05/22/2026 | Press release | Archived content
Das Unterstützungsangebot "Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung nach Vergewaltigung" ist ab sofort mit einem umfassend überarbeiteten Internetauftritt unter www.sos-nach-vergewaltigung.de online. Die bisherige One-Page-Webseite wurde zu einer strukturierten und inhaltlich erweiterten Plattform ausgebaut, die sich an Betroffene sexualisierter Gewalt, Angehörige sowie Fachkräfte richtet. Die vertrauliche Spurensicherung ermöglicht es Betroffenen, mögliche Spuren sexualisierter Gewalt gerichtsfest sichern zu lassen, ohne sich sofort an die Polizei wenden zu müssen. Die Entscheidung über eine mögliche Anzeige können Betroffene später selbstbestimmt treffen.
Ziel des Relaunchs der Webseite ist es, Informationen leichter zugänglich zu machen, Orientierung in Akutsituationen zu bieten und Hemmschwellen für die Inanspruchnahme von Hilfe abzubauen. Die neue Webseite bündelt Informationen zu medizinischer Soforthilfe, vertraulicher Spurensicherung und Beratungsangeboten übersichtlich an einem Ort.
Petra Huchel, Projektkoordinatorin: "Mit dem neuen Webauftritt schaffen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu wichtigen Informationen in einer Situation, die für Betroffene oft von Unsicherheit und Überforderung geprägt ist. Umso wichtiger ist eine schnelle Orientierung über medizinische, rechtliche und psychosoziale Möglichkeiten. Die überarbeitete Webseite stellt diese Informationen klar, verständlich und möglichst barrierearm bereit."
Besonders im Fokus stehen Barrierefreiheit und Mehrsprachigkeit: Die wichtigsten Inhalte sind nun direkt auf der Webseite auch in Leichter Sprache und mehreren Fremdsprachen verfügbar, darunter Englisch, Polnisch, Ukrainisch und Arabisch. So erhalten Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf oder geringen Deutschkenntnissen einen besseren Zugang zu zentralen Informationen und Hilfeangeboten.
Neben einer klaren Menüführung bietet die Webseite Informationen zu Abläufen nach erlebter Gewalt, häufig gestellten Fragen sowie konkreten Anlaufstellen. Interaktive Elemente erleichtern die Benutzung der Webseite zusätzlich. Zwei Suchfunktionen helfen dabei, Klinikstandorte und Hilfeangebote in Brandenburg schnell und wohnortnah zu finden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der verständlichen Darstellung der vertraulichen Spurensicherung. Das Angebot "SOS nach Vergewaltigung" richtet sich an alle Menschen - unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft - und zeigt neben medizinischer Versorgung auch Wege zu psychosozialer Beratung und weiteren Unterstützungsangeboten auf.
Mit dem neuen Webauftritt setzt das Projekt ein klares Zeichen für mehr Sichtbarkeit, bessere Information und einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe nach sexualisierter Gewalt.
Hintergrund
Die vertrauliche Spurensicherung ist besonders für Betroffene wichtig, die sich zunächst nicht an die Polizei wenden möchten. Die gesicherten Materialien werden pseudonymisiert zehn Jahre lang aufbewahrt und können später genutzt werden. Ziel ist es, dass die Betroffenen zunächst die notwendige medizinische Unterstützung erhalten und erst in einem zweiten Schritt eine Strafverfolgung in Betracht gezogen werden kann, wenn sie dies wünschen.
Im Land Brandenburg sind bislang insgesamt 13 Kliniken am Netzwerk "SOS nach Vergewaltigung" zur vertraulichen Spurensicherung beteiligt. Koordiniert wird das Angebot seit 2019 vom Brandenburgischen Landesinstitut für Rechtsmedizin (BLR).