06/15/2026 | Press release | Distributed by Public on 06/15/2026 04:55
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) begrüßt die diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Knapp vier Monate dauert der Iran-Konflikt mit schwersten Beeinträchtigungen der Schifffahrt in der Golfregion an. Nun verbindet die Schifffahrt mit der am kommenden Freitag zur Unterzeichnung stehenden Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran die Erwartung, dass die Sicherheit von Seeleuten und Handelsschiffen wiederhergestellt wird und die Passage durch die Straße von Hormus wieder dauerhaft sicher und verlässlich möglich ist.
"Die Signale aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran machen auch der Schifffahrt Hoffnung. Jetzt kommt es darauf an, Vertrauen und Sicherheit wiederherzustellen. Ob die für Freitag angekündigte Vereinbarung zu einer dauerhaft sicheren und verlässlichen Passage durch die Straße von Hormus führt, muss sich erst noch beweisen. Wir sind aber vorsichtig optimistisch. Auch im Lichte des ab heute in Évian stattfindenden G7-Gipfels begrüßen wir die Vorbereitungen der Bundesregierung für einen möglichen Beitrag zur Sicherung der Schifffahrt in der Region. Freie und sichere Seewege sind für Deutschland als Handelsnation von zentraler Bedeutung", sagt Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des VDR.
Die Vorbereitungen für eine mögliche Beteiligung deutscher Minenjagdboote an Maßnahmen zur Sicherung der Schifffahrt in der Region sind aus Sicht des VDR ein entscheidender Schritt zur Gewährung einer künftig sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Voraussetzung für einen Einsatz der Bundeswehr ist ein entsprechendes Mandat des Deutschen Bundestages.
Seit Ausbruch des Konflikts am 28. Februar 2026 wurden mehr als 40 Handelsschiffe in der Region getroffen. Seeleute kamen ums Leben oder wurden verletzt. Eine dauerhaft verlässlich sichere Passage durch die Straße von Hormus ist seit Monaten nicht gewährleistet. Noch immer befinden sich rund 2.000 Handelsschiffe mit etwa 20.000 Seeleuten im Persischen Golf, darunter 46 Schiffe deutscher Reedereien mit rund 1.000 Seeleuten an Bord.
Handelsschiffe und ihre Besatzungen sind keine Konfliktparteien. Sie dürfen weder Ziel von Angriffen noch Druckmittel politischer oder militärischer Auseinandersetzungen sein. Sichere und verlässliche Schifffahrtswege sind eine Grundvoraussetzung für den internationalen Handel, stabile Lieferketten und die Versorgung von Volkswirtschaften weltweit.
Für den VDR ist deshalb entscheidend, dass eine Vereinbarung konkrete Verbesserungen für die Sicherheit auf See bewirkt. Dazu gehören verlässliche Sicherheitsgarantien für Seeleute und Schiffe sowie die uneingeschränkte Achtung des internationalen Seerechts. Die Straße von Hormus ist eine internationale Wasserstraße. Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) garantiert dort die freie und ungehinderte Transitdurchfahrt. Diese Grundsätze müssen auch künftig uneingeschränkt gelten.
Über den Verband Deutscher Reeder
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) vertritt die gemeinsamen wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der deutschen Reedereien auf der Ebene des Bundes und der Länder sowie gegenüber europäischen und internationalen Instanzen. Der VDR wurde 1907 gegründet und hat sich 1994 mit dem Verband der Deutschen Küstenschiffseigner zusammengeschlossen. Mit rund 200 Mitgliedern vertritt der VDR den größten Teil der deutschen Handelsflotte. Mehr Informationen unter www.reederverband.de.