Bundesland Hessen

05/06/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/06/2026 05:35

Zahl der ausländischen Beschäftigten steigt kontinuierlich

06.05.2026

Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

Pressemitteilung

Integrationsmonitor

Zahl der ausländischen Beschäftigten steigt kontinuierlich

Hessen ist angesichts des Fach- und Arbeitskräftemangels auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Schon seit 2020 ist der Beschäftigungszuwachs am hessischen Arbeitsmarkt allein auf ausländische Beschäftigte zurückzuführen - gleichzeitig aber ziehen mehr Menschen aus klassischen Ländern der Arbeitsmigration wie Polen, Bulgarien oder Rumänien von hier weg als neu hinzukommen. Dringender Handlungsbedarf besteht mit Blick auf die Sprachkenntnisse vor allem junger Menschen. Zudem ist die Zahl an Asylbewerbern deutlich gesunken. So lauten die zentralen Ergebnisse der achten Auflage des Hessischen Integrationsmonitors (HIM), die Sozialministerin Heike Hofmann am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz im Hessischen Landtag vorgestellt hat.

"Der aktuelle Integrationsmonitor dient der Landesregierung als datengestützte Planungs- und Entscheidungsgrundlage und ist gleichzeitig umfassendes Infopaket für Politik und Bevölkerung. Wir nutzen für den HIM 27 verschiedene Datenquellen - teilweise frei zugängliche wie den Mikrozensus, Arbeits- oder Asylstatistiken, aber auch Umfragen wie das Sozioökonomische Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung", erläuterte Hofmann. Sie verwies darauf, dass der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Hessen der höchste unter den Flächenländern sei - also der Anteil von Menschen, die selbst oder von denen mindestens ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit nicht durch Geburt innehat (39 Prozent).

Hessen erstmals mit negativem EU-Wanderungssaldo

Die neue Ausgabe des Integrationsmonitors zeigt: Bei den Zuzügen war im hier maßgeblichen Jahr 2024 die Gruppe der Ukrainerinnen und Ukrainer mit über 17.000 Menschen weiterhin die größte, gefolgt von Menschen aus Rumänien und der Türkei. Insbesondere bei den osteuropäischen Ländern stehen hohen Zuzugszahlen aber die ebenso hohe Zahl derer gegenüber, die Deutschland wieder verlassen haben: 2024 sind aus Rumänien, Polen und Bulgarien weniger Menschen nach Hessen gekommen als in ihr Heimatland zurückgingen - damit hat Hessen erstmalig ein negatives EU-Zuwanderungssaldo.

"Dass die Zahl der Zuzüge sinkt, hängt zum einen mit der verbesserten wirtschaftlichen Perspektive in den Herkunftsländern zusammen - doch zum anderen auch damit, dass Menschen von einer abnehmenden Willkommenskultur und von Ausgrenzungserfahrungen in Deutschland berichten. Das muss uns wirklich große Sorgen bereiten - nicht zuletzt, weil wir auf internationale Fach- und Arbeitskräfte angewiesen sind. Die letzte Prognose geht von 240.000 fehlenden Fachkräften in Hessen bis 2030 aus. Ohne qualifizierte Zuwanderung ist diesem Mangel nicht ansatzweise beizukommen", machte Ministerin Hofmann deutlich - und wies zum Beleg auf die Entwicklung des Beschäftigungszuwachses auf dem hessischen Arbeitsmarkt in Hessen hin. Hier verdeutlicht das HIM-Zahlenwerk, dass dieser Zuwachs ausschließlich auf ausländische Beschäftigte zurückzuführen ist: Von Januar 2020 bis Juni 2025 stieg deren Zahl um 28 Prozent von knapp 440.000 auf jetzt rund 560.000 Beschäftigte. Die Zahl der deutschen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sank im selben Zeitraum hingegen minimal um 6.000 auf rund 2,2 Millionen.

"Wir reden also über einen Arbeitsmarkt und eine regionale Wirtschaft, für die der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen darstellt - und die auf Menschen aus dem Ausland dringend angewiesen sind. Ohne Zuwanderung hätten wir schon jetzt die massiven wirtschaftlichen Probleme, die uns durch den Fachkräftemangel künftig drohen könnten", stellte die Ministerin fest.

Zahl der Asylzugänge deutlich gesunken

Deutlich gesunken ist laut der Daten des Monitors die Zahl der Asylzugänge: 2025 kamen demnach knapp 8.000 Asylbewerberinnen und -bewerber nach Hessen - der abgesehen vom Corona-Jahr 2020 niedrigste Wert seit 2012. "Die Beruhigung hier ist vor allem auf die veränderte Situation in Herkunfts- und Transitländern wie Syrien, Tunesien und entlang der Westbalkanroute zurückzuführen. Die Entwicklungen im Nahen Osten hatten demgegenüber bislang noch keinen Einfluss auf die Zahl der Geflüchteten in Hessen", erläuterte Hofmann.

Eine besondere Herausforderung zeigt der Integrationsmonitor im Bereich Bildung und Sprache auf. Den Daten zufolge erreichen in Hessen 46 Prozent der Neuntklässler mit Migrationshintergrund im Bereich Lesen die schulischen Mindeststandards nicht - mit steigender Tendenz. "Das ist ein klarer Auftrag an uns: Wir müssen weiter intensiv an der Sprachbildung arbeiten, die bereits im Kita-Bereich eine herausragende Rolle spielen muss", stellte die Ministerin fest.

Riesiger Sprung gegenüber den Werten von vor zehn Jahren

Abschließend ging Hofmann noch auf eine Statistik ein, die, so die Ministerin, die Gesellschaft ernsthaft beschäftigen müsse: Rund die Hälfte aller Menschen mit Migrationshintergrund zeigt sich den Ergebnissen des HIM zufolge angesichts zunehmender Diskriminierung und hinsichtlich wachsenden Rassismus' sehr besorgt, weitere 40 Prozent machen sich einige Sorgen. Ähnlich hoch sind die Werte bei Befragten ohne Migrationshintergrund.

"Das heißt, 9 von 10 Menschen in Hessen sind diesbezüglich besorgt - das ist ein riesiger Sprung gegenüber den Werten von vor zehn Jahren. Wenn fremdenfeindliche Äußerungen normal werden, hat das auch wirtschaftliche Konsequenzen: Es schreckt Menschen ab, hält sie davon ab, hierherzukommen oder hierzubleiben. Kurz gesagt: Fremdenfeindliche Äußerungen sind ein Standortnachteil", sagte die Sozialministerin, die in diesem Zusammenhang abschließend dafür war, die Debatte zu den Themen Integration und Migration zu versachlichen.

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