08/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/13/2026 02:27
Im Jahr 2025 fielen laut einer Berechnung der Boston Consulting Group rund 13,3 Millionen Tonnen Post-Consumer-Textilabfälle in Europa an. Das sind rund 25 Kilogramm pro Person.1 Die erste Konsequenz daraus ist klar: Tragbare Kleidung sollte möglichst lange weiterverwendet werden. Doch selbst bei höchster Qualität ist jedes Textil irgendwann am Ende seiner Lebensdauer angelangt. Dann braucht es Recyclinglösungen, die aus nicht mehr nutzbarer Kleidung wieder Rohstoffe machen. Hier besteht massiver Aufholbedarf, denn derzeit stammt weniger als 1 Prozent des globalen Fasermarktes aus Faser-zu-Faser-Recycling.2
Alttextilien bestehen häufig aus unterschiedlichen Fasern und Materialmischungen. Erst wenn Materialzusammensetzung und Farbe geklärt sind, lässt sich bestimmen, welcher Recyclingweg geeignet ist und welcher Sekundärrohstoff daraus entstehen kann. Noch ist die Sortierung das Nadelöhr beim Textilrecycling: Aktuell wird fast ausschließlich in Reuse- und nicht Reuse-fähige Textilien getrennt, Materialsortierung findet so gut wie nicht statt. Aber: Je präziser nach Materialien getrennt wird, desto gezielter können geeignete Textilien für die weitere Verarbeitung aufbereitet werden. Zwar eignet sich nicht jede Faser für neues Garn, geringere Faserqualitäten können aber in sogenannten Open-Loop-Anwendungen weiterverwendet werden - etwa für Automobilzubehör, Dämmstoffe, Möbel oder Akustikpaneele. Die Königsdisziplin ist das Faser-zu-Faser-Recycling: Geeignete Alttextilien werden dabei wieder zu Ausgangsmaterial für neue Textilien. Genau diesen Closed Loop treibt Saubermacher mit innovativen Projekten und Produkten voran und wird damit vom Sammler und Entsorger zum Hersteller neuer Rohstoffe.
Sammlung, Sortierung, Aufbereitung, Faserrecycling und die Herstellung neuer Stoffe erfordern jedoch unterschiedliche Kompetenzen. Saubermacher entwickelt und erprobt deshalb gemeinsam mit Partnern neue Recyclingwege für nicht mehr nutzbare Textilien. In Projekten wie beispielsweise mit Kastner & Öhler, Gigasport, Mode Roth3, SALESIANER sowie in den Forschungsprojekten StraTex3 und ReUseTex4 werden Ansätze für Sammlung, Sortierung, Materialerkennung und Aufbereitung getestet. Für Faser-zu-Faser-Recycling arbeitet Saubermacher zudem mit Refibertech zusammen. Der spezialisierte Partner aus Portugal verarbeitet textile Abfälle zu Recyclingfasern, Garnen und Stoffen. Saubermacher will damit eine entscheidende Lücke im Textilkreislauf schließen: dort, wo Reuse endet und aus Alttextilien wieder Rohstoffe werden können. Erkenntnisse aus den laufenden Projekten fließen auch in die Planung einer Materialsortieranlage im Großraum Graz ein. Dort sollen nicht mehr nutzbare Textilien künftig automatisiert nach Material und Farbe sortiert und für weitere Recyclingprozesse aufbereitet werden.
Das Ergebnis der bisherigen Pionierarbeit von Saubermacher wird am 18. September in Form von Designs von Gabriele Rigby (Modelabel FRÖHLICH) über den Laufsteg der VIENNA FASHION WEEK.26 gehen. Sortierte und aufbereitete Fasern aus nicht mehr tragbarer Altkleidung werden dafür gemeinsam mit Primärfasern wieder zu Stoff verarbeitet. Den inhaltlichen Rahmen zur Fashion Show schafft eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Mode endet nicht. Sie beginnt neu.". Am Podium sitzen:
Moderieren wird Schauspielerin und Umweltaktivistin Lilian Klebow (SOKO Donau, Dancing Stars). Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Voraussetzungen es für Textilrecycling im großen Maßstab braucht und wie aus einzelnen Pilotprojekten Recyclingkreisläufe werden können. Die VIENNA FASHION WEEK.26 zeigt damit im Kleinen, was im Großen gelingen soll: Alttextilien nicht als Endpunkt, sondern als Rohstoff für etwas Neues zu betrachten. Saubermacher übernimmt gemeinsam mit Partnern dort Verantwortung, wo der Stoffkreislauf heute noch zu oft abreißt - damit aus Alttextil wieder Textil werden kann.
Andreas Opelt, CEO Saubermacher: "Unser Ziel ist es, möglichst viele nicht mehr nutzbare Textilien einem stofflichen Recycling zuzuführen. Dafür wollen wir bereits heute die Voraussetzungen schaffen und Lösungen in die Praxis bringen. Wer neue Recyclingwege entwickelt, Partnerschaften aufbaut und in Infrastruktur investiert, übernimmt Verantwortung - aber auch Risiko. Damit aus dieser Vorleistung ein funktionierender Markt werden kann, braucht es daher verlässliche Spielregeln und faire Bedingungen für alle."
Eva-Maria Wurzer, Business Development Textilien Saubermacher: "Textilrecycling ist Teamsport. Es gibt nicht die eine Technologie, die jedes Alttextil wieder zu einem neuen Kleidungsstück macht. Entscheidend ist, Materialien richtig zu erkennen und für jede Fraktion den passenden nächsten Schritt zu finden. Unser Ziel ist, möglichst viele Textilien wieder in textile Anwendungen zurückzubringen, um die großen Mengen an Alttextilien bewältigen zu können."
1Boston Consulting Group, "Advancing textile circularity. Europe's textile waste surge: The case for system-level scale-up" (2026): https://circulareconomy.europa.eu/platform/en/knowledge/advancing-textile-circularity-europes-textile-waste-surge-case-system-level-scale
2Textile Exchange, Materials Market Report 2025 (2025): https://textileexchange.org/knowledge-center/reports/materials-market-report-2025/
3Das Projekt "Stoff für die Zukunft" wurde im Zuge von StraTex umgesetzt. StraTex ist ein Forschungsprojekt zur Entwicklung von Sortier- und Aufbereitungsstrategien für Alttextilien, mit dem Ziel, gemischte, nicht wiederverwendbare Textilien in stofflich verwertbare Fraktionen zu überführen und damit neue Wege für hochwertiges Textilrecycling zu schaffen. Dieses Projekt wird aus Mitteln der FFG gefördert. Die FFG ist die zentrale nationale Förderorganisation und stärkt Österreichs Innovationskraft.
4Das Projekt ReUseTex wird aus Mitteln des BMIMI und der FFG gefördert.
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