GI - Gesellschaft für Informatik e.V.

07/09/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/09/2026 01:21

Mehr als Vibe Coding: GI veröffentlicht Policy Brief zu KI-basiertem Software-Engineering

Berlin, 9. Juli 2026 | Software bildet die Basis für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in fast allen deutschen Leitindustrien. Der Einsatz von agentischer und generativer KI verspricht, Softwareentwicklung bedeutend zu beschleunigen und zu vereinfachen - mit dem sogenannten "Vibe Coding" selbst für Menschen, die keine Informatikexpertise haben. Daraus entstehen neue Herausforderungen: Über 80 Prozent der deutschen Unternehmen fühlen sich von außereuropäischen Software- und KI-Plattformen abhängig, was erhebliche Risiken für die IT-Sicherheit und wirtschaftliche Gestaltungsfähigkeit birgt. Die unregulierte Nutzung KI-generierter Codes bringt zudem Gefahren wie strukturelle Fehler, Sicherheitslücken und ungeklärte Urheberrechtsfragen mit sich. Grundlegend verändert KI, wie Software entwickelt, geprüft und betrieben wird.

Christine Regitz, Past President der GI: "Durch den rasanten Aufstieg von KI-Coding-Agenten verschieben sich die Aufgaben und Aufwände im Software-Engineering derzeit grundlegend: Die Grenzkosten der reinen Programmierung reduzieren sich, während komplexe Aufgaben, etwa für den Entwurf und die Überprüfung von Software, umfangreicher werden. KI in der Software-Produktion kann entlasten, muss aber durch angepasste Prozesse begleitet werden, um Qualitätsstandards zu wahren und die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von Software-basierten Lösungen zu gewährleisten."

Um die Disziplin des Software-Engineering als Schlüsselkompetenz und Schlüsseltechnologie in Deutschland zu stärken, empfiehlt die GI in dem Papier daher unter anderem:

  • den bundesweiten Aufbau und die nachhaltige Finanzierung von Kompetenzzentren für KI-basiertes Software-Engineering als Plattformen für Forschung, industrielle Pilotierung, Zertifizierung und Werkzeugentwicklung
  • Vertrauensinfrastrukturen sowie die konsequente Weiterentwicklung und Durchsetzung von Standards für sichere, privatsphärenschonende, nachvollziehbare und auditierbare KI-generierte und KI-basierte Software
  • eine ressortübergreifende Leitinitiative für KI-basiertes Software-Engineering (AI4SE) und Software-Engineering von KI-basierten Systemen (SE4AI), die Forschung, industrielle Umsetzung, Standardisierung, Ausbildung, Qualifizierung und Transfer eng verzahnt

Professorin Dr. Ina Schieferdecker, Vorstandsmitglied der GI: "Nicht nur in Unternehmen, sondern auch in der Forschung kommen KI-Agenten vermehrt zum Einsatz. Gerade hier ist es essenziell, Validierbarkeit zu wahren. Um das zu gewährleisten, braucht es Aus- und Weiterbildung, die die entsprechenden Kompetenzen priorisiert. Software-Engineering ist eine Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter und muss in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gestärkt werden."

Der Policy Brief entstand in enger Kooperation unterschiedlicher Expert*innen aus der GI und wird unter anderem vom Fachbereich Softwaretechnik und vom Wirtschaftsbeirat der GI unterstützt.

Download: Policy Brief "KI-basiertes Software-Engineering als Schlüsseltechnologie digitaler Souveränität"

GI - Gesellschaft für Informatik e.V. published this content on July 09, 2026, and is solely responsible for the information contained herein. Distributed via Public Technologies (PUBT), unedited and unaltered, on July 09, 2026 at 07:21 UTC. If you believe the information included in the content is inaccurate or outdated and requires editing or removal, please contact us at [email protected]