08/11/2026 | Press release | Distributed by Public on 08/11/2026 10:12
Potsdam erinnert am 13. August an den Bau der Berliner Mauer vor 65 Jahren. In der Nacht zum Sonntag, dem 13. August 1961, riegelten Grenztruppen, Volkspolizisten, Mitglieder der "Kampfgruppen der Arbeiterklasse" und Soldaten der Nationalen Volksarmee die Sektorengrenze nach West-Berlin und den Berliner Außenring ab. Die anfangs errichteten Stacheldrahtverhaue wurden in den folgenden Jahren schrittweise durch eine rund zwei Meter hohe Mauer ersetzt. Sie teilte Berlin in zwei Hälften, die Potsdams Stadtgrenze zu West-Berlin wurde zur hochgesicherten Staatsgrenze. Diese Teilung bestand 28 Jahre und forderte zahlreiche Todesopfer.
Bürgermeister Burkhard Exner sagt dazu: "Der 13. August mahnt uns, was es bedeutet, wenn Freiheit, Freizügigkeit und Menschenrechte eingeschränkt und Grenzen zu Instrumenten der Unfreiheit werden. Der Bau der Mauer hat von einem Tag auf den anderen Familien auseinandergerissen, hat Leben zerstört. Potsdam war durch seine unmittelbare Lage an der Grenze zu West-Berlin in besonderer Weise von der deutschen Teilung geprägt. Die Erinnerung an diesen Tag, an die Mauer, an die Opfer und an die Menschen, die sich - oft unter Gefahr für das eigene Leben - gegen die Teilung und für Freiheit eingesetzt haben, bleibt deshalb ein wichtiger Auftrag. Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich - wir müssen sie jeden Tag gemeinsam bewahren und verteidigen."
Zur Erinnerung an die deutsche Teilung, ihre Folgen und die Opfer der innerdeutschen Grenze laden die Landeshauptstadt Potsdam und die Fördergemeinschaft "Lindenstraße 54" die 15 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung an der Skulptur NIKE 89 an der Glienicker Brücke ein. Die Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Brigitte Meier, wird ein Grußwort sprechen. Weitere Redner sind Michael Cramer und Frank Otto. Der ehemalige Europa-Abgeordnete Cramer initiierte den Berliner Mauerradweg und setzt sich für eine dauerhafte Erinnerung an den Mauerbau und dessen Folgen ein. Frank Otto war in der Potsdamer Bürgerrechtsbewegung aktiv und wird aus persönlicher Perspektive auf die deutsch-deutsche Teilung zurückblicken. Durch die Gedenkstunde führt der Vorsitzende der Fördergemeinschaft "Lindenstraße 54", Dr. Thomas Götz. Der Saxophonist Wenzel Benn begleitet die Veranstaltung musikalisch. Im Rahmen der Gedenkstunde werden Kränze und Blumen niedergelegt.
Bürgermeister Burkhard Exner nimmt zeitgleich an der zentralen Gedenkfeier des Landes Brandenburg im Ortsteil Großziehten in der Gemeinde Schönefeld teil und legt einen Kranz nieder. Ein weiteres Gedenken findet um 18 Uhr an der Mauergedenkstätte im Gutspark Groß Glienicke statt. Hier werden ebenfalls Bürgermeister Burkhard Exner sowie der Bezirksbürgermeister von Spandau, Frank Bewig, Grußworte sprechen und gemeinsam an den Bau der Berliner Mauer und die Folgen der Teilung erinnern. Auch hier ist eine Kranzniederlegung vorgesehen.