke unserer Arbeit besteht darin, die globalen Ungleichheiten zu beseitigen, damit jedes Kind in jedem Land Zugang zu einer schnellen Diagnose, der besten Behandlung und einer hochwertigen Versorgung erlangt. Dies lässt sich nur durch internationale Zusammenarbeit erreichen. Aus diesem Grund unterstützen wir in Partnerschaft mit der WHO die Globale Initiative zur Bekämpfung von Krebs im Kindesalter, deren Ziel eine mindestens 60-prozentige Überlebenschance für Kinder mit Krebs bis 2030 ist. Und wir arbeiten auf dieses Ziel hin", sagte Dr. Carlos Rodriguez-Galindo, Direktor von St. Jude Global.

Die Reformen vorantreiben

Im Hinblick auf eine bessere Umsetzung stärkte Usbekistan die Lieferketten, verbesserte die Lagerbedingungen und optimierte die Regulierungssysteme. Die erste Arzneimittellieferung über die Globale Plattform traf im Januar 2025 ein, und seitdem wurden landesweit 33 unentbehrliche Arzneimittel für die pädiatrische Onkologie verteilt. Allein 2025 wurden mehr als 1.200 Kinder mit diesen Medikamenten behandelt.

"Jedes krebskranke Kind verdient eine rechtzeitige Diagnose, eine hochwertige Behandlung und die Chance auf eine gesunde Zukunft", erklärte Dr. Asheena Khalakdina, Repräsentantin der WHO in Usbekistan. Das Land hat unter Beweis gestellt, dass ein starkes politisches Engagement und internationale Partnerschaften zu echten Verbesserungen für von Krebs betroffene Kinder und ihre Familien führen können. Gemeinsam mit ihren Partnern unterstützt die WHO mit Stolz das Gesundheitsministerium und seine Partnerorganisationen beim Aufbau von Systemen, die Kinder und ihre Familien im ganzen Land in den kommenden Jahren besser unterstützen werden."

Eine von Zusammenarbeit und Hoffnung geprägte Zukunft

Im Mittelpunkt der nächsten Umsetzungsphase stehen die Stärkung der nationalen Kapazitäten und die Gewährleistung einer nachhaltigen Leistungserbringung durch landesweite Schulungen, fachliche Unterstützung und Kontrollbesuche in den teilnehmenden Einrichtungen. Dies wird dazu beitragen, das Lieferkettenmanagement, die Meldepraxis und die Qualität der pädiatrischen onkologischen Versorgung im gesamten Land zu verbessern.

"Die Reformen in Usbekistan zeigen, dass Veränderungen möglich sind, wenn die Länder nationale Führungskompetenz mit globaler Zusammenarbeit verbinden. Durch die Stärkung der Gesundheitssysteme, Investitionen in die Menschen und die Gewährleistung des Zugangs zu unentbehrlichen Arzneimitteln gestaltet das Land eine Zukunft, in der mehr Kinder den Krebs überleben und ein gesundes Leben führen können", sagte Dr. Vitaly Smelov, medizinischer Fachreferent bei WHO/Europa.

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Kindertags führen uns die genannten Fortschritte erneut vor Augen, dass der Schutz der Gesundheit von Kindern eine Verpflichtung darstellt, aber auch eine Chance, Systeme zu schaffen, in denen jedes Kind Fürsorge, Würde und Hoffnung erfährt.

WHO - World Health Organization Regional Office for Europe published this content on June 01, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on June 08, 2026 at 20:16 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]