Hubert Burda Media Holding GmbH & Co. KG

01/17/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/17/2026 07:51

Wild, widersprüchlich, wegweisend

Burdas Innovationskonferenz DLD Munich 26 hat gezeigt, wie unberechenbar und widersprüchlich die digitale Zukunft ist - und machte genau daraus ein Programm: Unter dem Motto "It's gonna be wild" diskutierten vom 15. bis 17. Januar im Münchner House of Communication über 250 internationale Vordenker:innen mit knapp 2.000 Teilnehmenden über künstliche Intelligenz, Europas digitale Souveränität und Menschlichkeit in einer zunehmend beschleunigten Welt.

Wildes Morgen: Optimismus und Skepsis in der KI-Debatte

Von generativen Modellen über KI in der Medizin bis hin zu neuen Anwendungen in Kreativwirtschaft und Industrie reichte die thematische Spannbreite der Panels. Viele Speaker:innen zeigten dabei eine optimistische Grundhaltung: Europa verfüge über exzellente Talente, starke Forschungslandschaften und wachstumsstarke Start-ups, die den nächsten großen Sprung ermöglichen könnten - vorausgesetzt, Kapital, Mut und Experimentierfreude kommen zusammen. "Pessimismus ist Zeitverschwendung", lautete eine der programmprägenden Botschaften.

Gleichzeitig war die DLD Munich 26 auch ein Ort der kritischen Selbstreflexion: Expert:innen wie der KI-Forscher Stuart Russell warnten davor, Systeme zu entwickeln, deren Komplexität die Kontrollfähigkeit des Menschen übersteigt und die sich im Extremfall eigenständig vervielfältigen, manipulieren oder gegen Abschaltung wehren könnten. In München trafen Begeisterung und die Einsicht aufeinander, dass Intelligenz Macht bedeutet - und dass diese Macht Grenzen braucht, damit die Menschheit nachhaltig davon profitieren kann.

Europäische Souveränität: Unabhängigkeit im digitalen Zeitalter

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt der DLD Munich 26 war die Frage, wie Europa im globalen Technologiewettlauf digitale Souveränität sichern kann. Auf den Bühnen ging es um konkrete Schritte zu unabhängiger digitaler Infrastruktur, eigenen Plattformen sowie robusten Cloud- und Datenökosystemen - und um ein Innovationsklima, das europäische Werte stärkt, statt sie zu gefährden. Bayerns Digitalminister Fabian Mehring sprach von einer "Zeitenwende", in der KI die globale Wohlstandsverteilung neu sortiert - und betonte den Anspruch, Bayern dauerhaft in der Spitzengruppe der internationalen Technologieregionen zu verankern.

Die frühere EU-Kommissarin Margrethe Vestager formulierte die politische Dimension: Wer den Kurs ändern will, muss zuerst verstehen, was sich ändern muss - und vor allem die Abhängigkeit von ausländischen Plattformen reduzieren, deren Auswirkungen auf Daten, Meinungsbildung und psychische Gesundheit europäischer Bürger:innen zunehmend in der Kritik stehen. Drei Aufgaben für Europa zeichneten sich auf der DLD klar ab: mehr Risiko- und Wachstumskapital für Deep-Tech-Projekte, weniger kleinteilige Regulierung bei gleichzeitig einheitlichen Regeln im gesamten EU-Binnenmarkt sowie der entschlossene Aufbau digitaler Souveränität auf europäischer Ebene. Dazu gehört auch eine neue Mentalität: Aus 'Wutbürgern' sollen 'Mutbürger' werden, die technologische Disruption nicht nur hinnehmen, sondern aktiv gestalten.

Der Wert der Menschlichkeit in der "Wildnis" der Technologie

Neben Panels zu KI, Quantencomputing, Biotechnologie, neuen Energiesystemen und - in diesem Jahr verstärkt - dem Thema Verteidigung stand deshalb die innere Dimension im Fokus: Wie verändern Algorithmen Achtsamkeit, psychische Gesundheit, Spiritualität und neue Formen von Gemeinschaft? DLD-Gründerin Steffi Czerny brachte den Leitgedanken auf den Punkt: Es gehe nicht darum, der "Wildnis" der technologischen Umbrüche zu entkommen, sondern zu lernen, mit ihr zu leben, ohne Werte, Selbstbestimmung und Menschlichkeit zu riskieren.

Eine Schlüsselrolle kam dabei dem Journalismus zu, der als Gegenpol zu autoritärer Desinformation und als Garant demokratischer Öffentlichkeit hervorgehoben wurde. In Sessions zu Wahrheit, Medien und Gesellschaft diskutierten Journalist:innen, Geistliche und Forschende, wie sich Vertrauen in Zeiten von Deepfakes, Social Bots und polarisierenden Feeds neu erarbeiten lässt. Gleichzeitig zeigten Künstler:innen und Kreative, dass KI nicht nur Effizienzmaschine, sondern auch Werkzeug für neue Ausdrucksformen sein kann - vorausgesetzt, die Gestaltungshoheit bleibt beim Menschen. "Es ist unsere Entscheidung, ob wir die Technologie kontrollieren und souverän werden oder ob wir uns von ihr kontrollieren lassen", sagte KI-Experte Björn Ommer - eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch die drei Tage der DLD Munich 26 zog.

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