05/13/2026 | Press release | Distributed by Public on 05/13/2026 04:25
Obwohl es in Teilen des Landes Anzeichen für eine Stabilisierung gibt, leiden weiterhin 7,2 Millionen Menschen in Syrien unter akutem Hunger. Darunter sind 1,6 Millionen in besonders schwerer Lage. Viele Haushalte können ihren täglichen Nahrungsbedarf bereits nicht mehr decken und sind gezwungen, Portionsgrößen zu reduzieren, weniger nahrhafte Mahlzeiten zu sich zu nehmen oder Mahlzeiten ganz ausfallen zu lassen. Langanhaltender Mangel erhöht das Risiko von Mangelernährung, insbesondere bei Kindern. In dieser Situation bleiben erschwingliche Grundnahrungsmittel wie Brot ein entscheidender Schutz gegen zunehmenden Hunger. Gleichzeitig stehen ohnehin belastete Haushalte weiterhin unter wirtschaftlichem Druck, kämpfen mit unterbrochenen Einkommensquellen und den Folgen von Vertreibung, darunter auch zurückkehrende Familien und Gemeinden, die kaum die Kapazitäten haben, sie aufzunehmen.
Das Brot-Subventionsprogramm war für viele eine unverzichtbare Lebensader, da es dieses Grundnahrungsmittel erschwinglich machte. Im Rahmen des Programms unterstützte WFP mehr als 300 Bäckereien mit angereichertem Weizenmehl und ermöglichte so, dass subventioniertes Brot täglich bis zu vier Millionen Menschen in besonders betroffenen Regionen erreichte. Als eines der letzten verbliebenen sozialen Sicherungsnetze birgt jede Unterbrechung das Risiko, den Hunger weiter zu verschärfen, Familien zu immer extremeren Bewältigungsstrategien zu zwingen und eine wichtige Grundlage für Erholung und Stabilität zu untergraben.
Im Jahr 2025 erreichte WFP insgesamt 5,8 Millionen Menschen in allen 14 Gouvernements Syriens - durch eine Kombination aus Nahrungsmittelhilfe, Brot-Subventionen, Ernährungsprogrammen, Maßnahmen zur Sicherung von Einkommen sowie sozialer Sicherung. Trotz dieser lebenswichtigen Programme führen anhaltende Finanzierungslücken nun dazu, dass die Unterstützung weiter eingeschränkt werden muss - von bisher 14 auf nur noch sieben Gouvernements.
"Die Reduzierung der Unterstützung durch WFP ist ausschließlich auf fehlende finanzielle Mittel zurückzuführen - nicht auf einen geringeren Bedarf", sagte Marianne Ward, Landesdirektorin von WFP in Syrien. "Dies ist ein entscheidender Moment für Syrien. Die Erholung bleibt fragil, der Bedarf ist weiterhin enorm, und wir sind gezwungen, ein essenzielles Sicherheitsnetz gerade dann zurückzufahren, wenn die Menschen es am dringendsten brauchen. Das hat gravierende Folgen für Ernährungssicherheit, sozialen Zusammenhalt und Stabilität und lässt besonders gefährdete Familien mit noch weniger Möglichkeiten zurück, ihren Alltag zu bewältigen."
Auch syrische Geflüchtete in den Nachbarländern sind von den Finanzierungslücken betroffen. Steigende Lebenshaltungskosten, anhaltende Unsicherheit und begrenzte Einkommensmöglichkeiten verschärfen ihre ohnehin prekäre Lage zusätzlich. Im Libanon sind viele geflüchtete Haushalte weiterhin stark auf Unterstützung angewiesen. In Jordanien musste WFP die bargeldbasierte Nahrungsmittelhilfe für 135.000 syrische Geflüchtete in Aufnahmegemeinden einstellen, während rund 85.000 Menschen in Camps nur noch reduzierte Unterstützung erhalten. In Ägypten sind 20.000 Syrerinnen und Syrer von Kürzungen betroffen.
"In der gesamten Region spüren besonders gefährdete Familien die kumulierten Auswirkungen langanhaltender Krisen, steigender Kosten und schwindender Hilfe", sagte Samer Abdeljaber, Regionaldirektor von WFP für den Nahen Osten, Nordafrika und Osteuropa. "Ohne dringende und verlässliche Finanzierung drohen wir jahrelange Fortschritte zu verlieren und Millionen Menschen weiter in Ernährungsunsicherheit zu treiben - sowohl in Syrien selbst als auch in den Nachbarländern, die Geflüchtete aufnehmen. Damit geraten auch die Perspektiven für Stabilität und Erholung insgesamt in Gefahr."
Für die kommenden sechs Monate (Juni bis November 2026) benötigt WFP 189 Millionen US-Dollar, um lebensrettende Hilfe in Syrien aufrechtzuerhalten und wieder auszuweiten. Rechtzeitige Finanzierung würde es ermöglichen, 1,6 Millionen besonders gefährdete Menschen zu erreichen, wichtige Ernährungsprogramme fortzuführen, den Zugang zu erschwinglichem Brot für Millionen zu sichern und eine weitere Verschärfung der Lage in einem entscheidenden Moment für die Erholung Syriens zu verhindern.
Trotz der schwierigen Lage setzt WFP weiterhin Prioritäten bei der Nothilfe, gezielten Ernährungsprogrammen sowie der Unterstützung von Lebensgrundlagen und nationalen Systemen. Gleichzeitig arbeitet WFP mit Partnern daran, zusätzliche Mittel zu mobilisieren und die Hilfe wieder auszuweiten, sobald mehr Ressourcen zur Verfügung stehen.
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Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt im Kampf gegen den Hunger. Wir retten Leben in Notfällen und ebnen mit Ernährungshilfe den Weg zu Frieden, Stabilität und Wohlstand für Menschen, die von Konflikten, Katastrophen und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.
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