10/16/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/16/2026 01:32
• Fake News, ungewollt lange Social-Media-Nutzung und Cybermobbing sind Herausforderungen, die den Jugendlichen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bewusst sind.
• Viel Zeit auf Social Media ist mit gesundheitlichen Auffälligkeiten verbunden.
• Ausgebildete Ansprechpersonen an Schulen, wie zum Beispiel MedienScouts, werden von mitteldeutschen Jugendlichen am häufigsten als hilfreiche Unterstützung erachtet, um Social Media sicherer und gesünder zu nutzen.
Erfurt, 16. Oktober 2026. Fake News, ungewollt lange Nutzung und Cybermobbing - vielen Jugendlichen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Herausforderungen, die Social Media mit sich bringt, bewusst. Das zeigt der Social-Media-Report "Jugend zwischen Like und Limit" der Techniker Krankenkasse (TK) mit Teilergebnissen für die drei Bundesländer. Demnach ist die Hälfte der befragten Zwölf- bis 17-Jährigen durch die Verbreitung von Fake News, falsche Informationen oder Bildern gestresst oder genervt. Jeweils etwa ein Drittel der Befragten gab an, dass sie zu viel Zeit auf Social Media verbringen (36 Prozent) oder Mobbing und Beleidigungen (32 Prozent) als Problem ansehen.
"Unsere bundesweite Befragung untermauert einmal mehr, dass der Umgang mit Social Media gesundheitsrelevant werden kann, auch wenn sich auf Basis der Befragung kein ursächlicher Zusammenhang ableiten lässt", sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. "Fundierte Medienbildung ist Gesundheitsschutz, deswegen unterstützen wir als Techniker Krankenkasse Präventionsangebote in diesem Bereich besonders."
Jugendliche, die täglich vier Stunden oder länger in sozialen Netzwerken unterwegs sind, leiden häufiger unter körperlichen Beschwerden wie Schlafproblemen als diejenigen, die täglich ein bis zwei Stunden Social Media nutzen (38 Prozent vs. 14 Prozent). Die befragten Jugendlichen gaben bei einer längeren Social-Media-Nutzung außerdem häufiger an, Kopfschmerzen oder Migräne (37 Prozent vs. 12 Prozent), Muskelverspannungen oder Rückenschmerzen (30 Prozent vs. 17 Prozent) zu haben.
Ähnlich sind die Unterschiede bei mentalen Auffälligkeiten: Jugendliche, die vier Stunden und länger auf Social Media unterwegs sind, gaben eher an, mit Unsicherheit und Zweifeln zu kämpfen (41 Prozent vs. 22 Prozent), unzufrieden mit sich selbst (40 Prozent vs. 22 Prozent), innerlich unruhig (39 Prozent vs. 17 Prozent) oder erschöpft (39 Prozent vs. 22 Prozent) zu sein, als diejenigen, die soziale Netzwerke ein bis zwei Stunden nutzen.
Auf die Frage, was ihnen dabei helfen könnte, Social Media gut und sicher zu nutzen, nannten mit 50 Prozent die meisten Jugendlichen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ausgebildete Ansprechpersonen an der Schule, wie zum Beispiel MedienScouts.
"Der Ansatz, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen weiter auszubauen, indem man in ihrer Lebenswelt mit ihnen spricht, statt über sie, trifft bei den jungen Menschen auf Zuspruch. Diese Beteiligung und die Diskussion auf Augenhöhe sind wichtige Bausteine nachhaltiger Prävention, die in den von uns angebotenen und geförderten Projekten eine entscheidende Rolle spielen", sagt Dressel.
Auf den Plätzen zwei und drei der Unterstützungsangebote, die Jugendliche aus Mitteldeutschland als hilfreich erachten, stehen Workshops und Kurse zum Beispiel an der Schule (47 Prozent) und Gespräche mit den Eltern (47 Prozent). Um die Bezugspersonen der Jugendlichen für diese Aufgabe fit zu machen, bieten die Thüringer Aktionstage Medienbildung noch den gesamten Oktober zahlreiche Angebote.
Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit insgesamt 1.400 Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit 200 Personen pro Ländergebiet mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse. Die Stichprobe entspricht einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse beziehen sich auf Mitteldeutschland; also die Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die gesundheitlichen Auffälligkeiten bei längerer Social Media Nutzung beziehen sich auf die gesamte Umfrage.
Im Rahmen der Prävention hat die TK ein großes Angebot an Projekten zur Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen für Eltern, Kita und Schulen, wie zum Beispiel "Gemeinsam Klasse sein", Law4school , IPSY (suchtpräventives Lebenskompetenzprogramm) oder Mental² . Des Weiteren beteiligt sich die TK fachlich und inhaltlich an der Kampagne der Bundesschüler*innenkonferenz "Uns geht's gut!", zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus fördert die TK auch qualitätsgeprüfte Angebote wie zum Beispiel Workshops für Schulen der Online-Beratungsstelle Juuuport oder die jährliche Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock.
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