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eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

10/15/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/15/2026 05:23

EuroCloud Pulse Check 2026: Europäische Clouds gewinnen im KI-Zeitalter an Bedeutung

KI treibt die Diversifizierung der Cloud-Strategien - europäische Anbieter gewinnen vor allem als zusätzliche Option in Multi-Cloud-Umgebungen an Bedeutung

  • 53 Prozent der Unternehmen planen europäische Cloud-Anbieter für KI-Anwendungen und -Modelle ein
  • Multi-Cloud gewinnt an Bedeutung: Künftig wollen 21 Prozent mehrere Public-Cloud-Anbieter nutzen
  • 66 Prozent beschäftigen sich mit einem Anbieterwechsel, doch nur 42 Prozent halten eine Migration für einfach

Künstliche Intelligenz verändert die Cloud-Strategien deutscher Unternehmen und eröffnet europäischen Cloud-Anbietern neue Chancen. Für den Betrieb von KI-Anwendungen und -Modellen planen 53 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwei Jahren europäische Cloud-Anbieter ein. Gleichzeitig wird die Cloud-Landschaft vielfältiger: Statt auf ein einzelnes Modell oder eine Anbieterklasse zu setzen, kombinieren Unternehmen Plattformen zunehmend nach konkretem Anwendungsfall. Das zeigt der neue EuroCloud Pulse Check 2026 "Europas Cloud-Chance im KI-Zeitalter - Zwischen Innovation, digitaler Souveränität und europäischer Resilienz", den die techconsult GmbH im Auftrag von EuroCloud Deutschland und eco - Verband der Internetwirtschaft e.V. unter 250 IT-Verantwortlichen deutscher Unternehmen durchgeführt hat.

KI schafft neue Chancen für europäische Anbieter
Die Ergebnisse sprechen dabei nicht für eine Ablösung internationaler Plattformen, sondern für eine zunehmend arbeitsteilige Cloud-Landschaft. Unternehmen wählen stärker danach, welche Plattform für welchen Workload geeignet ist. Europäische Anbieter punkten insbesondere dort, wo Datenkontrolle und rechtliche Sicherheit eine wichtige Rolle spielen: Bei Geschäftsprozesssoftware würden 63 Prozent der Unternehmen einen europäischen Anbieter bevorzugen, beim Identitäts- und Zugriffsmanagement 62 Prozent und bei Compliance- und Datenresidenzlösungen 61 Prozent. Bei KI ist das Wettbewerbsfeld dagegen offener, hier zählen neben Souveränität insbesondere Rechenleistung, verfügbare Modelle und die Integration in bestehende Ökosysteme.

"KI eröffnet europäischen Cloud-Anbietern ein erhebliches Wachstumsfeld. Dabei geht es nicht um ein Entweder-oder zwischen europäischen und internationalen Plattformen. Unternehmen brauchen Wahlfreiheit und die Möglichkeit, für jeden Workload die passende Lösung einzusetzen. Souveränität wird deshalb dann zum Wettbewerbsvorteil, wenn sie mit technischer Leistungsfähigkeit, einfacher Integration und echter Portabilität verbunden ist", sagt Dr. Nils Kaufmann, Vorstand bei EuroCloud Deutschland.

Multi-Cloud wächst, Portabilität wird zum Prüfstein
Die Hybrid Cloud bleibt mit 46 Prozent das am häufigsten genutzte Modell. Zugleich gewinnt die ausschließlich genutzte Private Cloud an Gewicht. Ihr Anteil steigt von 14 auf 22 Prozent, getragen vor allem vom Mittelstand und von Daten- und KI-Workloads. Der Anteil der Unternehmen mit Multi-Cloud-Strategie soll sich dagegen von aktuell 10 auf künftig 21 Prozent mehr als verdoppeln. Die Entwicklung spricht damit weniger für eine Rückkehr zu einem einzelnen Betriebsmodell als für eine stärkere Differenzierung der Cloud-Landschaft.
Mit der wachsenden Zahl eingesetzter Plattformen gewinnen auch Interoperabilität und Portabilität an Bedeutung. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass diese strategische Bedeutung im konkreten Beschaffungsprozess bislang nur begrenzt durchschlägt: 66 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich innerhalb der kommenden 12 bis 24 Monate mit einem Wechsel wesentlicher Workloads oder ihres primären Cloud-Anbieters. 20 Prozent haben konkrete Pläne, weitere 46 Prozent prüfen einen Wechsel. Gleichzeitig bewerten nur 42 Prozent eine Migration mit überschaubarem Aufwand als sehr oder eher einfach.

Auch offene und anbieterunabhängige Technologien sowie Flexibilität beim Anbieterwechsel werden von jeweils 62 Prozent als wichtig bewertet, spielen bei der konkreten Providerwahl jedoch eine vergleichsweise geringe Rolle. Dort dominieren spezialisierte Dienstleistungen, einfache Bedienung und Kostentransparenz.

Europas Cloud-Chance entscheidet sich in der Umsetzung
Für europäische Anbieter liegt darin Chance und Aufgabe zugleich. Rund drei Viertel der Unternehmen schreiben europäischen Clouds bereits eine primäre, gleichwertige oder wichtige ergänzende Rolle in ihrer Strategie zu. Zugleich zählen hohe Migrations- und Umstellungskosten sowie Unsicherheit über die langfristige Marktposition mit jeweils 29 Prozent zu den größten Hürden für ihren Einsatz.

"Europas Cloud-Markt tritt in eine neue Phase ein. Zusätzliche Wahlmöglichkeiten und ein leistungsfähiges europäisches Cloud-Ökosystem können die bestehende globale Anbieterlandschaft sinnvoll ergänzen. Digitale Souveränität bedeutet dabei vor allem, technologische Abhängigkeiten beherrschbar zu machen und Unternehmen dauerhaft handlungsfähig zu halten", sagt Felix Höger, Vorstand bei EuroCloud Deutschland und eco.

EuroCloud Pulse Check 2026 jetzt kostenfrei herunterladen: https://www.eco.de/studie-eurocloud-pulse-check-2026-europas-cloud-chance-im-ki-zeitalter/

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