05/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/06/2026 09:38
Siegerprojekte in 3 Kategorien stärken Europabewusstsein in Österreich - Europaministerin Bauer: "Europa ist kein Selbstläufer"
EU-Projekte in Österreich sichtbar machen und das Engagement von Personen und Organisationen vor den Vorhang holen: Dieses Ziel verfolgt der Europa-Staatspreis bereits seit 2015. Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am 6. Mai 2026 im Bundeskanzleramt zeichnete Europaministerin Claudia Bauer 3 Initiativen mit dem diesjährigen Europa-Staatspreis aus. Eine unabhängig agierende Fachjury wählte aus insgesamt 67 eingereichten Projekten 3 Siegerprojekte in den Kategorien "Europa erklären", "Europa gestalten" und "Europa verändern" aus.
In ihrer Rede betonte Europaministerin Bauer die zentrale Rolle eines starken und handlungsfähigen Europas in einer sich rasch verändernden Welt: "Gerade jetzt braucht es ein Europa, das selbstbewusst auftritt, klar sagt, wofür es steht, und seine Interessen auch durchsetzt. Europa muss wieder stärker auf der internationalen Bühne präsent sein und bei geopolitischen Entscheidungen mit am Tisch sitzen. Unser Ziel ist es, den Kurs selbst zu bestimmen und nicht nur Beifahrer zu sein."
Ein starkes Europa sei auch Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität und Sicherheit: Österreich setze sich daher für mehr Wettbewerbsfähigkeit, einen resilienten Standort und weniger Bürokratie ein.
Zugleich unterstrich Bauer, dass die Europäische Union im Alltag der Menschen verankert bleiben müsse: "Europa ist kein Selbstläufer. Die Errungenschaften, die für viele heute selbstverständlich sind - vom Reisen ohne Grenzen bis zu Chancen durch Bildung und Arbeit in ganz Europa - wurden hart erarbeitet. Umso wichtiger ist es, Europa täglich zu erklären, zu gestalten und zu verteidigen."
Die ausgezeichneten Projekte würden genau dazu beitragen, den europäischen Gedanken greifbar zu machen und neue Zielgruppen zu erreichen. "Mit dem Europa-Staatspreis holen wir jene vor den Vorhang, die Europa im Alltag sichtbar machen - mit Engagement, Kreativität und großer Begeisterung. Dieses oft ehrenamtliche Engagement ist ein unverzichtbarer Beitrag für ein starkes und bürgernahes Europa. In allen Initiativen stecken viel Herzblut, Leidenschaft und Begeisterung für Europa, dafür möchte ich mich bei allen Projektträgern herzlich bedanken!", so Bauer.
Die Siegerprojekte des Europa-Staatspreises 2026 wurden anhand von Kriterien wie Wirksamkeit der Projekte mit Blick auf das Erreichen neuer Zielgruppen, ihrer Nachhaltigkeit, Innovationskraft und Kreativität sowie Multiplikatoreneffekte ausgewählt.
Projekt: "Europakoffer"
Projektverantwortliche: Paris-Lodron-Universität Salzburg
Der "Europakoffer" bringt seit 2024 EU-Themen direkt in Schulen und ermöglicht einen fächerübergreifenden Zugang zu Europa, auch in entlegenen Regionen.
Der Europakoffer reist seit 2024 durch Schulen im Bundesland Salzburg und bringt Europa, die EU und den europäischen Gedanken auch in entlegenste Regionen. 3 Wochen bleibt der Europakoffer, der mit maßgeschneiderten Materialien für 15 Unterrichtsfächer gefüllt ist, an einem Schulstandort. Der Europakoffer unterstützt Lehrkräfte dabei, Themen mit Europa-Bezug in ihrem jeweiligen Unterrichtsfach - von Deutsch über Physik und Geschichte bis hin zu Fremdsprachen, Sport oder Musik - greifbar zu machen. Der Europakoffer ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Europäische Integration an der School of Education der Paris-Lodron-Universität Salzburg (PLUS) in Kooperation mit dem Salzburg Centre of European Union Studies, dem Fachbereich Erziehungswissenschaft sowie Didaktik-Expertinnen und -Experten mehrerer Fachbereiche an der PLUS. Ab dem nächsten Schuljahr soll der Europakoffer österreichweit ausgerollt werden.
Europakoffer für Salzburger Schulen
Projekt: "Radioshow 'EU, was geht? - Was uns durch Europa verbindet'"
Projektverantwortliche: Timna Maria Moser, Radio-Host und Initiatorin
Die Radiosendung vermittelt EU-Politik verständlich und alltagsnah und schafft einen niederschwelligen Zugang zu europäischen Themen.
Alle 2 Monate beleuchten Timna Maria Moser und Hannes Böck in ihrer Radioshow "EU, was geht? - Was uns durch Europa verbindet" einen aktuellen europapolitischen Themenschwerpunkt und "übersetzen" EU-Politik in verständliche, alltagsnahe Geschichten - von "EU-Mythen aufgeklärt" über "EU in Tirol" bis "Neues aus der EU". Wie beeinflusst die EU unseren Alltag - und das oft, ohne dass wir es merken? Welche Entscheidungen werden in Brüssel getroffen und wie kommen diese zustande? In ihrer einstündigen Sendung auf FREIRAD - Freies Radio Innsbruck schaffen die beiden Radio-Hosts, aufgelockert durch Musik und mit Gästen, einen niederschwelligen Zugang zu EU-Themen. Das Projekt nimmt damit eine kreative Vermittlungsrolle ein und macht die EU für die Bürgerinnen und Bürger greifbar, alltagsnah und spannend.
Radioshow "EU, was geht? - Was uns durch Europa verbindet"
Projekt: "CEFoodCycle"
Projektverantwortliche: Fachhochschule Salzburg GmbH
Das Projekt entwickelt innovative Lösungen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen und stärkt die Kreislaufwirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Mit dem interdisziplinären Projekt "Circular Economy: Mapping Food Streams and Identifying Potentials to Close the Food Cycle", kurz "CEFoodCycle", wurden praxisnahe Kreislauflösungen getestet, um Lebensmittelabfall zu verringern und zirkuläre Wertschöpfungspotenziale zu erschließen. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft wurde dabei auf den gesamten Lebensmittelstrom - von der Produktion über die Verwendung bis hin zur Entsorgung - angewandt. Mit FoodCycle.ai wurde zudem ein digitales Tool entwickelt, das Unternehmen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette bei der Reduktion von Lebensmittelabfällen und der Wiederverwendung von Ressourcen unterstützt. Das EU-geförderte Interreg Alpine Space-Projekt vernetzte dabei Akteurinnen und Akteure im Rahmen von 5 regionalen "Circular Food Hubs" in Österreich, Slowenien, Italien, Frankreich und Deutschland: Landwirtinnen und Landwirte, den Einzelhandel, Energieerzeuger sowie Konsumentinnen und Konsumenten.
Der Europa-Staatspreis wurde 2015 anlässlich der 20-jährigen EU-Mitgliedschaft Österreichs ins Leben gerufen und wird 2026 zum zehnten Mal vergeben. Ziel ist die Würdigung von engagierten Menschen und spannenden Projekten, die in Österreich zu einer offenen Auseinandersetzung über das gemeinsame Europa anregen und Bewusstsein für den europäischen Gedanken schaffen. Als eine wichtige Anerkennung für all jene, die zum Verständnis der EU in Österreich und zum Zusammenhalt in Europa beitragen, holt der Europa-Staatspreis die Personen, Organisationen und Institutionen hinter den Projekten vor den Vorhang.
Weitere Informationen zum Auswahlprozess der Projekte (nominierte Finalistinnen und Finalisten in den 3 Preis-Kategorien; Mitglieder der Fachjury) sowie allgemeine Informationen finden Sie auf der Europa-Staatspreis-Website.
Bilder von dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.
Rückfragen & Kontakt:
Lisa Neuhauser
Pressesprecherin der Bundesministerin
Telefon: +43 1 53 115-0
E-Mail: [email protected]
Bundeskanzleramt Österreich
Abteilung IV/10: Europakommunikation und Strategie
Team Europa-Staatspreis
E-Mail: [email protected]