04/08/2026 | Press release | Distributed by Public on 04/08/2026 04:14
Auf Einladung des Landespräventionsrates Niedersachsen fand im Niedersächsischen Justizministerium der "10. Praxis- und Erfahrungsaustausch der behördlichen und zivilgesellschaftlichen Ausstiegsprogramme für Rechtsextremist*innen in Bund und Ländern" (PEARBL) statt.
Teilgenommen haben in diesem Jahr eine Vielzahl von Personen verschiedener Ausstiegsprogramme - sowohl unter behördlicher als auch freier Trägerschaft. Unter der Überschrift "Radikalisierung & Radikalisierungsprävention im digitalen Raum" diskutierten die Teilnehmer mit Experten vom "Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)", der "Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW", von "jugendschutz.net" und "A-ware.Net" sowie des Vereins "Akzeptanz-Vertrauen-Perspektive" etwa die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz und gamingnahen Plattformen für Radikalisierungsprozesse. Zudem erörterten sie Möglichkeiten, in diesem Kontext Radikalisierungs- und Rekrutierungsbestrebungen entgegenzuwirken und beispielsweise Künstliche Intelligenz auch für die Radikalisierungsprävention sowie für Ausstiegs- und Distanzierungsberatung nutzbar zu machen. Hier zeigten sich - auch mit Blick auf andere Phänomenbereiche - Möglichkeiten und diverse Ansätze für innovative Ideen und Methoden, die bestehende Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit konsequent weiterzuentwickeln.
Justizministerin Dr. Wahlmann: "Digitale Welten gehören zur Lebensrealität unserer Kinder und Jugendlichen. Wir müssen auch dort präsent sein, wo unsere Kinder und Jugendlichen große Teile ihres Alltags verbringen - und dürfen sie dort nicht Menschen überlassen, die sie für menschenverachtende Zwecke instrumentalisieren. Dabei sind extremistischen Bestrebungen in der digitalen Welt professionelle Unterstützung und Beratungsangebote entgegenzustellen, die die Resilienz unserer Kinder und Jugendlichen stärken, um Rekrutierungs- und Radikalisierungsbemühungen widerstehen zu können. Unsere freiheitliche und pluralistische Gesellschaft verdient es, sich dieser Herausforderung anzunehmen und Antworten auf extremistische Radikalisierungs- und Rekrutierungsstrategien zu liefern."
Hintergrund:
Die Tagungsreihe findet bereits seit dem Jahr 2015 statt. In den zehn Auflagen trafen insgesamt über 140 Ausstiegsberater*innen aus 35 zivilgesellschaftlichen und behördlichen Ausstiegsprogrammen im Phänomenbereich Rechtsextremismus aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Der Fachaustausch hat sich zu einer festen Größe und Institution von bundesweiter Bedeutung entwickelt. Er stellt einen wichtigen Motor für die beständige Reflexion und Fortentwicklung von Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit dar.
Die Prävention von Rechtextremismus ist im Landespräventionsrat Niedersachsen, der im Niedersächsischen Justizministerium angesiedelt ist, vielfältig verankert. Über das Landes-Demokratiezentrum wird das Bundesprogramm "Demokratie leben!" umgesetzt. In diesem Rahmen werden auch die "Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt", die "Mobile Beratung Niedersachsen gegen Rechtsextremismus" sowie die zivilgesellschaftliche Ausstiegs- und Distanzierungsberatung und die Beratungsstelle für Ausstiegswillige aus Verschwörungserzählungen und deren Umfeld unterstützt. Zudem ist die Koordinierungsstelle des Landesprogramms für Demokratie und Menschenrechte im Landespräventionsrat angesiedelt.