WHO/Europa empfiehlt den Ländern, Regionen und Städten die Entwicklung und Umsetzung von Gesundheitsaktionsplänen für Hitzeperioden (HHAP) - unentbehrlichen Instrumenten, die ihnen bei der Vorbereitung und Reaktion auf die gesundheitlichen Auswirkungen extremer Hitze und deren Minderung helfen.
Extreme Sommerhitze ist nicht mehr nur ein außergewöhnliches saisonales Phänomen, sondern ein kritisches Problem für die öffentliche Gesundheit, das durch den Klimawandel noch verstärkt wird. Sie ist nicht bloß eine Unannehmlichkeit, sondern eine stille Bedrohung, die die Gesundheit beeinträchtigen, die Infrastruktur strapazieren, Krankenhäuser überlasten, Leid verursachen und Menschenleben fordern kann. Obwohl jeder in gewissem Maße betroffen sein kann, sind die Auswirkungen extremer Hitze nicht einheitlich, und bei bestimmten Bevölkerungsgruppen besteht ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Bedrohungen durch extreme Hitze.
Ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder kognitiven Beeinträchtigungen, im Freien tätige Arbeiter, Sportler und Sporttreibende, Touristen sowie Besucher von Massenveranstaltungen sind unverhältnismäßig stark gefährdet. Dies gilt auch für Migranten, Flüchtlinge und Menschen, die über begrenzte Ressourcen verfügen, in unzureichenden Wohnverhältnissen leben oder eingeschränkten Zugang zu Dienstleistungen haben.
Angesichts eines glühend heißen Sommerbeginns in der Europäischen Region der WHO erweisen sich die Vorbereitung auf bevorstehende Hitzewellen und die Fähigkeit zur Anpassung daran als lebensrettend. Bei den Vorsorge- und Reaktionsmaßnahmen im Zusammenhang mit extremer Hitze ist daher ein ganzheitlicher und systematischer Ansatz entscheidend wichtig.
Am 11. Juni stellt WHO/Europa den neuen Leitfaden für Aktionspläne zum Schutz der Gesundheit vor Hitze vor. In dieser zweiten, vom Europäischen Zentrum der WHO für Umwelt, Klimawandel und Gesundheit in Bonn koordinierten Ausgabe des Leitfadens wird ein aktualisierter HHAP-Rahmen präsentiert, der acht Kernelemente umfasst und zentrale Maßnahmen sowie Entscheidungspunkte für die Planung, Koordination, Umsetzung und Verbesserung von HHAP beleuchtet.
Heißeres Wetter erfordert eine bessere Vorsorge
HHAP sind strukturierte Pläne zum Schutz der öffentlichen Gesundheit, in denen Maßnahmen und Akteure aus den Bereichen Vorsorge, Warnung und Reaktion mit dem Ziel gebündelt werden, hitzebedingte Gesundheitsrisiken durch eine koordinierte Umsetzung über verschiedene Ressorts und Entscheidungsebenen hinweg zu verringern.
Viele Länder in der Europäischen Region und weltweit haben bereits HHAP entwickelt und mit ihrer Umsetzung begonnen und so die hitzebedingte Gesundheitslast erheblich verringert. Einige Länder verfügen jedoch noch immer nicht über derartige Pläne und setzen damit ihre Bevölkerung und Gesundheitssysteme einem Risiko aus. Dieser neue Leitfaden wird sich nicht nur für diejenigen Länder und kommunalen Behörden, die erstmals einen HHAP ausarbeiten, sondern auch bei der Überprüfung, Verbesserung und Stärkung bestehender HHAP in anderen Ländern der Region als hilfreich erweisen.
In der Erklärung von Budapest zu Umwelt und Gesundheit aus dem Jahr 2023 haben sich die WHO-Mitgliedstaaten zur Entwicklung, Aktualisierung und Umsetzung von HHAP bekannt, und im Handlungsappell der Paneuropäischen Kommission für Klima und Gesundheit wurde diese Verpflichtung weiter bekräftigt. 2023 erklärte der WHO-Regionaldirektor für Europa die Klimakrise und die extremen Wetterverhältnisse zu einer gesundheitlichen Notlage. Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen sah sich 2024 angesichts der dringenden Notwendigkeit robusterer Strategien zum Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen veranlasst, einen globalen "Aktionsaufruf gegen extreme Hitze" zu veröffentlichen.
Denken Sie daran, bei Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren - #KeepCool
Während ein HHAP systematisch kurz- und langfristige Interventionen zur Stärkung der Hitzeresilienz behandelt, ist die Risikokommunikation zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit und zur Förderung schützender Verhaltensweisen ein wichtiger Faktor bei der Verringerung der nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze. Selbst auf persönlicher Ebene können uns einige einfache gesunde Verhaltensweisen bei einsetzender Hitze vor vielen der schwerwiegenden Folgen bewahren.
Der Aktionstag gegen Hitze am 2. Juni ist ein weltweiter Tag zur Sensibilisierung für Hitzerisiken und zur Weitergabe einfacher Tipps, damit die #Hitze erträglicher wird (#BeatTheHeat). Die jährliche #KeepCool-Kampagne von WHO/Europa bietet einfache und praktische Leitlinien für Einzelpersonen wie auch Gemeinschaften, um bei Hitze einen #kühlen Kopf zu bewahren.
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Meiden Sie die Hitze. Vermeiden Sie es, sich während der heißesten Tageszeit im Freien aufzuhalten und anstrengende Tätigkeiten auszuführen. Bleiben Sie im Schatten und lassen Sie Kinder, pflegebedürftige Erwachsene oder Haustiere nicht allein in geparkten Fahrzeugen zurück. Verbringen Sie, wenn möglich, zwei bis drei Stunden des Tages an einem kühlen Ort.
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Halten Sie die Wohnung kühl. Nutzen Sie die Nachtluft, um Ihre Wohnung zu kühlen. Verringern Sie tagsüber die Wärmebelastung in der Wohnung oder im Haus, indem Sie Jalousien, Rollläden oder Gardinen herunterlassen und so viele elektrische Geräte wie möglich ausschalten.
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Halten Sie den Körper kühl und sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Tragen Sie leichte, lose Kleidung und verwenden Sie leichte Bettwäsche, duschen oder baden Sie zur Abkühlung und trinken Sie regelmäßig Wasser. Verzichten Sie auf zuckerhaltige, alkoholische und koffeinhaltige Getränke.
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Bleiben Sie in Kontakt. Sehen Sie auch nach Familienmitgliedern, Freunden und Nachbarn, die viel Zeit allein verbringen. Menschen mit einem erhöhten Risiko für gesundheitliche Bedrohungen durch extreme Hitze sind an heißen Tagen möglicherweise auf Hilfe angewiesen. Helfen Sie gefährdeten Personen, die Rat und Hilfe benötigen.
Denken Sie daran, einen Arzt zu konsultieren, wenn Sie ungewöhnliche Symptome verspüren oder die Symptome andauern oder wenn Sie Fieber vermuten. Rufen Sie sofort einen Arzt oder Krankenwagen, wenn jemand eine heiße, trockene Haut, Deliriumssymptome oder Krämpfe bekommt oder bewusstlos ist.
Die #KeepCool-Kampagne von WHO/Europa soll daran erinnern, dass proaktive Maßnahmen, sowohl auf individueller als auch kollektiver Ebene, für den Schutz von Gesundheit und Wohlbefinden in einer zunehmend wärmeren Welt unerlässlich sind. Indem wir die Risiken verstehen, unser Verhalten ändern und aufeinander achten, können wir unsere Gesundheitssysteme unterstützen und dafür sorgen, dass der Sommer eine Zeit des Vergnügens bleibt und nicht zu einer Zeit der Gefahr wird.
Letztlich handelt es sich bei den glühend heißen Sommern in der Region nicht länger um eine gelegentliche Anomalie, sondern um eine dauerhafte, durch den Klimawandel begünstigte Krise der öffentlichen Gesundheit. Wie bei der #KeepCool-Kampagne der WHO ebenso wie im neuen HHAP-Leitfaden betont wird, ist zum Überleben in einer zunehmend wärmeren Welt ein grundlegender Wandel sowohl bei den individuellen Gewohnheiten als auch bei der kollektiven Fürsorge erforderlich.