09/24/2026 | Press release | Distributed by Public on 09/24/2026 08:54
MedienmitteilungVeröffentlicht am 24. September 2026
Bern, 24.09.2026 - An der Nationalen Cybersicherheitskonferenz in Bern tauschten sich rund 250 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft über die Chancen und Herausforderungen der digitalen Sicherheit in der Schweiz aus. Bundesrat Martin Pfister rief in seiner Eröffnungsrede dazu auf, die Cybersicherheit der Schweiz gemeinsam zu stärken.
Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) und die anhaltenden geopolitischen Spannungen prägen die aktuelle Bedrohungslage im Cyberraum. Gleichzeitig eröffnen sich dadurch auch neue Chancen. Die Nationale Cybersicherheitskonferenz (NCSK) 2026 widmete sich deshalb der Frage, wie diesem Spannungsfeld am besten mit gemeinsamen Anstrengungen begegnet werden kann. Dazu haben das BACS und der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS), welche die Konferenz in Bern gemeinsam organisierten, führende Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen der Cybersicherheit eingeladen.
In seiner Eröffnungsrede erläuterte Bundesrat Pfister die sicherheitspolitischen Herausforderungen, die sich mit den aktuellen Entwicklungen ergeben, ordnete jedoch gleichzeitig ein, dass die Schweiz diesen Entwicklungen nicht tatenlos gegenüberstehe: Mit der Ende 2025 vorgelegten Sicherheitspolitischen Strategie und der Nationalen Cyberstrategie (NCS) zeige der Bundesrat auf, mit welchen Massnahmen diesen Herausforderungen begegnet werden soll. Er rief dazu auf, den Schutz vor wachsenden Cyberbedrohungen sektor- und institutionenübergreifend gemeinsam zu stärken, der Erfolg der NCS hänge massgeblich davon ab.
Nach der Begrüssung durch Florian Schütz, Direktor des BACS, und Martin von Muralt, Delegierter des SVS, gab der Steuerungsausschuss der Nationalen Cyberstrategie unter der Leitung von Maya Bundt Einblick in den aktuellen Umsetzungsstand sowie in die laufenden Arbeiten zur periodischen, strategischen Überprüfung der NCS.
Was die sich stetig wandelnde Bedrohungslage im Cyberraum von uns verlangt und weshalb die technologische Innovation, etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz, derzeit schneller voranschreitet, als unsere Antworten darauf mithalten können, wurde in der Keynote von Nicole van der Meulen, Leiterin Cybersicherheitsinnovation bei der IT-Kooperative der niederländischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen SURF anschaulich aufgezeigt.
Einen politischen Blickwinkel brachte Nationalrätin Jacqueline de Quattro, Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission (SiK) ein, indem sie auf aktuelle politische und gesetzgeberische Massnahmen zur Stärkung der Cybersicherheit sowie auf die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren einging.
Wie sich Zusammenarbeit auch über Landesgrenzen hinweg konkret auszahlt, zeigte Simon Baechler, Leiter der Kriminalpolizei Neuenburg, anhand eines gemeinsamen Ermittlungserfolgs der Schweiz mit der Elfenbeinküste. Die koordinierte Zusammenarbeit zwischen mehreren Schweizer Kantonen sowie den ivorischen und französischen Behörden ermöglichte es, Cyberkriminalitätsfälle aufzuklären und Tatverdächtige festzunehmen.
Ergänzend zu den Podiumsvorträgen diskutierten die Teilnehmenden in Breakout-Sessions zu den Themen KI und Cybersicherheit, den Vorteil von verstärkter Zusammenarbeit durch Cyber Security Centers, die Stärkung der Cyberresilienz für Schweizer KMU sowie Opportunitäten und Entwicklungen der Nationalen Cyberstrategie. Die praktischen Ansätze und der Erfahrungsaustausch sollen Organisationen helfen, ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberbedrohungen zu stärken.
Zum Abschluss diskutierten Florian Schütz und Wolfgang Ebner, Generalsekretär des österreichischen Bundeskanzleramts und Bundes-Chief Digital Officer, über die Frage, wie sich die aktuelle Bedrohungslage in Österreich und in der Schweiz darstellt und welche Entwicklungen die jeweiligen nationalen Cyberstrategien prägen. Beide zeigten sich überzeugt, dass der internationale Austausch einen konkreten Mehrwert für die Umsetzung nationaler Cyberstrategien bietet, gerade weil sich viele Herausforderungen in ähnlicher Form auch im jeweils anderen Land stellen. Das Gespräch machte damit sichtbar, dass Kooperation auch zwischen Staaten kein Selbstzweck ist, sondern ein wirksames Mittel, um schneller aus den Erfahrungen anderer zu lernen und die eigene Cyberresilienz gezielt zu stärken.
Die Nationale Cybersicherheitskonferenz wurde bis anhin gemeinsam durch das BACS und den SVS durchgeführt. Künftig wird der Anlass mit dem Cyber Defence Campus organisiert. Das BACS dankt dem SVS für die langjährige, konstruktive Zusammenarbeit bei und dem Engagement, das über die Jahre massgeblich zum Erfolg der NCSK beigetragen hat. Die nächste NCSK findet am 21. September 2027 im Kursaal Bern statt.