07/03/2026 | News release | Distributed by Public on 07/03/2026 05:48
Es sieht fast aus wie ein Openair. In Ecône im Unterwallis gab es aber keine Bands im Line-up, sondern Bischöfe - dazu cashless Armbänder für die Verpflegung und mobile Beichtstühle für die Seele. Am Mittwoch nahmen 16'000 Anhänger der erzkonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X. aus aller Welt an einer Bischofsweihe teil - die gegen den ausdrücklichen Willen des Vatikans stattfand. Weil damit gegen das Kirchenrecht verstossen wurde, exkommunizierten sich die Priester mit der Weihe. Im offiziellen Dekret ist von einer «Handlung schismatischer Natur» die Rede. Für die sechs Männer bedeutet das den Ausschluss aus der römisch-katholischen Kirche: Sie dürfen keine Sakramente mehr spenden oder empfangen und kein kirchliches Amt mehr ausüben.
Der Konflikt zwischen Rom und der Piusbruderschaft reicht bis in die 1960er-Jahre zurück, zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Die katholische Kirche öffnete sich damals der modernen Welt: Unter anderem suchte sie den Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen, bekannte sich zur Religionsfreiheit und erlaubte Gottesdienste auch in andere Sprachen abzuhalten. Gründer Marcel Lefebvre ging das zu weit. Bis heute lehnt seine Bruderschaft diese Reformen ab und hält zum Beispiel an der lateinischen Messe fest.
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