01/29/2026 | Press release | Distributed by Public on 01/29/2026 02:47
Am 31. Juli 2025 kam es im Block 1 des KKW Beznau während eines Funktionstests zum Ausfall einer Hilfsspeisewasserpumpe. Eine Fehlauslösung im Bereich der elektrischen Versorgung der zugehörigen Schmierölpumpe hatte eine Störung verursacht. Eine eindeutige Ursache dafür konnte nicht ermittelt werden. In der Folge hatte das KKW Beznau mögliche Fehlerquellen analysiert und elektrische Komponenten präventiv ausgetauscht.
KKW Beznau 1 / Ausfall einer Hilfsspeisewasserpumpe
Juli 2025
Am Donnerstag, 31. Juli 2025, kam es bei der Durchführung des monatlichen Funktionstests im Block 1 des KKW Beznau zum Ausfall einer Hilfsspeisewasserpumpe. Diese startete erfolgreich und fiel nach wenigen Minuten aus. Der Ausfall der Hilfsspeisewasserpumpe konnte auf die Unterschreitung des Mindestöldrucks aufgrund einer ausgefallenen Schmierölpumpe zurückgeführt werden.
Trotz einer Überprüfung möglicher mechanischer und elektrischer Fehlerquellen im Bereich der Schmierölpumpe konnte das KKW Beznau die Ursache dieses Ausfalls nicht eindeutig identifizieren. Es ging somit von einer Fehlauslösung im Bereich der elektrischen Versorgung der Schmierölpumpe aus. In der Folge tauschte das KKW Beznau zwei elektrische Komponenten (Leistungsschütz und Thermopaket) vorsorglich aus.
Die Hilfsspeisewasserpumpe war rund neun Stunden nach dem Vorkommnis wieder betriebsbereit.
INES 0 (unterhalb der Skala)
Das KKW Beznau hat vorsorglich elektrotechnische Komponenten ausgetauscht (Leistungsschütz und Thermopaket). Zudem hat es die mechanischen Komponenten überprüft.
Das ENSI beurteilt die vom KKW Beznau ergriffenen Sofortmassnahmen als angemessen und zielführend, jedoch nicht als abschliessend. Es fordert zusätzlich, dass das KKW Beznau den Schmierölkreislauf der Hilfsspeisewasserpumpe auf möglichen Fremdmaterialeintrag untersucht.
Die Unterschreitung des Mindestöldruckes aufgrund der ausgefallenen Schmierölpumpe führte korrekt zur betrieblichen Schutzabschaltung der Hilfsspeisewasserpumpe. Das System reagierte auslegungsgemäss, d. h. wie für einen solchen Fall vorgesehen.
Das Vorkommnis hatte eine geringe sicherheitstechnische Bedeutung. Die Schutzziele waren jederzeit erfüllt und die sicherheitsrelevanten Barrieren intakt. Es gab keine radiologischen Auswirkungen. Das ENSI stuft den Vorfall auf der internationalen INES-Skala mit INES 0 ein.
Aus risikotechnischer Sicht führte das Vorkommnis aufgrund der Nichtverfügbarkeit eines Hilfssystems zu einer rechnerischen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für einen Kernschaden, die grösser als 1 zu 100 Millionen aber kleiner als 1 zu 1 Million war.
Vorkommnis, das mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führt.
Das ENSI informiert die Öffentlichkeit in seinem jährlichen Aufsichtsbericht über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse im Bereich der nuklearen Sicherheit. Zudem informiert das ENSI auf seiner Website laufend über Vorkommnisse, die eines der folgenden Kriterien erfüllen:
Das Kernkraftwerk Leibstadt wurde im Überprüfungszeitraum vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2021 mit der notwendigen Sorgfalt betrieben und war sicherheitstechnisch auf einem guten Niveau. Das hält das ENSI in seiner Stellungnahme zur periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) 2022 fest. Zudem beurteilt das ENSI das Nachrüstungskonzept des Kernkraftwerks Leibstadt für den Langzeitbetrieb als adäquat und fordert…
Am 29. Mai kam es im KKW Leibstadt beim Wiederanfahren nach der Jahresrevision zu einer Reaktorschnellabschaltung. Die Ursache war eine Fehlhandlung bei einer Funktionsprüfung.
Nach Abschluss der diesjährigen Revision darf das Kernkraftwerk Beznau 2 den Leistungsbetrieb wieder aufnehmen: Das ENSI hat am 3. Oktober 2025 die Freigabe zum Wiederanfahren erteilt. Der Brennelementwechsel und die Wartungsarbeiten wurden vorschriftsgemäss und unter Kontrolle des ENSI durchgeführt.
Heute Nachmittag kam es im Gebäude der Plasma-Anlage der Zwilag in Würenlingen im Rahmen von routinemässigen System- und Funktionstests zu einer Rauchentwicklung mit anschliessender Auslösung des Brandalarms.
Am 18. September 2025 ist es im KKW Beznau 1 zu einer automatischen Reaktorschnellabschaltung gekommen. Ursache war der Ausfall einer Höchstspannungsleitung im Schweizer Stromnetz.
Beim KKW Gösgen wurde eine mutmassliche Auslegungsschwachstelle im Speisewassersystem entdeckt. Um nach einem Bruch einer Speisewasserleitung Folgeschäden an weiteren Rohrleitungsstücken entgegenzuwirken, können robuste Rohrleitungshalterungen oder gedämpfte Rückschlagklappen montiert werden. Das KKW Gösgen muss nachweisen, dass es den Störfall «Brüche einer Speisewasserleitung» nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik beherrscht.
Das ENSI hat den vom KKW Gösgen kommunizierten Betriebsunterbruch bis voraussichtlich Ende Februar 2026 zur Kenntnis genommen. Eine Freigabe zum Wiederanfahren kann erst erteilt werden, nachdem das KKW Gösgen Sicherheitsnachweise erbracht hat und diese vom ENSI akzeptiert sind.
Während eines Sommergewitters nach einer längeren Trockenperiode oder bei Starkniederschlägen steigen meist auch die Messwerte der MADUK-Sonden rund um die Kernkraftwerke in der Schweiz an. Dies hat in der Regel nichts mit dem benachbarten KKW zu tun, sondern mit natürlichen radioaktiven Stoffen, die der Regen aus der Luft auswäscht.
Der Verdacht auf Inkorporation radioaktiver Stoffe bei zwei Mitarbeitenden des Paul Scherrer Instituts vom Juni 2025 hat sich nicht erhärtet. Zu diesem Schluss kommt das ENSI nach Überprüfung des Sachverhalts.