Westfälische Wilhelms-Universität Münster

04/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/13/2026 06:23

Universität eröffnet Ausstellung über Hungersnot in der Ukraine 1932/33

Die Ausstellung "Wieso seid ihr noch am Leben?" war bereits in der Ludwig-Maximilians-Universität München zu sehen. © LMU München - Gerhard Gnauck

Universität eröffnet Ausstellung über Hungersnot in der Ukraine 1932/33

Die Schau "Wieso seid ihr noch am Leben?" ab dem 21. April im Fürstenberghaus

Der Holodomor von 1932/33, ukrainisch für "Tod durch Hunger", zählt zu den größten menschlichen Katastrophen und Verbrechen in Europa im 20. Jahrhundert. Etwa vier Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer starben infolge der stalinistischen Zwangskollektivierung, der Beschlagnahmung von Getreide und der Abriegelung ganzer Regionen. In der Ausstellung "Wieso seid ihr noch am Leben?" werden die Hungersnot, das Leid der Bevölkerung, das sowjetische Schweigen, die Aufarbeitung und der russische Umgang mit dem Verbrechen heute thematisiert. Die Eröffnung, die die Abteilung für osteuropäische Geschichte der Universität Münster ausrichtet, findet am 21. April (Dienstag) um 18.15 Uhr im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses (Domplatz 2) statt. Die Ausstellung ist bis zum 12. Mai im Foyer zu sehen. Interessierte sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Zur Eröffnung spricht der Saerbecker André Sahorn über die Folgen des Holodomors für das Leben seines Vaters, der seinerzeit in der Ukraine gelebt hat. Seine Schilderungen eröffnen einen persönlichen Zugang zu dem historischen Verbrechen. Darüber hinaus wird Prof. Dr. Ricarda Vulpius, Lehrstuhlinhaberin für osteuropäische Geschichte an der Universität Münster, in den heutigen Kenntnisstand über das Verbrechen einführen. Die Vorsitzende des Vereins für Ukrainische Sprache und Kultur in Münster, Mariya Sharko, wird schließlich den Holodomor im kollektiven Gedächtnis der heutigen Ukraine beleuchten.

Die größte Hungersnot in der europäischen Geschichte wurde jahrzehntelang verschwiegen. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion in den frühen 1990er-Jahren konnte das volle Ausmaß des Verbrechens historisch aufgearbeitet werden. Die Ausstellung zeigt die politische Vorgeschichte, den Verlauf und die Nachwirkungen des Holodomors.

Zum Hintergrund

Das Ukrainische Institut des Nationalen Gedenkens und das Holomodor-Museum in Kiew konzipierten die Ausstellung mit dem vollen Titel "Wieso seid ihr noch am Leben? Der Holodomor 1932/33: Stalin stürzt die Ukraine in die größte Hungersnot der Geschichte Europas". Das Mykola-Haievoi-Zentrum für moderne Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Ukrainischen Katholischen Universität in Lwiw holten sie nach Deutschland. Die Wanderausstellung war bereits in München zu sehen, ab Mai macht sie unter anderem in Potsdam und Köln Station.

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