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Freistaat Bayern

03/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/13/2026 03:17

Minister Mehring widerspricht Bundespräsident bei Social-Media-Verboten: „Das beste Argument gegen pauschale Digital-Verbote ist das Nutzerverhalten der Babyboomer“

Die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche gewinnt bundesweit an Dynamik. Hintergrund sind Äußerungen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der sich in einem Interview für ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 14 Jahren ausgesprochen hat. Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring widerspricht dieser Forderung deutlich und warnt vor pauschalen Digital-Verboten.

Minister Mehring erklärt: "Das beste Argument gegen pauschale Digital-Verbote für junge Menschen ist das Nutzerverhalten der Babyboomer-Generation! Wer ohne soziale Medien aufgewachsen ist, zeigt heute nicht automatisch die reflektierteste Nutzung. Ein später Einstieg ist offensichtlich kein Garant für digitale Vernunft. Im Gegenteil: unsere Jugendlichen zeigen sich sogar resilienter gegen rechte Propaganda, das zeigt etwa unsere U18-Wahl zur Kommunalwahl mit dem Bayerischen Jugendring. Dort haben Jugendliche deutlich seltener rechtsextrem gewählt, als Erwachsene bei den realen Wahlen. Soziale Medien sind Teil unserer Lebensrealität - genau wie einst Buchdruck, Radio oder Farbfernsehen. Aus Überforderung mit dieser Entwicklung einen digitalen Verbotsstaat zu errichten, wäre eine Kapitulation vor der digitalen Transformation."

Klare Identitäten statt pauschaler Verbote

Mehring plädiert stattdessen für wirksame und technisch umsetzbare Lösungen zum Jugendschutz im Netz. "Das Problem ist nicht das Fehlen von Regeln, sondern ihre fehlende Durchsetzung." Schon heute existierten Altersvorgaben auf vielen Plattformen, die in der Praxis jedoch kaum überprüft würden.

Der Digitalminister spricht sich deshalb für eine verbindliche Klarnamenpflicht mit verlässlicher Altersverifikation aus: "Nur wenn klar ist, wer und wie alt jemand im Netz ist, können Plattformen Inhalte wirklich altersgerecht ausspielen." Ziel müsse ein System sein, das an das bewährte FSK-Modell im Filmbereich erinnert - mit klaren Altersstufen und wirksamer Verifikation. "So schützen wir junge Menschen im Netz, ohne ihnen pauschal den Zugang zur digitalen Welt zu verbieten."

Digitale Kompetenz statt Verbots-Kokon

Gerade im Zeitalter von KI und digitaler Transformation sei Medienkompetenz entscheidend für gesellschaftliche und berufliche Chancen. "Statt einen vermeintlich schützenden Verbots-Kokon über die nächste Generation zu stülpen, sollten wir junge Menschen fit fürs Digitale machen", so Mehring.

Die Ergebnisse der U18-Wahl, die erstmals in Pilotkommunen auch digital stattfand, finden Sie hier: https://www.bjr.de/service/presse/pressemeldungen/u18-wahl-bayerns-jugend-hat-gewaehlt

Pressemitteilung auf der Seite des Herausgebers

Freistaat Bayern published this content on March 13, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on March 13, 2026 at 09:17 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]