03/10/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/10/2026 07:07
Neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, moderne und digitale Werkzeuge und eine einfache Handhabung: Viele Schüler*innen und Lehrkräfte bewerten die Nutzung von Microsoft 365 grundsätzlich positiv. Auch viele Eltern begrüßen, dass Schüler*innen mit Anwendungen arbeiten, die auch außerhalb der Schule weit verbreitet sind.
Das zeigte sich auch auf dem Fachtag "Digitale Schule" der Landeshauptstadt Hannover am Montag, den 9. März, an der Leonore-Goldschmidt-Schule. Dort tauschten sich Lehrkräfte, Eltern und Fachleute der Stadt über ihre Erfahrungen mit digitalen Werkzeugen im Unterricht aus.
Gleichzeitig gibt es auch kritische Stimmen - insbesondere mit Blick auf den Einsatz von Software eines US-amerikanischen Unternehmens im Bildungsbereich und die damit verbundenen Datenschutzfragen.
"Wir nehmen bestehende Verunsicherungen ernst. In den vergangenen Monaten haben wir Microsoft 365 bewusst nur mit deutlichen Einschränkungen genutzt, um datenschutzrechtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Im nächsten Schritt werden wir prüfen, wie ein datenschutzgerechter Einsatz ausgestaltet werden kann, der gleichzeitig den Schulen im Alltag hilft", sagt Bildungsdezernentin Eva Bender.
Digitalisierungsdezernent Lars Baumann ergänzt: "Die bisherigen Erfahrungen helfen uns, den Einsatz digitaler Werkzeuge an Schulen fundiert weiterzuentwickeln. Wir arbeiten nun daran, klare Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch für andere Schulträger in Niedersachen Orientierung geben können."
Nutzung wird vorerst nicht ausgeweitet
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass digitale Werkzeuge die Zusammenarbeit im Schulalltag erleichtern können. Gleichzeitig müssen einige datenschutzrechtliche Fragen noch weiter geklärt werden. Eine Ausweitung der Nutzung von Microsoft 365 wird daher vorerst zurückgestellt.
Erfahrungen aus dem Schulalltag
Bis jetzt konnten die Schulen Microsoft 365 nur mit deutlichen Einschränkungen nutzen, um datenschutzrechtliche Anforderungen zu berücksichtigen. Zum Einsatz kamen vor allem die klassischen Office-Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint sowie Kommunikations- und Kollaborationstools wie Outlook, Teams und OneDrive. Erweiterte Funktionen - wie etwa KI-Anwendungen - waren deaktiviert.
Die Rückmeldungen aus den Schulen zeigen: einige dieser Einschränkungen erschweren den schulischen Alltag. Gleichzeitig berichten Lehrkräfte von stabileren Systemen und neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Unterricht.
Alternative Lösungen auf Basis rein europäischer Open-Source-Software bieten zwar große Transparenz und Gestaltungsmöglichkeiten, erfordern jedoch häufig deutlich mehr Eigenbetrieb, spezialisiertes Fachwissen sowie zusätzlichen Entwicklungs- und Supportaufwand. Für eine kommunale Schul-IT mit hunderten Schulen und tausenden Endgeräten ist dies häufig nur schwer wirtschaftlich darstellbar.
Die Landeshauptstadt Hannover im Austausch mit Landesdatenschutzbeauftragten
Um offene Fragen zu klären, startet die Landeshauptstadt einen Austausch mit dem Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen. Ziel ist es Lösungen zu entwickeln, die sowohl einen hohen Schutz der Schüler*innendaten gewährleisten als auch praktikabel im Schulalltag sind. Die Ergebnisse könnten auch für andere Schulträger in Niedersachsen eine wichtige Orientierung bieten.
Hintergrund
Microsoft 365 wird im Bildungsbereich bereits in mehreren Bundesländern eingesetzt. Hannover gehört zu den ersten Kommunen in Niedersachsen, die die datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz in enger Abstimmung mit dem Landesdatenschutzbeauftragten klären wollen.