04/15/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/15/2026 00:43
15. April 2026 | Drei Jahre nach Beginn des Krieges im Sudan erleben die Menschen dort die größte humanitäre Katastrophe der Welt. Mehr als zwölf Millionen Menschen wurden vertrieben, etwa 4,5 Millionen davon sind in die umliegenden Länder geflohen. Über zwei Drittel der Bevölkerung - 33 Millionen Menschen - sind auf Hilfe angewiesen. Besonders alarmierend ist die systematische sexuelle Gewalt: Laut Vereinte Nationen sind mehr als zwölf Millionen Frauen und Mädchen davon bedroht.
Zum dritten Jahrestag des Kriegsausbruchs richtet die Bundesregierung gemeinsam mit der Europäischen Union, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, den USA und der Afrikanischen Union in Berlin die Sudan-Konferenz aus. Ziel ist es, eine sofortige Waffenruhe voranzubringen und zusätzliche Unterstützung für die betroffenen Menschen im Sudan zu mobilisieren.
Straßenszene in der sudanesischen Hauptstadt Khartum
Urheberrecht© Jess, via flickr, CC BY-NC-SA 2.0
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: "Wir dürfen die Menschen im Sudan nicht vergessen. Drei Jahre Krieg haben unfassbares Leid über die Bevölkerung im Sudan gebracht. Das BMZ engagiert sich im Sudan insbesondere für Frauen und Kinder, die wie so oft vom Kriegsgeschehen am stärksten betroffen sind. Frauen zeigen aber auch große Stärke und Resilienz. Während viele Männer durch den Krieg abwesend sind, kümmern sie sich um die Familien und den Lebensunterhalt. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die sudanesische Bevölkerung, aber auch die Flüchtlinge in den aufnehmenden Gemeinden der Nachbarländer, und baut so Grundlagen für eine friedliche Zukunft im Sudan auf."
Seit Ausbruch des Krieges unterstützt das BMZ die notleidenden Menschen im Sudan dabei, sich unter schwierigsten Umständen selbst zu helfen. Ende 2025 hat das BMZ 155,4 Millionen Euro für Projekte im Sudan sowie in von der Krise betroffenen Nachbarländern bereitgestellt. 2026 werden wir unsere Unterstützung ausbauen und stellen weitere 20 Millionen Euro bereit. Damit verbessern wir den Zugang zur Basisversorgung, vor allem Wasser, Gesundheit, Bildung und Ernährung, sowie den sozialen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Weitere Mittelzusagen sind in Prüfung.
Mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen wir die Menschen im Sudan und in den Nachbarländern dabei sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Sie verbessern dadurch ihre Ernährung, erhalten besseren Zugang zu Bildungs-, Gesundheits-, Kinder- und Frauenschutzangeboten sowie zu nachhaltiger Wasser- und Sanitärversorgung. Durch diese Hilfe kann die Bevölkerung auf ihre eigenen Stärken und Leistungen zurückgreifen. So legen wir gemeinsam bereits jetzt den Grundstein für und eine friedliche Zukunft im Sudan.