06/29/2026 | Press release | Archived content
Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
Exzellenzen,
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Die großen Herausforderungen unserer Zeit machen nicht an Landesgrenzen halt.
Die Welt ist im Umbruch. Die Krisen und Konflikte sind in unserer Zeit immer mehr miteinander verwoben.
Wenn eine Krise wie die Blockade der Straße von Hormus die Preise für Treibstoff und Nahrungsmittel immer weiter in die Höhe treibt; wenn Düngemittel weltweit knapp werden; wenn deshalb weiteren 45 Millionen Menschen der Hunger droht; dann ist klar: Wir müssen in den Krisen dieser Welt gemeinsam agieren. Als Weltgemeinschaft. Solidarisch. Mit starken Partnerschaften. Und mit einer klaren Vision:
Wir lassen niemanden zurück.
Wir müssen gemeinsam in Frieden und Stabilität investieren. Wir müssen gemeinsam Armut und Ungleichheit bekämpfen. Wir müssen gemeinsam Ernährung sichern und Klima schützen.
Wir müssen gemeinsam Verantwortung tragen.
Denn wenn die nächste Ernte ausbleibt, dann trifft das nicht allein die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Dann ist das nicht nur eine akute humanitäre Katastrophe vor Ort. Sondern es betrifft uns alle in einer Welt, die untrennbar miteinander vernetzt ist.
Wir haben es gerade gehört: Die globalen Auswirkungen sind komplex, vielschichtig und direkt. Durch unsere enge Vernetzung sind wir voneinander abhängig.
Und deshalb ist es richtig, gerade jetzt in die internationale Zusammenarbeit zu investieren.
Es ist richtig, auf Nachhaltigkeit zu bauen.
Es ist richtig, auf Kooperation zu setzen statt auf Konfrontation.
Und es ist richtig, Partnerschaften zu stärken statt Polarisierung zu verschärfen.
Denn nur so - und davon bin ich zutiefst überzeugt - sichern wir langfristig Wohlstand, Stabilität und Perspektiven, weltweit.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Kriege und Konflikte sind menschengemacht. Frieden ist es auch. Frieden ist keine naive Hoffnung. Frieden und Stabilität sind Konsequenzen harter politischer Arbeit.
Und die HSC ist genau der richtige Ort für genau diese Arbeit. Hier kommen führende Köpfe aus dem Globalen Süden und aus dem Globalen Norden zusammen, aus der Politik, der Wirtschaft, Wissenschaft, den internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft.
Und wir teilen miteinander in diesen herausfordernden Zeiten die feste Überzeugung, dass Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehören.
Und dass multilaterale Zusammenarbeit und eine regelbasierte Ordnung uns weiterbringen.
Es ist mir eine große Ehre, Sie dieses Jahr wieder zur Hamburger Sustainability Conference begrüßen zu dürfen.
Die HSC geht jetzt dieses Jahr ins dritte Jahr und ist zu einem Raum für vertrauensvolle Gespräche geworden.
Und mehr als das.
Hier passiert etwas ganz Konkretes. Auf der HSC werden Investitionen angestoßen. Die Wirtschaft als starken Partner zu gewinnen ist ein großes Anliegen der HSC und etwas ganz Besonderes dieser Konferenz.
Und auf der HSC werden neue Allianzen geschmiedet. Ich freu mich sehr: Morgen werden wir hier den Startschuss für die entwicklungspolitische Nord-Süd Kommission geben.
Sie soll neue Wege der Zusammenarbeit in einer multipolaren Welt entwickeln. Und sie steht für das klare Signal, dass Deutschland seine Partnerschaften mit dem Globalen Süden intensiviert.
Die HSC bringt auch dieses Jahr über 1600 Teilnehmende aus über 100 Ländern zusammen.
Globale Herausforderungen kennen keine Grenzen. Unsere Antworten dürfen es auch nicht.
Deshalb, meine Damen und Herren, lassen Sie uns diese Power nutzen. Diese Vielfalt der Perspektiven.
Lassen Sie uns Bündnisse schmieden, die stärker sind als die Krisen, vor denen wir stehen.
Lassen Sie uns gemeinsam auf eine friedliche, gerechte und nachhaltige Zukunft hinarbeiten.
Nicht irgendwo. Nicht irgendwann. Sondern hier und jetzt.
Vielen Dank.