German Federal Government

10/02/2026 | Press release | Distributed by Public on 10/02/2026 09:38

Staatsminister Weimer warnt zum Tag der Deutschen Einheit vor zunehmendem Geschichtsrevisionismus – „Unmenschlichkeit der DDR-Diktatur darf nicht verharmlost werden“

Zum Tag der Deutschen Einheit warnt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vor einem politisch gesteuerten Geschichtsrevisionismus, der die SED-Diktatur nachträglich verkläre und verharmlose. Bei einem Festakt in der Gedenkstätte Point Alpha an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen erinnerte er an die friedliche Revolution der DDR-Bürgerinnen und -Bürger, die den Weg zur deutschen Einheit ebnete.

In seiner Rede sagte Staatsminister Weimer: "Rechts- wie linksextreme Kreise versuchen immer lauter, das Unrecht und die Unfreiheit der DDR zu verharmlosen oder ideologisch umzudeuten. Die Verklärung der SED-Diktatur ist inzwischen zu einem offenen Geschichtsrevisionismus geworden, um der Demokratie zu schaden."

Wichtig seien Erinnerungsorte und Gedenkstätten wie Point Alpha. "Wir brauchen solche Orte, weil sie architektonische Erinnerungen an das Leid eines zerrissenen Landes sind," so Weimer. "Weil sie auch dann noch informieren und aufklären, wenn es keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr geben wird. Gedenkstätten sind das Gegengift von Ostalgie. Point Alpha schärft unser Bewusstsein für das wahre Gesicht jeder Diktatur: despotisch, gewalttätig, menschenverachtend. Gerade in einer Zeit, in der die Verlockung des Autoritären zunimmt, müssen wir uns daran erinnern, was Diktaturen den Menschen antun. Und was das SED-Regime für all jene Bürger bedeutete, die Widerstand leisteten und offen um ihre Freiheit kämpften."

Staatsminister Weimer betonte, dass an Orten wie Point Alpha die Wertschätzung von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit neu belebt werde. Wenn diese Werte aus ideologischen Gründen in Frage gestellt werden oder wenn Misstrauen gegen die staatliche Handlungsfähigkeit gesät werde, müssten wir uns mit guten Argumenten wappnen.

"Nur ein kritisches Geschichtsbewusstsein schützt uns vor antidemokratischem Populismus und totalitären Ideologien", so Weimer. "Deshalb setzt sich mein Haus für eine aufklärende Erinnerungskultur ein, die Fakten präsentiert und historische Zusammenhänge verdeutlicht. Erinnern ist kein sentimentaler Blick zurück. Erinnern bedeutet, aus der Geschichte zu lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten."

Den 3. Oktober hat Weimer als den glücklichsten Tag in der deutschen Nachkriegsgeschichte gewürdigt und daran erinnert, dass die deutsche Einheit ihren Ursprung in der friedlichen Revolution mutiger DDR-Bürgerinnen und -Bürger hatte, die Freiheit, Demokratie und freie Wahlen einforderten. Zugleich gelte es, die Erinnerung daran wachzuhalten, dass die Wiedervereinigung auch das Ergebnis des entschlossenen Widerstands gegen Unrecht und Unterdrückung durch das SED-Regime war.

Vor dem Festakt legte Staatsminister Weimer einen Kranz für die Opfer der Deutschen Teilung am Denkmal der Deutschen Teilung und Wiedervereinigung ab.

Am morgigen Samstag wird Staatsminister Weimer um 11 Uhr in der Erlöserkirche Bad Homburg eine Festrede halten und die Themen in einer anschließenden Gesprächsrunde vertiefen.

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