Universität Bielefeld

07/09/2026 | Press release | Distributed by Public on 07/09/2026 02:50

Das postsozialistische Erbe und seine Folgen

Postsozialistische Gesellschaften sind nicht einfach auf dem Weg "vom Kommunismus zur Demokratie". Die aktuellen Konflikte und Kriege zeigen vielmehr, dass ihre Vergangenheit bis heute Machtverhältnisse, Identitäten und Ungleichheiten prägt. Dies zu analysieren ist Thema des Workshops "Re-Mapping Interdependencies. Borders, Memories, and Actors in Postsocialist/Postcolonial Spaces", am 16. und 17. Juli am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld.

Postsozialistische und postkoloniale Gesellschaftsformationen sind bis heute verflochten und prägen globale Konstellationen von Herrschaft und Unterordnung. Wie können wir ein tieferes Verständnis dieser Machtstrukturen entwickeln und akademische Visionen von einer weniger gewalttätigen Zukunft vorantreiben?

© Rebecca Moltmann

Die Workshopkeiter*innen (von links): Yaroslav Zhuravlov (Jena), Tetiana Havlin (Cottbus) und Manuel Peters (Chemnitz).

Dieser Workshop bringt Wissenschaftler*innen, Kurator*innen, Museumsfachleute und Akteur*innen der Zivilgesellschaft zusammen, um zu untersuchen, wie sich postkoloniale und postsozialistische Vergangenheit und Gegenwart bei der Analyse von Raum, Erinnerung und Zugehörigkeit überschneiden. Bislang haben sich postsozialistische und postkoloniale Studien oft parallel, aber unverbunden entwickelt. Neuere wissenschaftliche Arbeiten heben zunehmend ihre Wechselbeziehungen hervor und die Notwendigkeit eines Dialogs über regionale und disziplinäre Grenzen hinweg.

Der Workshop, der von der Sozialwissenschaftlerin Tetiana Havlin (Cottbus), dem Kommunikationsforscher Manuel Peters (Chemnitz) und dem Historiker Yaroslav Zhuravlov (Jena) geleitet wird, zielt darauf ab, den Austausch zwischen den Ansätzen zu befördern und konzeptionelle Ansätze, methodische Herausforderungen und praktische Implikationen zu diskutieren.

Öffentliche Vorträge, Podiumsdiskussionen und eine Buchvorstellung

Das Programm umfasst öffentliche Vorträge, Podiumsdiskussionen und eine Buchvorstellung. Zu den Schwerpunktthemen zählen die osteuropäische Vergangenheit im globalen Zusammenhang, Kulturkriege im postsowjetischen Raum sowie die Museumsarbeit, in der die komplexen und umstrittenen Vergangenheiten verhandelt werden.

Der Workshop ist Teil der Forschungsgruppe "Postcolonial and Postsocialist Interdependencies Across Borders", die seit April am ZiF arbeitet.

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