German Federal Chancellor

04/20/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/21/2026 02:50

Chancen künstlicher Intelligenz für die deutsche Industrie nutzen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der Hannover Messe 2026 an der Veranstaltung "Industrielle : Von der Strategie zur Skalierung" der Initiative " Made for Germany " teilgenommen.

In seiner Impulsrede betonte der Kanzler, dass Deutschland und die Europäische Union einen souveränen Zugang zu allen Teilen der -Wertschöpfungskette benötigten. Dies beinhalte unter anderem Hardware und Software sowie Chips , Cloud-Technologien, Modelle und Daten. Deutschland könne noch in den zentralen Schlüsseltechnologien aufholen - in der Speichertechnologie, im Quantencomputing und bei künstlicher Intelligenz, insbesondere der industriellen . Als ermutigendes Beispiel nannte der Bundeskanzler die Fortschritte in der Fusionstechnik. Es bleibe das Ziel, den ersten Kernfusionsreaktor in Deutschland ans Netz zu nehmen.

In der Initiative Made for Germany engagieren sich 129 Unternehmen für den Standort Deutschland. Sie haben bis 2028 Investitionen von über 800 Milliarden Euro zugesagt, um den Standort zu stärken.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wettbewerbsfähigkeit stärken: Die Bundesregierung arbeitet an umfassenden Sozialstaatsreformen. Der Gesetzentwurf für die Reform der gesetzlichen Krankenkassen soll Ende April ins Kabinett kommen, die Rentenreform im Sommer folgen und die Einkommensteuerreform Anfang des kommenden Jahres. Zugleich müsse Deutschland auch in der das Zugpferd für bessere Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratierückbau sein.
  • Potenziale der nutzen: Mit der beschlossenen Rechenzentrumsstrategie werde Deutschland seine digitalen Kapazitäten massiv ausbauen. Mit der Hightech Agenda Deutschland werden zentrale Schlüsseltechnologien wie Quantentechnologie, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusionsenergie und gezielt gefördert. Auf europäischer Ebene setzt sich die Bundesregierung für eine Vereinfachung der gesamten -Digitalgesetzgebung ein, einschließlich der -Verordnung.
  • -Politik als -Unterstützerin: -Projekte, wie die Förderung von Vorhaben durch die IPCEI-AI -Förderung hätten ein leistungsfähiges -Ökosystem auf den Weg gebracht, so der Kanzler. Das sei kompatibel mit dem europäischen Rechtsrahmen und dem europäischen Binnenmarkt. Der Cloud and Development Act schaffe dazu effektive Anreize für Investitionen in Rechenzentren, Cloud und neue Kapazitäten.

Lesen Sie hier die Mitschrift der Rede:

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Lieber Roland Busch, stellvertretend für alle Mitinitiatoren der Initiative "Made for Germany",
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung, und herzlichen Dank dafür, dass Sie bereit waren, den Zeitablauf heute Morgen etwas anzupassen. Wir sind noch nicht so ganz wieder im Zeitplan zurück, seitdem wir heute Morgen mit etwas Verspätung den Messerundgang begonnen haben.

Ich will die Gelegenheit nutzen und einen ganz herzlichen Dank sagen an alle diejenigen, die vor knapp einem Jahr diese Initiative gegründet haben, die sich jetzt zu einer wirklich eindrucksvollen Größe entwickelt hat. Es sind jetzt weit über hundert Unternehmen. Wir haben es eben in den Zahlen gesehen: über 800 Milliarden Euro Investitionszusagen für Deutschland im Rahmen von "Made for Germany". Das ist eine großartige Initiative. Lieber Roland Busch, stellvertretend für alle, die daran mitgewirkt haben: Herzlichen Dank, dass Sie das machen!

Wir wissen, dass wir seitens der Bundesregierung und seitens unserer Standortbedingungen etwas verbessern müssen. Sie haben dankenswerterweise nicht nur das Gebäude des Deutschen Bundestages, das alte Reichstagsgebäude, eingeblendet, sondern auch die Kommission in Brüssel.

Lassen Sie mich deshalb damit beginnen: Manch einer wird immer wieder versucht sein zu kritisieren, dass ich mich sehr intensiv um die Zusammenarbeit in der Europäischen Union kümmere. Ich werde hin und wieder sogar als Außenkanzler apostrophiert. Ich nehme das mittlerweile als ein Kompliment wahr, weil ich nämlich auf diese Art und Weise versuche, Außenpolitik, Außenwirtschaftspolitik, Europapolitik und deutsche Wirtschaftspolitik miteinander zu verbinden. Wir wollen Europa voranbringen, und ich weiß: Wenn es uns in Europa nicht gelingt, dann wird es uns auch in Deutschland nicht gelingen. Deswegen werde ich mich weiterhin so stark in der Europäischen Union engagieren.

Wir brauchen auch in Europa einen neuen Aufbruch. Wir haben eine intensive Diskussion über Entbürokratisierung und den Rückbau der überbordenden europäischen Bürokratie begonnen. Wir haben mit allen 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am 12. Februar eine ganztägige Auszeit genommen und uns nur mit den beiden Fragen beschäftigt: Was kann den europäischen Binnenmarkt voranbringen und wie können wir die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken?

Noch einmal, ich bleibe dabei: Wir Deutsche, die deutsche Bundesregierung, werden und müssen uns stark engagieren, damit die europäischen Rahmenbedingungen besser werden, als sie gegenwärtig sind, obwohl wir in Europa gemeinsam schon große Chancen und viele Möglichkeiten haben.

In dieser Europäischen Union muss Deutschland das Zugpferd sein, muss Deutschland die Lokomotive sein. Deswegen haben wir uns auf den Weg gemacht, wirklich umfassende Reformen in Deutschland zu verwirklichen. Ja, es ist so, wir haben das über mindestens eine Dekade versäumt. Wir sind zu langsam geworden. Wir haben den Zug der Zeit und die Entwicklungen auf der Welt in vielerlei Hinsicht nicht richtig eingeschätzt. Wir haben die Dynamik, die sich um uns herum entwickelt hat, unterschätzt. Das holen wir jetzt aber auf, und die gute Nachricht ist: Es ist noch nicht zu spät. Das haben Sie heute Morgen hier diskutiert, und das haben wir gerade in dem kleinen Einspielfilm auch noch einmal gesehen.

Ich will etwas hinzufügen: Ich hätte vor einem Jahr oder vor zwei Jahren noch nicht daran geglaubt, dass wir in diesen zentralen Schlüsseltechnologien, also etwa in der Speichertechnologie, im Quantencomputing und bei der - vor allen Dingen der industriellen - doch noch aufholen können. Heute wissen wir: Wir können es, wir wollen es und wir werden es auch hinbekommen, diesen Aufholprozess weiter zu verstetigen, zu beschleunigen und dafür zu sorgen, dass wir alle diese Chancen, die sich mit diesen modernen Technologien verbinden, auch tatsächlich in Deutschland nutzen.

Wir haben die Unternehmen, wir haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wir haben die Wissenschaftler, die das jetzt mit einer beachtlichen Energie und Geschwindigkeit beschleunigen. Ich konnte mir heute Morgen anschauen, wie wir im Bereich der Kernfusion große Fortschritte machen. Unsere Ambition ist und bleibt: Wir wollen den ersten Kernfusionsreaktor in Deutschland ans Netz nehmen, um auf diese Weise Energieproduktion und Energieerzeugung noch einmal in eine ganz neue Dimension zu entwickeln. Wir haben außerdem auch eine zunehmend besser werdende Entwicklung im Bereich der Rechenzentren. Hier tut sich etwas und hier sind wir auf einem guten Weg.

Richtig ist aber auch: Es reicht noch nicht, wir müssen noch mehr tun. Ich weiß auch nach knapp einem Jahr der von mir geführten Bundesregierung: Wir sind immer noch hinter dem Zeitplan. Wir sind nicht schnell genug. Wir müssen mehr schaffen und wir müssen auch mehr umsetzen in der Gesetzgebung des Deutschen Bundestages. Genau dafür haben wir einen Plan, dafür haben wir feste Vorhaben.

Das erste Vorhaben wird sein, dass wir in der nächsten Woche, wenn alle Vorgespräche erfolgreich abgeschlossen sein werden, die umfassendste Reform unseres Gesundheitssystems im Kabinett verabschieden und dann in die Prozesse der parlamentarischen Beratung und Beschlussfassung geben werden. Noch vor dem Sommer soll dieses umfassende Reformvorhaben abgeschlossen sein.

Wir wollen dann in eine Reform der Alterssicherungssysteme gehen. Auch dies ist eine umfassende Reform, und ich sage ganz bewusst: nicht nur der Rentenversicherung, sondern des gesamten Alterssicherungssystems. Wir haben uns mit den Koalitionspartnern darauf verständigt, eine neue Gesamtversorgung zu ermöglichen, bestehend aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aber eben auch einer besseren betrieblichen Altersversorgung und vor allem einer privaten Altersversorgung - die beiden Letztgenannten kapitalbasiert.

Das dritte große Vorhaben wird im Januar nächsten Jahres eine Einkommensteuerreform sein. Auch diese Reform soll dem Zweck dienen, eine Entlastung vor allen Dingen der mittleren Einkommen so zu ermöglichen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland vom Brutto wieder mehr Netto übrigbehalten. Das ist anspruchsvoll, und das wird uns auch noch manche Diskussionen abverlangen. Wir tun das aber in einem Umfeld, meine Damen und Herren, und das repräsentieren Sie: Das sind die forschenden Institutionen, das sind die Forschungseinrichtungen unseres Landes, das sind aber auch die Unternehmen, die Forschung und Entwicklung selbst betreiben und die jetzt auch in die ganz konkrete Umsetzung dessen gehen, was wir mit Industrie 4.0 meinen.

Ich bedanke mich herzlich für die Anregungen und für die intensiven Diskussionen, die wir auch in diesem Kreis geführt haben; denn mit - das haben Sie hier diskutiert - geht unsere Industrie jetzt den nächsten Schritt. Ich freue mich darüber, dass diese Entwicklung jetzt so schnell vorangeht. Bei aller Euphorie will ich aber trotzdem nicht versäumen zu sagen: Diese Euphorie erzeugt bei vielen Menschen gleichzeitig auch eine gewisse Skepsis. Bei vielen Menschen gibt es Vorbehalte, gibt es geradezu Ängste auch vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Die Frage ist aber nicht, ob wir wollen oder nicht. ist da und ist in der praktischen Anwendung. Wir entscheiden jetzt aber selbst, was in der Transformation mit geschieht. Wir können es entscheiden. Es liegt bei uns, wie wir verantwortungsbewusst einsetzen, um Produktion, Arbeitsplätze und Wohlstand bei uns zu erhalten und zu mehren.

Im internationalen Vergleich gehört Deutschland vor allem in der Anwendung von zu den führenden Nationen, und das gilt ganz besonders und vor allem für die Industrie. Bei Innovationen und Investitionen stehen wir gleichzeitig unter erheblichem Druck durch unsere Wettbewerber. Unsere gute Ausgangsposition müssen wir jetzt wirklich nutzen. Große -Rechenkapazitäten und Sprachmodelle reichen dabei für weiteres Wachstum nicht aus. Wir brauchen in Deutschland und in Europa vielmehr einen souveränen Zugang zu allen Teilen der -Wertschöpfungskette, zu Hardware, Software, Chips, Cloudtechnologien, Modellen und Daten. Ich bin davon überzeugt - und das will ich Ihnen hier nicht aus Zweckoptimismus sagen, sondern es ist meine ganz tiefe, feste Überzeugung -: Wenn Deutschland es jetzt richtig macht, dann wird dazu beitragen, industrielle Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze im Land zu schaffen, zu erhalten und daraus dann wirklich Chancen für uns alle zu machen.

Es gilt also, in die Kernbranchen unserer Industrie und vor allem auch in den Mittelstand zu implementieren. Wir stehen dabei als Bundesregierung an der Seite der Industrie und der Beschäftigten. Wir setzen national wie europäisch auf ein Bündel von Maßnahmen, um uns alle bestmöglich zu unterstützen, die enormen Potenziale von zu nutzen.

Wir haben das mit einer kürzlich beschlossenen Rechenzentrumsstrategie unterlegt. Wir wollen unsere digitalen Kapazitäten maximal ausbauen. Unser Anspruch ist - das will ich auch hier noch einmal formulieren -, die -Anschlussleistung von Rechenzentren in Deutschland bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln und die Anschlussleistung für High Performance Computing und im selben Zeitraum mindestens zu vervierfachen. In der Strategie konzentrieren wir uns dabei auf zentrale Handlungsfelder: Energie und Nachhaltigkeit, Standort und Fläche, Technologie und Souveränität. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Energieversorgungssicherheit und an niedrigeren Preisen, etwa mit dem Netzanschlusspaket und der Senkung der Systemkosten. Für uns alle ist klar: und Rechenzentren brauchen grundlastfähigen und möglichst klimaneutralen Strom. Auch daran arbeiten wir.

Last, but not least: Mit der beschlossenen Hightech Agenda Deutschland priorisieren und fördern wir insgesamt sechs Schlüsseltechnologien, die aus unserer Sicht zentral sind für den technologischen Fortschritt unseres Landes: Quantentechnologie, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung, Technologien für die klimaneutrale Mobilität und eben künstliche Intelligenz. Im Rahmen dieser Hightech Agenda werden wir Leitprojekte für aufsetzen, um die Entwicklung maßgeschneiderter, domänenspezifischer voranzutreiben und daraus auch Transferblaupausen abzuleiten. Wir stärken außerdem das Serviceangebot für die kleinen und mittleren Unternehmen, um sie bei der Integration von zu unterstützen.

Lassen Sie mich übrigens an dieser Stelle einmal sagen: In unserem Mittelstand, in den kleinen und mittleren Unternehmen, liegt für die Nutzung von vermutlich das größte Potenzial: Das sind die Daten, die in diesen Unternehmen vorhanden sind und die verfügbar wären, wenn wir sie denn gemeinsam ausreichend nutzten. Ich möchte uns alle dazu aufrufen, die Nutzung dieser Daten bestmöglich auf den Weg zu bringen und zu ermöglichen. Wenn es dazu Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen bedarf - sei es der Datenschutzgrundverordnung, sei es anderer Regulierungen -, dann sind wir offen dafür, dies zu tun. Denn auch das ist eine europäische Aufgabe. Wir haben dies in der Europäischen Union mit entsprechenden Projekten - ich denke nur einmal an IPCEI-AI - bereits wirklich ernsthaft als -Ökosystem auf den Weg gebracht - ein Ökosystem, wie es die Industrie braucht, offen verfügbar ohne Log-in-Effekte, adaptierbar, leistungsfähig und kompatibel mit dem europäischen Rechtsrahmen und dem europäischen Binnenmarkt.

Meine Damen und Herren, ich wollte Ihnen das einmal in dieser etwas größeren Detailtiefe sagen, damit Sie wissen und hoffentlich auch nachvollziehen, dass wir auf diesem Weg jetzt wirklich ernsthaft Neues wollen und dass wir vom Cloud and Development Act, den die Europäische Kommission voraussichtlich Ende Mai vorlegen wird, wirklich effektive Anreize für Investitionen in Deutschland, Innovation, Rechenzentren, Cloud und neue Kapazitäten erwarten.

Viele Regionen auf dieser Welt - das soll meine abschließende Bemerkung sein - sind offener für neue Technologien als wir, und da ist keine Ausnahme. Dem müssen wir jetzt gemeinsam etwas entgegensetzen, wenn wir auch in Zukunft ganz oben mitspielen wollen. Wir als Bundesregierung wollen unseren Teil dazu beitragen. Bitte tun Sie es ebenso. Danke noch einmal an Sie alle, dass Sie sich genau diesem Ziel mit uns verschrieben haben. Trauen wir uns etwas zu, seien wir zuversichtlich, machen wir uns an die Arbeit, legen wir die Scheuklappen ab und zeigen wir, was wir können! Deutschland kann in dieser Liga wirklich auf Weltniveau mitspielen, und genau das ist unser gemeinsamer Anspruch.

Herzlichen Dank!

German Federal Chancellor published this content on April 20, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on April 21, 2026 at 08:50 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]