03/05/2026 | Press release | Distributed by Public on 03/05/2026 08:30
Nr. 57 Kreis Steinfurt, 05. März 2026
Kreis Steinfurt. Anlässlich des landesweiten Warntags NRW werden am Donnerstag (12. März) um 11 Uhr auch im Kreis Steinfurt wieder die Sirenen heulen. Sinn und Zweck dieses landesweiten Probealarms, den es in NRW seit 2018 gibt, ist es, die Warnsysteme auf ihre Funktionalität und Effizienz hin zu überprüfen und Warnprozesse zu optimieren. Außerdem soll die Bevölkerung für mögliche Gefahrenlagen sensibilisiert werden. Zeitgleich mit den über 200 Sirenen im Kreisgebiet werden deshalb Warnmeldungen über das Modulare Warnsystem (MoWaS) und über die Warn-App NINA ausgelöst. Für einen Warnhinweis soll zudem das laufende Radioprogramm von Radio RST unterbrochen werden und das sogenannte Cell Broadcast kommt zum Einsatz.
Über Letzteres erhalten viele Nutzerinnen und Nutzer von Mobilfunkgeräten ohne jegliche Vorinstallation eine automatische Testnachricht auf ihr Gerät, die über die Mobilfunknetze übermittelt wird. Der Funktionalität von Cell Broadcast kommt aufgrund der besonderen Bedeutung im Warnmittelmix eine grundlegende Funktion zu. "Im Ernstfall ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger wissen, wie mit den Warnungen umzugehen ist und wie sie schnell und kontinuierlich an Informationen gelangen", betont Landrat Dr. Martin Sommer. Ältere Geräte können Cell-Broadcast-Nachrichten zum Teil allerdings nicht empfangen. "Bitte achten Sie deshalb darauf, dass das Betriebssystem Ihres Mobilfunkgeräts auf dem aktuellen Stand ist", erinnert der Landrat.
Die Technologie Cell Broadcast setzt zudem voraus, dass das Mobilfunknetz störungsfrei funktioniert, das Endgerät eingeschaltet ist und Cell Broadcast-Meldungen empfangen kann. Dafür muss ein Betriebssystem-Update für Android (Google) ab Version 11 oder iOS (Apple) ab Version 16.1 installiert sein. Bei technischen Fragen, zum Beispiel zu Testnachrichten, helfen auch die Mobilfunknetzbetreiber weiter.
Seit dem 25. November 2025 werden über Cell Broadcast auch Entwarnungen versendet. Wird die Bevölkerung in Deutschland gewarnt, gilt der Grundsatz, dass über die gleichen Kanäle und in der gleichen Warnstufe entwarnt wird. Um die Geräuschbelastung bei der Verwendung von Cell Broadcast zu reduzieren, werden Entwarnungen automatisch in der niedrigsten Warnstufe (Warnstufe 3: Gefahreninformation) ausgegeben. Wichtig: Auf dem Mobilfunkgerät muss die aktuellste Softwareversion installiert sein. Andernfalls kann die geräuscharme Entwarnung nicht erfolgen. "Die Entwarnung orientiert sich dann am Standard-Cell-Broadcast-Ton wie in der Warnstufe 2 und ist entsprechend laut", weiß Bevölkerungsschutzdezernent Dr. Karlheinz Fuchs. Das Erscheinungsbild einer Entwarnung von Cell Broadcast-Warnmeldungen ist sehr ähnlich zu einer Warnung.
Eine Entwarnung enthält im Betreff das Wort "ENTWARNUNG" bei deutscher Spracheinstellung und "ALL CLEAR" bei englischer Spracheinstellung von Handy oder Smartphone. Außerdem ist eine Entwarnung etwas kürzer und enthält keinen Link zur ursprünglichen Gefahrenmeldung.
Grundsätzlich kann der Empfang von Cell Broadcast-Warnmeldungen auf dem Mobilfunkendgerät für die Warnstufen 2 (mittel) und 3 (niedrig) individuell unterdrückt werden. Dies ist abhängig von den jeweiligen Mobilfunkendgeräten und der jeweiligen Betriebssysteme. Dies gilt nicht für Warnmeldungen mit der höchsten Warnstufe (Warnstufe 1). Weitere Informationen gibt es bei den Mobilfunkanbietern.
Landrat Dr. Martin Sommer ist aber noch ein weiterer Punkt wichtig. "Deutschland gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Aufgrund der weltpolitischen Lage widmet sich die Kreisverwaltung aber bereits seit einiger Zeit neben dem klassischen Katastrophenschutz verstärkt wieder der zivilen Verteidigung", informiert der Landrat. Schließlich finden auch in Deutschland immer wieder Angriffe durch Cyberattacken, Desinformation oder Sabotage auf Infrastrukturen, Meinungsbildung und Zusammenhalt statt. "Selbst ein Krieg ist nicht mehr so ausgeschlossen wie noch vor einigen Jahren", ist Sommer überzeugt. Der Kreis Steinfurt sei gut aufgestellt. Auch die Bevölkerung könne ihren Beitrag leisten und sich eigenständig auf Krisen und Katastrophen jeglicher Art vorbereiten. "Im Zweifelsfall kann die individuelle Vorsorge der Bürgerinnen und Bürger Leben schützen, Schäden begrenzen und Einsatzkräfte entlasten", sagt der Landrat.
Bürgerinnen und Bürger finden auf der Homepage des Kreises Steinfurt unter www.kreis-steinfurt.de/krisenvorsorge Informationen zur Eigenvorsorge bei Krisen und Katastrophen. Zudem stehen unter www.kreis-steinfurt.de/sirenen Informationen zu den verschiedenen Sirenentönen und ihrer Bedeutung sowie Hinweise zum richtigen Verhalten bei Sirenenalarm.
Dazu bietet das NRW-Innenministerium unter www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung-und-sirenen/sirenen entsprechende Hörproben.
Umfangreiche Informationen zum Warnkanal Cell Broadcast, seiner Funktionsweise und den notwendigen Voreinstellungen hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unter www.bbk.bund.de/cellbroadcast zusammengestellt.
Sirene auf dem Gebäude der Feuerwache Burgsteinfurt