09/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/01/2026 22:08
Landrat Frank Steffen äußert sich bewegt über den erneuten Fall einer Gewalttat in Erkner, bei der am 31. August eine Frau tödlich verletzt wurde.
"Während wir noch die Ereignisse in Gosen-Neu Zittau versuchen zu fassen, sind wir wieder mit einer Nachricht konfrontiert, die uns alle tief bewegt zurücklässt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Opfers."
Auch in dieser Situation gilt unser großer Dank den Rettungskräften und unseren Notfallseelsorgern des Landkreises, die in so kurzer Zeit ein hohes, seelisch anspruchsvolles Pensum leisten.
Auch der Landkreis möchte seine niedrigschwelligen Angebote verstärkt in den Fokus rücken, die es Familien und insbesondere Frauen ermöglichen, anonym Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Allen voran sind die Erziehungs- und Familienberatungsstellen zu nennen (EFB), deren Angebotsportfolio groß ist, u.a. familientherapeutische Angebote enthält und das zudem in ein
Netzwerk weiterführender Hilfen mündet.
Katja Kaiser, Dezernentin für Jugend, Soziales und Kultur im Landkreis Oder-Spree, spricht den Betroffenen ihre tiefe Anteilnahme aus und appelliert:
"Wir haben eine absolut breit gefächerte Beratungs- und Betreuungslandschaft im Landkreis Oder-Spree - Betroffene müssen sich den Mut fassen, sich an diese Stellen zu wenden. Je früher, desto besser - aber es ist auch nie zu spät, Hilfe zu suchen."
Im Fokus der Arbeit im Landkreis steht zuallererst natürlich das Verhindern von Taten, Risikofaktoren in den Blick zu nehmen und nicht zuletzt auch den Bekanntheitsgrad der Anlaufpunkte zu erhöhen.
Neben den Erziehungs- und Familienberatungsstellen gibt es im Landkreis zwei Frauenhäuser, die sowohl stationär als auch mobil in einem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst Frauen betreuen.
Katja Kaiser betont:
"Im Familienkontext ist natürlich immer auch das Jugendamt als Ansprechpartner erreichbar, aber auch der Sozialpsychiatrische Dienst für besondere Belange bzw. verweisend im Einsatz. Wir konzentrieren uns bei der Arbeit natürlich sehr auf diejenigen, die Gewalt erfahren oder sich von ihr bedroht fühlen. Der Appell, sich Hilfe zu suchen, steht aber immer im Gesamt-Familienkontext -Berater in den jeweiligen Stellen sind geschult, für beide Seiten Lösungen zu finden."
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises ist Ansprechpartner für Erwachsene in psychischen Krisen. Er berät, schätzt Unterstützungsbedarfe ein und vermittelt bei Bedarf medizinische, psychiatrische oder psychosoziale Hilfen. Die polizeiliche Gefahrenabwehr und spezialisierte Gewaltberatung kann er jedoch nicht ersetzen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass weiterer Bedarf an Plätzen in Frauenhäusern vorhanden ist und in den Strukturen auch finanziell nachgesteuert werden muss. Auf Landesebene ist die Herausforderung aktuell, die konkrete Bedarfslage zu eruieren, um konkrete Kapazitäten abschätzen zu können. Mit dem Bekenntnis zur Istanbul-Konvention und dem Gewaltschutzgesetz wird die Ausweitung von Frauenschutzplätzen bundesweit in Angriff genommen und mit dem zuletzt verabschiedeten "Leitfaden zum Hochrisikomanagement" (Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ)) in den Beratungsstellen ausgerollt.
Anlaufstellen und Angebote im Landkreis Oder-Spree sind:
Bundesweite Hotlines (rund um die Uhr, anonym, kostenfrei)
Datum: 2. September 2026